Medaillenspiegel (Endstand nach 33 Entscheidungen) PlatzLand 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt111562226741734351243441153216625310712–3811241124101––1 Vollständiger Medaillenspiegel Die 3. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 23. bis zum 25. August 1946 in Oslo statt. Mit Ausnahme des Marathonlaufs und des 50-km-Gehens wurden die Wettkämpfe im Bislett-Stadion ausgetragen. An der Meisterschaft nahmen 354 Athletinnen und Athleten aus 20 Nationen teil.

Zum ersten Mal fanden diese Meisterschaften als gemeinsame Veranstaltung für Frauen und Männer statt. 1934 in Turin waren die Frauen nicht dabei, 1938 in Wien hatten sie eigene Europameisterschaften ausgetragen, nachdem die Männer zwei Wochen vorher in Paris an den Start gegangen waren.

Teilnehmer Obwohl die Sowjetunion nicht Mitglied des veranstaltenden Weltleichtathletikverbands IAAF war und auch noch nicht zu den Olympischen Spielen zugelassen war, setzte sich der Präsident des Verbandes und amtierende IOC-Präsident Sigfrid Edström für diese erste Teilnahme der UdSSR an internationalen Sportmeisterschaften sehr ein.Arnd Krüger: The Unfinished Symphony. A History of the Olympic Games from Coubertin to Samaranch. In: James Riordan, Arnd Krüger (Hrsg.): The International Politics of Sport in the 20th Century. Routledge, London 1999, S. 3–27. So durften die sowjetischen Sportler bei den Europameisterschaften 1946 an den Start gehen.

Eine deutsche Mannschaft war nach dem Zweiten Weltkrieg von der Teilnahme bis einschließlich 1950 noch ausgeschlossen. Auch Österreich nahm nicht teil.

Wettbewerbe Im Wettkampfkatalog gab es bei den Männern eine Ergänzung. Mit dem 10.000-Meter-Gehen kam eine zweite Disziplin aus dem Gehsport hinzu. Bei den Frauen wurde das Veranstaltungsprogramm nicht geändert. Weiterhin standen für die Athletinnen neun Wettbewerbe auf dem Programm (Lauf: 100 Meter, 200 Meter, 80 Meter Hürden, 4-mal-100-Meter-Staffel – Sprung: Hochsprung, Weitsprung – Stoß/Wurf. Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf). Das Angebot für Frauen sollte sich von den Europameisterschaften 1950 sukzessive ausweiten, bis es schließlich dem Männerangebot weitgehend entsprach.

Sportliche Leistungen Angesichts des erst ein gutes Jahr zurückliegenden Zweiten Weltkriegs war es erstaunlich, dass eine solch große Veranstaltung zustande kam. Das Leistungsniveau unterlag in der Folge gewissen Einschränkungen. In vielen Ländern war es kaum möglich gewesen, ein sportliches Training zu absolvieren, die Grundlagen für gute sportliche Leistungen mussten sich die Athleten erst wieder erarbeiten. Dennoch waren eine ganze Reihe von neuen oder egalisierten Rekorden beziehungsweise Bestleistungen zu verzeichnen: sechzehn Meisterschaftsrekorde in elf Disziplinen siebzehn Landesrekorde in elf Disziplinen sowie drei nationale Bestleistungen in einer Disziplin

Erfolgreichste Nation war das vom Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs vergleichsweise nicht ganz so stark betroffene Schweden mit elf EM-Titeln. Die Sowjetunion belegte bei ihrer ersten Teilnahme mit sechs Goldmedaillen auf Anhieb den zweiten Platz in dieser Wertung. Dahinter folgte Finnland mit vier vor Frankreich und den Niederlanden mit je drei siegreichen Sportlern, wobei Frankreich erheblich mehr Silber- und Bronzemedaillen auf dem Konto hatte als die Niederlande. Es gab drei Athletinnen, die mehr als eine Goldmedaille bei diesen Meisterschaften erringen konnten: Jewgenija Setschenowa (Sowjetunion) – 100 Meter, 200 Meter Fanny Blankers-Koen (Niederlande) – 80 Meter Hürden, 4-mal-100-Meter-Staffel Gerda Koudijs (Niederlande) – Weitsprung, 4-mal-100-Meter-Staffel Trotz des kriegsbedingten Ausfalls der für 1942 vorgesehenen Europameisterschaften gab es einen Titelträger von 1946, der bereits vorher eine EM-Goldmedaille gewonnen hatte: Sydney Wooderson (Großbritannien) – 5000 Meter, Europameister 1938 über 1500 Meter

