mini|Luftschutzbunker mini|Zugang zum Luftschutzbunker mini|Ein Zugang zum Luftschutzbunker des Ruderbootvereins Ister Die Befestigungsanlage Am Winterhafen in Linz im Ortsteil Lustenau ist Teil von Schutzanlagen vor Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg. Diese wurden in den Deich zwischen Winterhafen und Donau eingebaut. Der zentral sichtbare Bunker am Beginn des Winterhafens ist ein Luftschutzbunker und die ganze Anlage ist denkmalgeschützt (). Die Anlage besteht aus einem Luftschutzbunker, mehreren Treibstoff- und Schmierölbunkern, Werkstätten sowie Bewachungseinrichtungen (Gebäude) der ehemaligen Donauflottille.Umfasst gemäß der Verordnung des Bundesdenkmalamtes vom 15. Oktober 2009 betreffend die Statutarstadt Linz in Oberösterreich (Linz 2), § 1, die EZ 1995, GSt 1423/10 (Luftschutzbunker) und gemäß § 1 der Verordnung („2. Nachtragsverordnung“) des Bundesdenkmalamtes vom 15. Dezember 2009, betreffend die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Vorarlberg, Wien, die Befestigungsanlage, Gebäude und Bunker der ehemaligen Donauflottille, EZ 141, mit der Adresse Am Winterhafen 21 (GSt 1423/9) und 27 (1423/7), die GSt 1423/1 und 1423/8 (Gebäude ohne Hausnummer). Die Geschichte dieser Befestigungsanlagen in Linz ist noch weitgehend unerforscht und es wurde nur wenig hierzu publiziert.

Lage Der Winterhafen und die Befestigungsanlage befindet sich in einem ehemaligen Seitenarm südlich der DonauKünftige Nutzung und Gestaltung des Winterhafen-Areals, Presseaussendung des Magistrats der Landeshauptstadt Linz vom 24. September 2014., knapp unterhalb der VÖEST-Brücke, und ist Teil des Hafenviertels des Stadtteils Lustenau der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Der Winterhafen hat eine Länge von rund einem Kilometer und eine Breite von zwischen etwa 60 und 150 Metern. Gesamt etwa 6,5 Hektar Wasserfläche. Die Befestigungsanlagen sind zum Winterhafen ausgerichtet und auf die ganze Länge zwischen der Donau und dem Hafenbecken des Winterarms verteilt.

Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Regulierung der Donau der Winterhafen weitgehend in seiner heutigen Form geschaffen, um die Donauschiffe vor Eis zu schützen. Sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg war der Winterhafen ein Marinestützpunkt. Die heute noch sichtbaren Befestigungsanlagen wurden im Zweiten Weltkrieg errichtet. Zum Bau der Befestigungsanlagen wurden auch bestehende Gebäude abgerissen. Inwieweit Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für den Bau eingesetzt wurden, wurde noch nicht vertieft untersucht. Es wurden solche zum Bau anderen Befestigungsanlagen in Linz nachweislich gezwungen.Als Außenlager des KZ-Mauthausen bestand seit 1944 das Lager Linz II mit einem Höchststand an Häftlingen von 285 Personen, die vor allem für den Stollenbau eingesetzt wurden (Die Außenlager des KZ-Mauthausen, Webseite des Mauthausen Komitee Österreich). Das Lager II befand sich im Märzenkeller unter dem Bauernberg ().Bertrand Perz:

In der 1840 gegründeten Schiffwerft im Winterhafen wurden während des Zweiten Weltkriegs U-Boote, Schnell-, Räum- und Minensuchboote nach deren Überstellung von Nord- und Ostsee für den Einsatz im Schwarzen Meer aus- und aufgerüstet (waffentechnische Einsatzfähigkeit).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Befestigungsanlagen von Ruderklubs und Motorsportvereinen verwendet und unter anderem zu Bootshäusern adaptiert, die heute noch bestehen.

Zweck Diese Befestigungen dienten während des Zweiten Weltkriegs der Lagerung bzw. Verladung von Treibstoffen und Schmiermitteln für die Kriegsschiffe. Hier war der Hauptliegeplatz der Donauflottille, die ein kleiner Teilverband der deutschen Kriegsmarine war. Im Winterhafen war auch ein Teil des Kommandos dieser Einheiten untergebracht: Marine-Standortverwaltung Marine-Baudienststelle Marine-Intendant (Kiel)

Das Kommando selbst, samt Liegeplätzen an der Lände, soll sich in der ehemaligen Marinekaserne an der „Oberen Donaulände“ im Linzer Stadtteil Margarethen befunden haben.

Die Bunker selbst sind als Hochbauanlagen in den Damm integriert und konnten vermutlich wegen eines möglichen Hochwassers der Donau bzw. dem Wasserdruck nicht sehr in den Untergrund vertieft werden. Auf dem Straßenniveau war bis zum Hafenspitz ein Normalspurgleis für die Versorgung der Marineeinrichtungen verlegt.

