mini|300px|Markt Bibart, Blick auf das Dorf

Markt Bibart (fränkisch: BiewatW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 12. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bīwatʰ“.) ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie Geografische Lage Markt Bibart liegt im Steigerwald zwischen Kitzingen im Nordwesten und Neustadt an der Aisch im Südosten an der Bibart. Der Fränkische Marienweg führt durch den Ort.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberscheinfeld, Scheinfeld, Sugenheim, Iphofen und Markt Einersheim.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Altenspeckfeld (Weiler) Altmannshausen (Pfarrdorf) Enzlar (Weiler) Fuchsau (Siedlung) Markt Bibart (Hauptort) Ziegenbach (Kirchdorf)

Die einstigen Einöden Untere Mühle und Ziegelhütte sind seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Gemeindeteil Markt Bibart aufgegangen, die ursprünglichen Gebäude wurden mittlerweile abgerissen. Der Ortsname Ziegelhütte hat sich auf die neu errichteten Wohngebäude übertragen. Die Einöde Josephshof ist eine Wüstung in der Gemarkung Ziegenbach.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Altmannshausen, Markt Bibart und Ziegenbach. Die Gemarkung Markt Bibart hat eine Fläche von 14,601 km². Sie ist in 1776 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8221,17 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Fuchsau.

Geschichte Ortsname Der Ort wurde 816 als „Bibaroth“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Grundwort ōdi (ahd. für Einöde, Wüste) und Bestimmungswort bibar (ahd. für Biber) ist. Der Flurname bezeichnet also eine öde Gegend, in der auffällig viele Biber vorzufinden waren.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 139. Diese Ersterwähnung findet sich in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Megingaudshausen. Erwogen wurde auch (aufgrund von angeblich seit dem Mittelalter belegten Schreibweisen als „Biberah“ und „Byberach“ sowie „Biberach“Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 71.) die Ableitung des Ortsnamens von ach (Ache) mit Anlehnung der zweiten Silbe an den Personennamenbestandteil -bert.Christoph Beck: Die Ortsnamen des Aischtales und der Nachbartäler. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1926, S. 44. 1457 begegnet dann die Bezeichnung Markt, die in der mundartlichen Aussprache (bīwətʰ) jedoch keine Berücksichtigung findet.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 12 ff.

Bis zum 19. Jahrhundert Bibart gehörte über Jahrhunderte zum Hochstift Würzburg und war Sitz eines Amtes. Bibart lag im Fränkischen Reichskreis und gehörte zur Grafschaft Limburg-Speckfeld. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Markt Bibart ab Herbst 1631 von schwedischen Kleinverbänden geplündert.M. Döller: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 234 f. 1803 fiel der Ort mit der Säkularisation des Hochstifts Würzburg an das Herzogtum Bayern.

Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Bibart gebildet, zu dem Altenspeckfeld, Altmannshausen, Enzlar, Untere Mühle und Ziegelhütte gehörten. Wenig später entstand die Munizipalgemeinde Markt Bibart, zu der Untere Mühle und Ziegelhütte gehörten. Die Gemeinde unterstand in Gerichtsbarkeit und Verwaltung dem Landgericht Markt Bibart und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Ab 1862 war das Bezirksamt Scheinfeld für die Verwaltung zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1879 das Rentamt Markt Bibart für die Finanzverwaltung (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde auf dem Gemeindegebiet ein Lager des Reichsarbeitsdienstes errichtet, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingslager genutzt wurde. Seit 1961 trägt die Siedlung den Namen Fuchsau und ist ein amtlich benannter Gemeindeteil von Markt Bibart.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 50. Am 2. Februar 1963 wurde der Gemeindename Bibart amtlich in Markt Bibart geändert. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 14,614 km².

Religionen Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Es existiert außerdem eine evangelisch-lutherische Pfarrei.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Ziegenbach und am 1. Januar 1976 die Gemeinde Altmannshausen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1850 auf 1880 um 30 Einwohner beziehungsweise um 1,6 %.

Gemeinde Markt Bibart Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2014 2021Einwohner 618 633 652 620 691 686 692 721 694 672 692 696 726 702 754 755 752 986 2162 1747 1243 1496 1852 1939 1820 1884HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2021 als Wohngebäude. 110 117 130 125 121 124 135 154 196 470 590 605Quelle

Ort Markt Bibart Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 618 621 620 671 678 684 739 1737 1216 1472 1429 1488Häuser 110 114 123 122 132 151 190 354 Quelle

Politik mini|Nordostansicht Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat zwölf Mitglieder. CSU 6 Sitze UWG. 3 Sitze SPD 3 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld.

Wappen und Flagge Markt Bibart führt seit dem 15. Jahrhundert ein Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die alte katholische Pfarrkirche St. Marien ist ein Paradebeispiel des nachgotischen Echterstils.

Die Befestigung des Ortes aus dem Mittelalter hat sich kaum erhalten.

Der Aussichtsturm Hüßberg, ein etwa 21 Meter. Auf steigerwald-info.de, abgerufen am 4. Mai 2022. hoher hölzerner AussichtsturmAussichtsturm Markt Bibart auf weinwanderwelt.de auf der südlich von Markt Bibart an der Gemeindegrenze zu Neundorf (Sugenheim) gelegenen Hüßbachleite (), einem östlichen Ausläufer des hohen Hüßbergs.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Das EGGER Spanplattenwerk in Fuchsau produziert mit etwa 170 Mitarbeitern über 500.000 m³ Spanplatten jährlich.http://www.rauchspan.de/unternehmen/daten-fakten.html

Bildung Die Grund- und Teilhauptschule I wurde in Markt Bibart zum Schuljahr 2004/2005 aufgelöst. Seitdem besitzt Markt Bibart nur noch eine einzügige Grundschule (Grundschule Markt Bibart).

Verkehr Markt Bibart gehört dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) an und hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg. Er wird stündlich von der Regionalexpresslinie RE 10 (Würzburg–Nürnberg) bedient. In seiner Nähe befindet sich auch ein Unterwerk. Das Umland ist durch mehrere Buslinien erschlossen, die ebenfalls zum VGN-Netz gehören. Sie verkehren jedoch außerhalb der Spitzenzeiten und am Wochenende nicht.

Markt Bibart wird von der Bundesstraße 8 tangiert, die nach Oberlaimbach (3,1 km östlich) bzw. an Altmannshausen vorbei nach Enzlar führt (5,1 km nordwestlich). Dort mündet die Bundesstraße 286 in die B 8. Die Staatsstraße 2263 führt zur Staatsstraße 2421 bei Scheinfeld (2,6 km nordwestlich). Die Staatsstraße 2253 führt an Fuchsau und Hürfeld vorbei zur Staatsstraße 2256 bei Sugenheim (4,4 km südlich).

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Franziska von Fritsch (1828–1904), Schriftstellerin Herman Haupt (1854–1935), Landes- und Kirchenhistoriker, Bibliothekar Franz Kochseder (* 1947), Künstler, in Altmannshausen geboren Georg Ludwig Leuchsner (1578–1632), Jurist, Rechtsanwalt in Nürnberg, Geheimer Regierungsrat in Neustadt an der Aisch Hildegard Simon (* 1954), Politikerin

Mit dem Markt verbundene Personen Franz Anton Jäger (1765–1835), von 1805 bis 1821 Pfarrer im Ort

Literatur

Weblinks

Markt Bibart

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Ersterwähnung 816

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim