Die Bronzeschwanz-Buffonkolibri (Chalybura urochrysia), auch Straußkolibri genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das Teile der Länder Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien und Ecuador umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Bronzeschwanz-Buffonkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 10 bis 12 cm bei einem Gewicht der Männchen von 7,1 g und der Weibchen von 6,1 g. Er hat rote bzw. pinke-farbene Beine. Der Schnabel ist schwarz, wobei etwa die Hälfte des Unterschnabels von der Basis aus eine blassrosa Färbung hat. Das Männchen ist auf der Oberseite metallisch grün. Die Unterseite glitzert grün, wobei der Schwanz bronzegrün ist. Die verlängerten, flauschigen Unterschwanzdecken sind weiß. Das Weibchen ist auf der Unterseite grau und weist seitlich grüne Flecken auf. Die Unterschwanzdecken sind gräulich weiß, die seitlichen Steuerfedern gräulich gefleckt. Männliche Jungvögel sind typischerweise etwas matter in den Farben als ausgewachsene Exemplare. Bei beiden Geschlechtern haben Jungvögel auf dem Oberkopf, Nacken und am Bürzel gelbbraune bis zimtfarbene Fransen.Frank Garfield Stiles III u. a.

Verhalten und Ernährung Ihren Nektar holen Bronzeschwanz-Buffonkolibris vorwiegend an Blüten von großen Kräutern wie Renealmia, Costus und insbesondere Helikonien sowie Büschen der Gattung Carapichea, Malvaviscus und der Familie der Akanthusgewächse. Außerdem fliegen sie Waldepiphyten der mittleren Straten, die unteren Baumkronen von Heidekraut-, Gesnerien- und Bromeliengewächsen sowie Bäume aus dem Unterholz an Waldrändern oder Waldlücken der Gattung Inga, Symphonia und Hamelia an. Der Bronzeschwanz-Buffonkolibri agiert an seinen Nektarquellen äußerst aggressiv und dominant. Insbesondere die Männchen verteidigen mit aller Macht ihr reichhaltiges Revier. Nicht selten fangen Bronzeschwanz-Buffonkolibris Mücken, indem sie bei der Jagd von ihren Sitzplätzen auf den Zweigen des oberen Unterholzes stürmen. Gelegentlich picken sie auch Gliederfüßer von den Blättern. Seltener sind vor allem die Weibchen im Schwirrflug unterwegs, um so Insekten zu erbeuten. Zu den Gliederfüßern, die sie fressen, gehören meist Fliegen und kleinere Wespen. Seltener sind Ameisen, Schnabelkerfen oder Spinnen ihre Beute.

Lautäußerungen Mutmaßlich besteht der Gesang der Bronzeschwanz-Buffonkolibris aus weichen, nasalen, kratzigen und trillernden Tönen, die wie ter-twii-ii-ii-ii-ii....ter-twii-ii-ii... klingen. Jagend klingt der Ruf wie ein langgezogenes abnehmendes Schnattern. Andere Laute beinhalten ein lautes tschup und tschip sowie kürzeres Geschnatter.

Fortpflanzung In Costa Rica ist die Brutsaison im Dezember und noch häufiger von Februar bis Mai. Im Westen Kolumbiens gibt es von Februar bis April Brutaktivitäten. Männchen in Brutstimmung attackieren auch Weibchen, die ihr Revier auf der Nahrungssuche durchstreifen. Das kelchartige tiefe Nest besteht aus hellfarbenen Pflanzen und Fasern sowie Spinnweben. Die Außenseite wird reichlich mit grünem Moos und wenigen Flechtenstückchen verziert. Das Nest wird in 0,5 bis 1,5 Meter über dem Boden im Gestrüpp in der Nähe von Flüssen oder Pfaden angebracht. Die Unterart Chalybura urochrysia melanorrhoa baut ihr Nest im Unterholz des Waldes.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Bronzeschwanz-Buffonkolibris Der Bronzeschwanz-Buffonkolibri lebt in den mittleren Straten von feuchten Wäldern, an Waldrändern, angrenzender Sekundärvegetation und halboffenen Gebieten wie Kakao-Plantagen, schattigen Gärten etc. Er meidet offenes Gelände. In Costa Rica bewegt er sich in Höhenlagen zwischen Meeresspiegel und 700 Metern. In Kolumbien ist er bis in Höhenlagen um 900 Meter präsent.