Luftangriffe der Alliierten auf Linz Die Bunkeranlagen in Linz waren erforderlich, weil es zu mehreren Luftangriffen durch die Alliierten kam. Von Juli 1944 bis 25. April 1945 wurde Linz 22-mal bombardiert. Hauptangriffsziel war dabei das Gelände der Hermann-Göring-Werke in Linz.Christa Kochendörfer: . Trotz der Luftschutzvorkehrungen fanden in Linz durch die Bombenangriffe 1944 und 1945 1679 Menschen den Tod.Oberösterreich 1918 bis 2008, Vom Erzherzogtum zur Zukunftsregion, Geschichtsorte Oberösterreichs, Eine Auswahl markanter Orte der Landesgeschichte, S. 16.

Beispiele: 25. Juli 1944, Angriffe auf Linz (Stahlwerk). 16. Oktober 1944, Angriffsziel Benzolherstellung in Linz. 4., 11. bis 15., 25., 30. November 1944, Angriffsziel Benzolherstellung in Linz (485 BGEine Bombardment Group bzw. Bomb Group (BG) war eine Gruppe von Bombern der United States Army Air Forces (USAAF). und 32 BSBomber Squadron.). 16. Dezember 1944, Angriffsziel Benzolherstellung in Linz. 8. Januar 1945, Angriffe auf Linz (South Main Marshalling Yard). 20. Januar 1945, Angriffe auf Linz (464 BG). 17. Februar 1945, Angriffsziel Benzolherstellung in Linz (32 BS). 25. Februar 1945, Angriffe auf Linz und die Benzolherstellung (North Main Marshalling Yard, 485 BG). 31. März 1945, Angriffe auf Linz (North Main Marshalling Yard). 25. April 1945, Angriffe auf Linz (464 BG) und letzter schwerer Bombenangriff mit Flugzeugen auf Österreich. Am 4. Mai 1945 wird Linz von der Nazidiktatur befreit. Aus diesem Grund befinden sich diese Vielzahl an Stollen- und Bunkeranlagen in Linz, die als Luftschutzeinrichtungen ab Jahresbeginn 1944 ausgebaut wurden. Zum Teil wurden dafür vorhandene Kelleranlagen genutzt. Sie boten mehr als 20.000 Menschen Schutz bei Flieger-Bombardements.

Bekannte Stollenanlagen in Linz sind z. B.:Ernst Kollros: Der Linzer „Führerbunker“. Düsteres Relikt urbaner Zeitgeschichte. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 2012, S. 67, Cembrankeller, Verbindung Cembrankeller, Kapuzinerkeller (in der Kapuzinerstraße, gegenüber Steingasse), MärzenkellerIm Märzenkeller war auch ein Teil der Linzer Luftschutzpolizei untergebracht., Verbindung Märzenkeller, LimonikellerIn einem separaten Teil dieser Anlage waren Befehlsstellen für die Gauleitung, Partei (NSDAP), Polizei und Stadtverwaltung., Sandgassenstollen, Aktien(brau)keller, Jungbauernstollen, Lasingerkeller, Rudolfkeller, Tanklager Margarethen, Turmlager Pöstlingberg, Keller Schweitzerhausgasse, Kapuzinerkeller (unterhalb des Kapuzinerklosters), Kellereien in der Kellergasse, Zentralkeller, Lasingerkeller, Waldkeller und der Schlossbergstollen. Die kilometerlangen unterirdischen Verbindungsgänge zwischen den riesigen Hallenkomplexen der Hermann-Göring-Werke (heute: Voestalpine) sind als Luftschutzstollen ausgebaut bzw. verstärkt. Bekannte Bunkeranlagen sind: Bunkeranlage Andreas-Hofer-Platz (Kapazität: 1120 Personen), der heutige Bernaschek-Platz (420 Personen), Hochbunker Hermann-Göring-Werke (Voestalpine), Hochbunker Hermann-Göring-Werke (Sportplatz Voestalpine).

Die Stollenanlagen waren teilweise bereits zuvor bestehende umfangreiche Wein-, Bier- und Eiskeller, die während der Kriegsjahre ab 1944 zu einem umfangreichen Stollensystem ausgebaut und durch Stollengänge miteinander verbunden wurden.

Literatur Marcello La Speranza: Brisante Architektur. Ares Verlag, Graz 2016, ISBN 978-3-902732-40-8. Michael Ellenbogen: Gigantische Visionen:Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus. Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 978-3-902475-25-1. Fritz Mayrhofer, Walter Schuster: Nationalsozialismus in Linz. Linz 2001, ISBN 3-900388-81-4.

Weblinks

Einzelnachweise

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