Ergebnisse Männer 100 m

PlatzAthletLandZeit (s) 1Jack Archer 10,6 2Haakon Tranberg 10,7 3Carlo Monti 10,8 4Étienne Bally 10,8 5Stig Håkansson 10,9 6Finnbjörn Þorvaldsson 10,9 Finale: 23. August

200 m

PlatzAthletLandZeit (s) 1Nikolai Karakulow 21,6 2Haakon Tranberg 21,7 3Jiří David 21,8 4Stig Danielsson 21,9 5Julien Lebas 22,0 6Jack Archer 22,0 Finale: 24. August

400 m mini|hochkant=0.5|Niels Holst-Sørensen

PlatzAthletLandZeit (s) 1Niels Holst-Sørensen 47,9 2Jacques Lunis 48,3 3Derek Pugh 48,9 4Sven-Erik Nolinge 48,9 5Bill Roberts 49,5 Herman Kunnen Finale: 23. August

Niels Holst-Sørensen (Foto rechts) – dänischer Sieger im 400-Meter-Lauf

800 m mini|hochkant=1.3|Europameister Rune Gustafsson

PlatzAthletLandZeit (min) 1Rune Gustafsson 1:51,0 2Niels Holst-Sørensen 1:51,1 3Marcel Hansenne 1:51,2 4Olle Ljunggren 1:51,4 5Thomas White 1:51,5 6Robert Chef d’hôtel 1:53,0 7Jørgen Heller Andersen 1:53,7 8Richard Brancart 2:02,2 Finale: 24. August

1500 m

mini|hochkant=1 PlatzAthletLandZeit (min) 1Lennart Strand 3:48,0 CR 2Henry Eriksson 3:48,8 3Erik Jørgensen 3:52,8 4Václav Čevona 3:53,0 5Sándor Garay 3:53,0 6Douglas Wilson 3:53,2 7Paul Messner 3:56,6 8Luboš Vomáčka 4:07,2 Finale: 25. August

Die beiden erstplatzierten 1500-Meter-Läufer Lennart Strand und Henry Eriksson (auf dem Foto rechts liegt Eriksson vor Strand)

5000 m mini|hochkant=0.6

PlatzAthletLandZeit (min) 1Sydney Wooderson 14:08,6 CR/ 2Willem Slijkhuis 14:14,0 3Evert Nyberg 14:23,2 4Viljo Heino 14:24,4 5Emil Zátopek 14:25,8 6Gaston Reiff 14:45,8 7Rikard Greenfort 14:46,0 8Raphaël Pujazon 14:46,8 Datum: 23. August

Sydney Wooderson war der einzige Europameister von 1946, der bereits vorher einen EM-Titel errungen hatte.

10.000 m

PlatzAthletLandZeit (min) 1Viljo Heino 29:52,0 CR 2Helge Perälä 30:31,4 3András Csaplár 30:35,2 4Sven Rapp 30:49,2 5Feodossi Wanin 30:56,2 6Charles Heirendt 31:08,2 7Thorvald Wilhelmsen 31:20,8 8Martin Stokken 32:56,0 Datum: 22. August

Marathon mini|hochkant=1|Signatur des finnischen Marathonsiegers Mikko Hietanen

PlatzAthletLandZeit (h) 1Mikko Hietanen 2:24:55 2Väinö Muinonen 2:26:08 3Jakow Punko 2:26:21 4Pierre Cousin 2:27:05 5Gösta Leandersson 2:28:30 6Erik Jonsson 2:30:08 7Squire Yarrow 2:30:40 8Henning Larsen 2:32:50 Datum: 22. August

Die Strecke entsprach mit 40,1 km nicht der vorgeschriebenen Distanz von 42,195 km, sodass Bestleistungen nicht anerkannt werden konnten.

110 m Hürden mini|hochkant=0.9|

PlatzAthletLandZeit (s) 1Håkan Lidman 14,6 2Pol Braekman 14,9 3Väinö Suvivuo 15,0 4Gösta Risberg 15,2 5Edvin Larsen 15,3 6Henri Maignan 15,5 Finale: 25. August

400 m Hürden mini|hochkant=0.5

PlatzAthletLandZeit (s) 1Bertel Storskrubb 52,2 CR/ 2Sixten Larsson 52,4 3Rune Larsson 52,5 4Yves Cros 52,6 5Werner Christen 55,4 6Ronald Ede 56,5 Finale: 24. August

Bertel Storskrubb (auf dem Foto rechts bei einem Rennen im Jahr 1939) – in manchen Publikationen als Bertil Storskrubb gelistet.

3000 m Hindernis mini|hochkant=0.5

PlatzAthletLandZeit (min) 1Raphaël Pujazon 9:01,4 CR/ 2Erik Elmsäter 9:11,0 3Tore Sjöstrand 9:14,0 4Alf Olesen 9:18,8 5Jean Gallet 9:19,6 6Pentti Siltaloppi 9:21,0 7Jindřich Roudný 9:33,4 8Marcel Vandewattyne 9:37,0 25. August

Überraschend besiegte Raphaël Pujazon (Foto rechts) die klar favorisierten Schweden.

4 × 100 m Staffel

PlatzLandAthletenZeit (s) 1Stig DanielssonInge NilssonOlle LaesskerStig Håkansson 41,5 2Agathon LepèveJulien LebasPierre GononRené Valmy 42,0 3Mirko ParáčekLeopold LázničkaMiroslav ŘihošekJiří David 42,2 4Jan LammersChris van OstaJo ZwaanGabe Scholten 42,3 5Thomas JoverBert LiffenRobert RoachJack Archer 42,4 6Herman KunnenFernand BourgauxFrançois BraekmanPol Braekman 43,5 Finale: 25. August

4 × 400 m Staffel

PlatzLandAthletenZeit (min) 1Bernard SantonaYves CrosRobert Chef d’hôtelJacques Lunis 3:14,4 2Ronald EdeDerek PughBernard ElliotBill Roberts 3:14,5 3Folke AlnevikStig LindgårdSven-Erik NolingeTore Sten 3:15,0 4Herluf ChristensenKnud GreenfortGunnar BergstenNiels Holst-Sørensen 3:15,4 5Werner RugelWerner ChristenKarl VolkmerOskar Hardmeier 3:20,8 6Vlastimil HolečekTomáš ŠaléJiří DavidLeopold Láznička 3:33,6 Datum: 25. August

10.000 m Gehen mini|John Mikaelsson wurde der erste Europameister auf der neuen Gehstrecke

PlatzAthletLandZeit (min) 1John Mikaelsson 46:05,2 CR 2Fritz Schwab 47:03,6 3Émile Maggi 48:10,4 4Louis Chevalier 49:37,8 5Egil Romberg-Anderssen 49:48,0 Kaare HammerWerner HardmoVáclav Balšán Datum: 25. August

50 km Gehen mini|hochkant=0.6

PlatzAthletLandZeit (h) 1John Ljunggren 4:38:20 CR 2Harry Forbes 4:42:58 3Charles Megnin 4:57:04 4Oddvar Sponberg 5:00:27 5Harry Kristensen 5:03:18 Harry Olsson Edgar BruunJosef Doležal Datum: 23. August

Der schwedische Geher John Ljunggren (Foto rechts) kam hier zu seinem ersten großen Erfolg.

