The Ballad of Buster Scruggs ist ein Western von Ethan und Joel Coen, der am 31. August 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte und am 16. November 2018 in das Programm von Netflix aufgenommen wurde.

Im Rahmen der Oscarverleihung 2019 erhielt der Film drei Nominierungen.

Handlung Der Film umfasst sechs im Wilden Westen angesiedelte, in sich abgeschlossene Episoden. Den erzählerischen Rahmen bilden leinwandfüllende Ansichten eines fiktiven Buches mit dem Titel The Ballad of Buster Scruggs. Zum Beginn jeder Episode wird zu dem entsprechenden Kapitel vorgeblättert und man sieht die dazugehörende Farbtafel mit Bildunterschrift.

The Ballad of Buster Scruggs The Ballad of Buster Scruggs ist die erste und namensgebende Episode. Sie handelt von den Erlebnissen des Songsters Buster Scruggs, auch bekannt unter dem Spitznamen „San Saba Songbird“. In der Wildnis möchte dieser in einer kleinen Bar etwas trinken, stößt jedoch bei allen Anwesenden auf Feindseligkeit. Sein Aufenthalt endet damit, dass er alle Gäste sowie den Barkeeper erschießt. Anschließend kommt er im Ort Frenchman's Gulch an, wo er sich in den örtlichen Saloon begibt, um endlich etwas zu trinken zu bekommen. Am Eingang gibt er gemäß den Hausregeln seine Waffen ab. Er nimmt den Platz eines geflohenen Spielers an einem Pokertisch ein und sieht, dass er die Dead Man’s Hand übernommen hat. Er wird von einem großen Mann namens Joe darüber aufgeklärt, dass er nun, da er die Hand gesehen, auch zu spielen hat. Joe bedroht Buster mit seinem Colt, und der waffenlose Sänger tritt mehrmals auf ein loses Brett der Tischplatte, was auf der anderen Seite Joes Hand dazu bringt, mehrmals in sein eigenes Gesicht zu schießen. Nach kurzer Stille singt Buster ein fröhliches Lied, und der Rest der Anwesenden stimmt ein. Der Bruder des toten Joe fordert ihn dann zu einem Duell auf der Hauptstraße des Ortes auf. Der geschickte Revolverheld schafft es, seinem Kontrahenten alle fünf Finger der Schusshand wegzuschießen und ihn schließlich mit der sechsten Kugel – mit dem Rücken zum Ziel und mithilfe eines Taschenspiegels – niederzustrecken. Dann taucht ein höflicher junger Mann auf, und auch er fordert Buster zum Duell. Doch der Mann zieht noch schneller als der Songster und gewinnt das Duell per Kopfschuss. Busters Seele erhebt sich aus seinem Leichnam und steigt mit einer Lyra in der Hand und Flügeln auf dem Rücken gen Himmel auf, ein Lied im Duett mit dem siegreichen Schützen singend.

Near Algodones Ein junger Cowboy betritt eine Bank im Nirgendwo und will den einzigen Angestellten überfallen. Dieser bückt sich hinter dem Tresen und feuert schnell drei dahinter versteckte Schrotflinten ab, ohne jedoch den Räuber zu treffen. Dieser klettert hinter den Schalter und nimmt das Geld an sich. Draußen trifft ein Schuss seinen Geldsack, den er zurücklassen muss, um sich hinter einem Brunnen zu verstecken. Da taucht der Bankangestellte auf, der sich mit einer Waschwanne, Pfannen und Töpfen gepanzert hat. So kann er unbeschadet bis zum Räuber vordringen und diesen außer Gefecht setzen. Der Cowboy findet sich, wieder bei Bewusstsein, auf seinem Pferd wieder, ihm gegenüber eine Gruppe Gesetzeshüter, sein Hals steckt in einer Schlinge, die an einen Baum geknüpft ist. Man eröffnet ihm, dass er zum Tode verurteilt sei. Plötzlich taucht eine Horde Comanchen auf und tötet alle Gesetzeshüter, lässt den jungen Mann jedoch zurück. Dessen Pferd bewegt sich nun immer weiter vorwärts auf der Suche nach Nahrung auf dem Boden, und er droht, herunterzurutschen. In der Ferne sieht er einen Viehtreiber anreiten, den er ruft und der ihn schließlich rettet. Die beiden reiten zusammen, werden aber relativ schnell von einer anderen Gruppe Gesetzeshüter gestoppt, da es sich bei dem Unbekannten um einen gesuchten Viehdieb handelt. Im nächstgelegenen Ort steht der Cowboy nun mit einigen anderen Verbrechern am Galgen und sieht seinem Ende entgegen. Bevor er hingerichtet wird, erblickt er eine hübsche junge Frau unter den Zuschauern, die ihn anlächelt. Dann setzt ihm der Scharfrichter eine Kapuze auf, und sein Leben findet ein Ende.

