Jovana Reisinger (* 1989 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin, Filmemacherin, Schauspielerin und bildende Künstlerin.
Leben Jovana Reisinger wuchs in einem Dorf in Österreich als Tochter eines österreichischen Gastronomen und einer deutschen Mutter auf. Sie studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule München (Bachelor of Arts 2012), Drehbuch an der Hochschule für Fernsehen und Film München (Diplom 2017), sowie Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München (Diplom 2025). Reisinger drehte diverse Kurzfilme, die international in Ausstellungen gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet wurden, außerdem Musikvideos für International Music, Nalan381, Pollyester und Das weiße Pferd und veröffentlichte ihren ersten Langfilm 2025. Im Jahr 2017 veröffentlichte sie ihren Debütroman Still halten im Verbrecher Verlag, 2021 ihren zweiten Roman Spitzenreiterinnen ebenfalls im Verbrecher Verlag, 2022 den essayistischen Roman Enjoy Schatz im Korbinian Verlag, 2024 den Essay Pleasure im Ullstein Verlag.
Inszenierungen des Romans Spitzenreiterinnen wurden 2023 am Staatstheater Kassel (Uraufführung) und am Residenztheater München aufgeführt, bei letzterer Inszenierung war Reisinger auch Co-Autorin der Textfassung. Ebenfalls als Co-Autorin tätig war sie bei der Dramatisierung ihres Romans Enjoy Schatz, der 2024 an der Schaubühne uraufgeführt wurde. In dieser Inszenierung (Regie: Sarah Kohm), spielt sie die Hauptrolle. 2026 wurde Enjoy Schatz von den Münchner Kammerspiele gekauft. Kohm und Reisinger haben hierfür eine neue Fassung erarbeitet. Auch in dieser Inszenierung spielt sie die Hauptrolle.
2020–2023 schrieb sie die Menstruations-Kolumne Bleeding Love für Vogue, von 2023 bis 2025 Die Single-Kolumne für die FAZ.
Ihre Filmreihe pretty pretty mad sad wurde 2018 im Kunstverein München, 2019 im yi:project space Peking, im Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig und 2020 in der Kunsthalle Osnabrück ausgestellt. In der Kunsthalle Osnabrück realisierte sie 2020 ihre erste institutionelle Einzelausstellung Men in Trouble,Men in Trouble die sowohl als Installation begehbar als auch Drehort / Spielstätte ihrer Talkshow-Serie Men in Trouble war (30. August 2020 – 14. Februar 2021). Diese Arbeit wurde zusätzlich in Hellerau (2021), beim Spielart Theater Festival München (2021) und Schäxpir Festival (2023) in Linz gezeigt. Ihr Hybridfilm Beauty is Life wurde erstmalig auf Nowness international präsentiert und wurde ihre erste internationale Messearbeit im Zuge der Parallel Vienna 2021.
Reisingers Buch Pleasure (2024) ist als Manifest verfasst, das Mode, Essen und Schlaf als zentrale Elemente des Genusses und der Selbstdarstellung identifiziert. Reisinger betont darin die politische Dimension dieser Themen, indem sie zeigt, wie Klassismus durch solche alltäglichen Aktivitäten hindurch wirkt. Ihr Buch plädiert für Hingabe und Genuss als Gegenentwurf zu neoliberalen Leistungsidealen und aktuellen Trends wie der Abnehmspritze Ozempic und berührt auch ernste Themen wie Gewalt gegen Frauen in scheinbar sicheren Räumen.
Sie ist Mitgründerin des PEN Berlin. Reisinger ist geschieden.
Sie arbeitet als freie Autorin und Essayistin für Medien wie Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Missy Magazine, Science Notes, Delfi, Das Wetter, Playboy, taz, Tagesspiegel.
Ihr erster Langspielfilm und HFF Abschlussfilm Unterwegs im Namen der Kaiserin (maze pictures in Coproduktion mit HFF München, ZDF Kleines Fernsehspiel, gefördert durch den FFF Bayern) feierte im Zuge des 42. Filmfest München seine Weltpremiere und erhielt den Grimme Preis 2026 in der Kategorie Fiktion.