Hochsprung mini|hochkant=1.2|Anton Bolinder blieb im Hochsprung als Sieger knapp unter der 2-Meter-Marke

PlatzAthletLandHöhe (m) 1Anton Bolinder 1,99 2Alan Paterson 1,96 3Nils Nicklén 1,93 4Birger Leirud 1,93 5Gunnar Lindecrantz 1,93 6Alfredo Campagner 1,90 7Skúli Guðmundsson 1,90 8Georges Audouy 1,90 Datum: 23. August

Stabhochsprung

PlatzAthletLandHöhe (m) 1Allan Lindberg 4,17 CR/ 2Nikolai Osolin 4,10 3Jan Bém 4,10 4Erling Kaas 4,10 5Hugo Olsson 4,00 6Georges Breitman 3,90 7Miroslav Krejcar 3,90 8Helmer Petersen 3,90 Datum: 25. August

Weitsprung mini|hochkant=0.8|Olle Laessker – Weitsprungsieger mit sehr knappem Vorsprung

PlatzAthletLandWeite (m) 1Olle Laessker 7,42 2Lucien Graff 7,40 3Miroslav Řihošek 7,29 4Egidio Pribetti 7,28 5Stig Håkansson 6,97 6Denis Watts 6,95 7Zdeněk Matys 6,92 8Oliver Steinn 6,82 Finale: 24. August

Dreisprung

PlatzAthletLandWeite (m) 1Valle Rautio 15,17 2Bertil Johnsson 15,15 3Arne Åhman 14,96 4Eugen Haugland 14,76 5Hannes Sonck 14,70 6Preben Larsen 14,65 7Stefán Sörensson 14,11 8Miroslav Řihošek 13,77 Datum: 22. August

Kugelstoßen

PlatzAthletLandWeite (m) 1Gunnar Huseby 15,56 2Dmitri Gorjainow 15,25 3Yrjö Lehtilä 15,23 4Roland Nilsson 15,16 5Thage Pettersson 14,87 6Sulo Bärlund 14,75 7Eivind Sværen 14,34 8Lars Ulgenes 14,28 Finale: 23. August

Diskuswurf mini|hochkant=0.9|Adolfo Consolini errang seinen ersten vondrei EM-Titeln

PlatzAthletLandWeite (m) 1Adolfo Consolini 53,23 2Giuseppe Tosi 50,39 3Veikko Nyqvist 48,14 4Nikolaos Syllas 47,96 5Stein Johnson 46,77 6Erik Westlin 45,65 7Bengt Wikner 44,57 8Raymond Tissot 44,11 Finale: 24. August

In der vor dem Finale am selben Tag erfolgten Qualifikation hatte Europameister Adolfo Consolini mit 53,29 m einen neuen EM-Rekord erzielt.

Hammerwurf

PlatzAthletLandWeite (m) 1Bo Ericson 56,44 2Eric Johansson 53,54 3Duncan Clark 51,32 4Imre Németh 50,03 5Hans Houtzager 49,68 6Teseo Taddia 48,63 7Alexander Schechtel 46,24 8Jaroslav Knotek 46,04 Finale: 22. August

Speerwurf mini|hochkant=0.6

PlatzAthletLandWeite (m) 1Lennart Atterwall 68,74 2Yrjö Nikkanen 67,50 3Tapio Rautavaara 66,40 4Odd Mæhlum 66,37 5Sven Daleflod 64,79 6Josef Neumann 62,48 7Lumír Kiesewetter 59,91 8Nico Lutkeveld 59,50 Finale: 25. August

Lennart Atterwall (Foto rechts) wurde Europameister, blieb allerdings mehr als acht Meter unter Matti Järvinens Siegesweite von 1938.

Zehnkampf

PlatzAthletLandP – offiz. Wert.P – 85er Wert. 1Godtfred Holmvang 6987 6566 2Sergei Kusnezow 6930 6559 3Göran Waxberg 6661 6313 4Armin Scheurer 6655 6263 5Pierre Sprecher 6496 6203 6Oskar Häfliger 6461 6195 7Gunnar Erdal-Aase 6295 5995 8István Kiss 6027 5827 Datum: 23./24. August

Gewertet wurde nach der Punktetabelle von 1934.

Zur Orientierung und Einordnung der Leistungen sind zum Vergleich die nach heutigem Wertungssystem von 1985 erreichten Punktzahlen mitaufgeführt. An den Platzierungen unter den ersten Achte hätte sich danach nichts geändert, nur auf den Rängen zehn bis zwölf wäre es zu Verschiebungen gekommen.

Aber diese Vergleiche sind nur Anhaltswerte, denn als Grundlage müssen die jeweils unterschiedlichen Maßstäbe der Zeit gelten.

Ergebnisse Frauen 100 m mini|hochkant=0.7