Meal Ticket Ein alternder, wortkarger Schausteller reist mit einem klapprigen Bühnenwagen und seiner einzigen Attraktion, Harrison, von Siedlung zu Siedlung. Harrison, der weder Arme noch Beine hat, sitzt stets auf einem Stuhl und rezitiert immer wieder Gedichte wie Percy Bysshe Shelleys Ozymandias, die Geschichte von Kain und Abel oder Shakespeares Sonette, sowie die Gettysburg Address von Abraham Lincoln. Abschließend geht der Schausteller unter den Zuschauern herum und sammelt Geldspenden ein. Davon kauft er Nahrung für sich und den Jungen oder bezahlt Prostituierte für Sex, während sich Harrison im Raum befindet, aber nicht zusehen darf. Nach einem Auftritt, bei dem lediglich drei Leute zuschauen und keiner von ihnen etwas spendet, sieht der Schausteller ein anderes Fahrgeschäft mit großem Publikumszuspruch. Ein Huhn kann einfache Rechenaufgaben lösen und pickt auf die richtige einer Reihe aufgehängter Tafeln, auf die Zahlen gemalt wurden. Er kauft das Huhn seinem Besitzer ab und zieht weiter. An einer Brücke, die über einen tosenden Fluss verläuft, macht er Halt, sucht einen großen Stein und wirft ihn ins Wasser, um seine Tiefe zu prüfen. Er kehrt zu seinem Wagen zurück und geht mit einem Lächeln auf den wehrlosen Harrison zu. Anschließend sieht man ihn davonfahren, im Wagen befindet sich nur noch seine neue Attraktion, das Huhn.

All Gold Canyon Ein namenloser Prospektor kommt in einem idyllischen und von Menschen unberührten Tal an, in welchem er Gold vermutet. Nach mehreren Tagen systematischer Suche kann er schließlich einen Bereich eingrenzen und gräbt ein tiefes Loch, will sich dann aber zur Nachtruhe begeben. Bevor er sich schlafen legt, erblickt er einen Virginia-Uhu. Am nächsten Tag macht er auf einem hohen Baum das Nest des Uhus aus und entwendet die vier darin befindlichen Eier. Als er bemerkt, dass ihn die Mutter der noch nicht geschlüpften Vögel beobachtet, legt der Prospektor drei Eier wieder zurück ins Nest. Am dritten Tag im Tal ist das Loch endlich tief genug, so dass der Mann auf eine Goldader stößt. Doch plötzlich taucht hinter ihm ein junger Mann auf, der ihn schon länger zu beobachten scheint und der ihm in den Rücken schießt. Während der Goldsucher mit dem Gesicht voran in der Erde liegt, dreht sich der Mörder in aller Ruhe eine Zigarette und springt dann in das Loch. Doch der Alte ist nicht tot und ringt mit dem Angreifer. Schließlich kann er dessen Waffe an sich reißen und ihn erschießen. Er säubert seine anscheinend nicht tödliche Wunde im angrenzenden Bach, vergräbt die Leiche und verlässt mit zwei Säcken goldhaltigen Gesteins das Tal, und die Idylle hält wieder Einzug.

The Gal Who Got Rattled Ein Treck ist Richtung Oregon unterwegs, mit dabei sind auch die junge Alice Longabaugh und ihr älterer Bruder Gilbert, ein ungeschickter Geschäftsmann. Am Zielort wartet ein wohlhabender Mann, den Alice heiraten soll. Doch eines Nachts verstirbt Gilbert an Cholera und lässt seine Schwester allein zurück. Da Gilberts Hund, nach dem Präsidenten Franklin Pierce President Pierce genannt, die Kolonne mit seinem Gebell an den Rand des Wahnsinns treibt, will ihn einer der beiden Treckführer, Billy Knapp, erschießen. Doch der Hund überlebt und läuft davon. Das nächste Problem besteht darin, dass Matt, ein Junge, den Gilbert angeheuert hatte, um den Wagen zu fahren, noch 400 Dollar zu bekommen hat. Der Tote hatte ihm angeblich die Hälfte davon bei der Ankunft in Fort Laramie zugesichert. Alice vermutet, dass das Geld entweder gar nicht existiert oder mit ihrem Bruder begraben wurde, und offenbart sich Billy, der sich zu der Frau hingezogen fühlt. Billy bietet Alice an, sie in Fort Laramie zu heiraten, den Treck seinem Partner Mr. Arthur zu überlassen, Matt auszuzahlen und mit ihr auf einer Farm zu leben. Alice akzeptiert das Angebot, und Billy unterrichtet Mr. Arthur davon, dass dies ihre letzte gemeinsame Reise wäre. Eines Morgens ist Alice unauffindbar. Mr. Arthur, der auf seinem Pferd nach ihr suchen geht, trifft dann in einiger Entfernung auf die Frau und President Pierce. Da nähert sich eine Gruppe Indianer, und Arthur stattet Alice mit einem Revolver aus, damit sie sich im Notfall selbst erschießen kann, um nicht gefangen genommen zu werden, da die Indianer viel Schlimmeres mit ihr anstellen würden. Mr. Arthur liefert sich einen erbitterten Kampf mit den Indianern und kann alle vertreiben. Jedoch wird er dabei vom letzten Angreifer zunächst überrumpelt und es sieht einen Moment lang so aus, als wäre Mr. Arthur erschlagen worden. Im letzten Augenblick aber erschießt er auch den letzten Angreifer mit seinem zweiten Colt. Als er zu Alice zurückkehrt, hat sich diese jedoch bereits, wie er ihr angeraten hatte, erschossen, wohl in der Annahme, dass Mr. Arthur gefallen war. Mr. Arthur kehrt zurück zum Treck, wobei ihm Billy Knapp entgegen reitet, und man ahnt, dass als Nächstes die Überbringung der traurigen Botschaft ansteht.