Jovana Reisinger wurde von Mara Delius zur Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 mit ihrem Text Die Rosen blühen, die Sonne scheint, die Erde dreht sich, nur Maria ist unglücklich eingeladen.
Ehrungen und Auszeichnungen mini|Jovana Reisinger erhält den Bayerischen Kunstförderpreis 2023 aus den Händen von Markus Blume 2017: ZONTA-Preis der Festspielleitung der Oberhausener Kurzfilmtage für den Kurzfilm pretty boyz don’t die. 2018: Bayern 2-Wortspiele-Preis für den Roman Still halten. 2018: Starter Filmpreis der Stadt München für den Film pretty girls don’t lie. 2018: Aufenthaltsstipendium Literarisches Colloquium Berlin 2019: Aufenthaltsstipendium Goethe-Institut Peking 2020: Katja-Eichinger-Drehbuchstipendium 2021: Nominierung Bayerischer Buchpreis in der Kategorie Belletristik für Spitzenreiterinnen 2022: Arbeitsstipendium für Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Freistaats Bayern 2022: Arbeitsstipendium für Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Landeshauptstadt München 2022 2023: Bayerischer Kunstförderpreis 2026: Grimme-Preis Spezial in der Kategorie Fiktion für Unterwegs im Namen der Kaiserin 2026: Nominierung zum Ingeborg-Bachmann-Preis
Veröffentlichungen Donna Euro is poisoned by rich men in need. Melville Brand Design, München 2016. Still halten. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-273-9. Spitzenreiterinnen. Verbrecher Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95732-472-6. Enjoy Schatz. Korbinian Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-9824602-2-2. Menstruation. Reclam Verlag, 2023, ISBN 978-3-15-020707-9. Pleasure. Ullstein Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-98816-014-0.
Beitrag in einer Anthologie
Das Patriarchat muss brennen. In: Frei leben! Frauen der Boheme 1890 – 1920, Verbrecher Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-95732-546-4. Fuck me ’til I don’t exist. In: Unter Frauen. Rowohlt Verlag, Hamburg 2024, ISBN 978-3-498-00698-3. Eine Entschuldigung fürs Mann sein. In: Das Pen!smuseum. Leykam Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-7011-8355-5. Alles hat ein Ende. In: Sorry Vienna. Sorry Press, München 2025, ISBN 978-3-9102-6525-7 Gehst du schon? In: Die Damentoilette. Park x Ullstein, Berlin 2026, ISBN 978-3-9881-6086-7
Filmografie 2016: Resolut (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2016: pretty boyz don’t die (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2018: Squash (Drehbuch, Kurzfilm) 2017: pretty girls don’t lie (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2018: mad girls don’t cry (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2018: sad boyz get high (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2019: WENDY (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2020: Beauty is Life (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2020: Die klaffende Wunde (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2020–2021: Men in Trouble (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2022: Unterwegs im Namen der Kaiserin Prequel (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2023: Aphrodisiac Snack Show (A.S.S.) (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2023: Guilty Pleasure (Regie und Drehbuch, Kurzfilm) 2025: Unterwegs im Namen der Kaiserin (Regie, Drehbuch, Casting, Langfilm)
Ausstellungen
2018: pretty pretty mad sad, Kunstverein München, Einzelausstellung 2019: pretty pretty mad sad, yi:project space, Peking, Einzelausstellung 2019: buddhist youth, Goethe Institut Peking, Gruppenausstellung 2019: pretty pretty mad sad, Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig, Einzelausstellung 2020–2021: Men in Trouble, Kunsthalle Osnabrück, Einzelausstellung 2021: Beauty is Life, Installation bei Parallel Vienna 2021: Men in Trouble, Installation Spielart Festival München, Einzelausstellung 2023: Aprhodisiac Snack Show, Lothringer13 München, Gruppenausstellung 2023: Men in Trouble, Installation SCHÄXPIR Festival Linz, Einzelausstellung
Theater als Schauspielerin
2024: Enjoy Schatz, Regie: Sarah Kohm, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2026: Enjoy Schatz, Regie: Sarah Kohm, Münchner Kammerspiele, München
Weblinks
Homepage von Jovana Reisinger (leitet weiter auf einen Instagram-Account)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1989 Kategorie:Frau