Unterarten Es sind drei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Chalybura urochrysia melanorrhoa , 1865Osbert Salvin, S. 585. kommt in Nicaragua und in Costa Rica vor. Das Männchen glitzert auf der Unterseite dunkelgrün, der Bauch ist dunkel bronzefarben. Die Unterschwanzdecken sind rußig schwarz und weniger langgezogenen wie in der Nominatform. Die Oberseite ist dunkel bronzegrün, die Oberschwanzdecken sind lila bronzefarben und der Schwanz violett schwarz. Das Weibchen ist auf der Unterseite dunkel grau und hat deutlich mehr grüne Flecken als die Nominatform. Der Schwanz ist wie bei den Männchen, nur dass die seitlichen Steuerfedern zusätzlich grau gefleckt sind. Chalybura urochrysia isaurae (, 1861)John Gould, S. 199. kommt im östlichen und westlichen Panama sowie im Nordwesten Kolumbiens vor. Das Männchen glitzert auf der Unterseite bläulich grün. Kehle und Brust sind blau. Der Schwanz wirkt hell bronzefarben. Das Weibchen ist insgesamt blasser, das Grau der Unterseite weist keine Flecken auf. Chalybura urochrysia urochrysia (, 1861)John Gould, S. 198.Laut Frederick Herschel Waterhouse S. 51 erschienen die Tafel 90 mit Text in A monograph of the Trochilidæ, or family of humming-birds als Teil der Lieferung 12 ebenfalls im Jahre 1861. – die Nominatform – kommt im südöstlichen Panama, dem nördlichen zentralen und westlichen Kolumbien bis in den Nordwesten Ecuadors vor. C. u. incognita , 1928Ludlow Griscom, S. 3. wird als Synonym für C. u. saurae betrachtet. C. u. intermedia & , 1894Ernst Hartert u. a., S. 44. wird von manchen Autoren als Unterart des Blauschwanz-Buffonkolibris betrachtet, wiederum andere Autoren betrachten ihn sogar als eigene Art. Chalybura carnioliGeorge Newbold Lawrence, S. 39., eine Art, die George Newbold Lawrence 1865 beschrieb, wird heute als Synonym für C. u. melanorrhoa betrachtet.

Migration Von C. u. melanorrhoa ist bekannt, dass diese Unterart als Strichvogel saisonal je nach Blütenstand in andere Gebiete weiter zieht. Über das Zugverhalten der anderen Unterarten ist nichts bekannt.

Etymologie und Forschungsgeschichte Ursprünglich beschrieb John Gould den Bronzeschwanz-Buffonkolibri unter dem Namen Hypuroptila urochrysia. Das Typusexemplar wurde von Józef Warszewicz Ritter von Rawicz (1812–1866) in der Umgebung von Panama-Stadt gesammelt.John Gould, Text zu Tafel 90. Im Jahr 1854 führte Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach den neuen Gattungsnamen Chalybura u. a. für den Blauschwanz-Buffonkolibri ein.Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 10.Außerdem hatte Reichenbach den Smaragdmangokolibri (Anthracothorax viridis & , 1801), den Weißkinn-Saphirkolibri (Hylocharis cyanus (, 1818)) und den Grünkolibri (Lepidopyga goudoti (, 1843)) der neuen Gattung zugeordnet. Dieser Name ist ein Wortgebilde aus dem griechischen für „Stahl“ und für „-schwänzig, Schwanz“.James A. Jobling, S. 99. Der Artname urochrysia setzt sich aus den griechischen Wörtern für „Schwanz“ und für „golden, Gold“ zusammen.James A. Jobling, S. 396. Isaurae wurde Gould von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1803–1857) vorgeschlagen und ist Elisabeth Isaure Guéneau de Montbeillard Baronesse de La Fresnaye (1802–1893), der zweiten Frau von Frédéric de Lafresnaye gewidmet. Melanorrhoa leitet sich von für „schwarz“ und für „Bürzel, Steiß“ ab.James A. Jobling, S. 248. Intermedia leitet sich vom lateinische Wort intermedius für „intermediär, dazwischenliegend“ ab.James A. Jobling, S. 206. Incognita, incognitus ist das lateinische Wort für „unbekannt nicht identifiziert“. Es setzt sich aus den Worten in- für „nicht, un-“ und cognitus, cognoscere für „bekannt, erkennen“ zusammen.James A. Jobling, S. 204. Carnioli ist dem deutschstämmigen Sammler Julian Garnigohl Grasneck (1807–1885) gewidmet.

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Kolibris