The Mortal Remains Ein Engländer (Thigpen), ein Ire (Clarence), ein Franzose (René), eine feine Dame (Mrs. Betjeman) und ein Trapper befinden sich in einer Kutsche auf dem Weg nach Fort Morgan. Auf dem Dach befindet sich eine Leiche, deren Identität nur Thigpen und Clarence kennen. Der Trapper erzählt von seiner Beziehung zu einer amerikanischen Ureinwohnerin, welche sich in Ermangelung gegenseitiger Sprachkenntnisse lediglich durch das Erspüren von Emotionen am Leben erhielt. Er vergleicht die Menschen, die einander alle gleich seien, mit den Tieren, die er jagt. Mrs. Betjeman, eine fromme Christin, entgegnet, sie unterscheide die Menschen in zwei Gruppen – Aufrichtige und Sünder. Sie begründet dies damit, dass ihr Ehemann, von dem sie für drei Jahre getrennt war und den sie in Fort Morgan treffen will, ein ehemaliger Wander-Chautauqua sei, der sich mit Moral und Spiritualität beschäftigte. René hingegen findet, dass sich Menschen je nach ihren individuellen Erfahrungen entwickeln. Er führt an, in den drei Jahren der Trennung könnte sich der Begriff von Liebe für Mr. Betjeman geändert haben, je nachdem, ob er in der Zeit fremdgegangen sei oder nicht. Mrs. Betjeman erleidet vor Aufregung einen Schwächeanfall, weshalb René den Kutscher zum Anhalten auffordert – doch dieser fährt unbeirrt weiter. Laut Thigpen gilt die strikte Anweisung, bis zur Ankunft am Zielort nicht anzuhalten. Der Ire singt ein melancholisches Lied und kann die Frau so beruhigen. Anschließend geben sich Thigpen und Clarence als Kopfgeldjäger zu erkennen. Während Thigpen stets die Gesuchten in Gespräche verwickelt und so ablenkt, ist sein Partner der Vollstrecker, welcher die Gesuchten ausschaltet. In einem Hotel in Fort Morgan angekommen, holen die Kopfgeldjäger ihre Beute vom Dach und bringen sie unter den entsetzten Augen der anderen ins Gebäude.

Produktion Stab und Aufbau mini|Tim Blake Nelson spielt in der Titelrolle Buster Scruggs Regie führten Ethan und Joel Coen. Die Brüder waren bislang schon 14-mal für einen Oscar nominiert. Im Jahr 2008 wurde No Country for Old Men als bester Film ausgezeichnet, die Brüder für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch. Ursprünglich war The Ballad of Buster Scruggs als sechsteilige Serie gestaltet, letztlich ist allerdings ein Film daraus geworden, der jedoch die anthologische Struktur der Serie beibehält, sodass er aus sechs separaten Geschichten im Wilden Westen besteht und durch die titelgebende Hauptfigur, Tim Blake Nelson als Buster Scruggs, zusammengehalten wird.https://www.moviejones.de/news/news-coens-western-neue-details-zu-the-ballad-of-buster-scruggs_33234.html Der Film ist in die oben aufgeführten sechs Handlungsstränge gegliedert.

Die Handlung des Teils All Gold Canyon entspricht der Kurzgeschichte All Gold Canyon von Jack London, die 1906 in dessen Werk Moon-Face & Other Stories erschien.