mini|Sepp Hochreiter (2025) Josef „Sepp“ Hochreiter (* 14. Februar 1967 in Mühldorf am Inn, BayernÖsterreichische Computer Gesellschaft: Die neuen Vorstände der OCG. Abgerufen am 20. Juli 2018.) ist ein deutscher Informatiker und Universitätsprofessor. Er leitet an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) das Institute for Machine Learning und das Labor für Artificial Intelligence (AI LAB). Seit Februar 2024 ist er zusätzlich Chief Scientist bei NXAI.NXAI
Leben Hochreiter wuchs auf einem Bauernhof in der Nähe von Mühldorf am Inn in Bayern auf. Ursprünglich sollte er den Bauernhof übernehmen. Ab 1979 besuchte er den wirtschaftlichen Zweig der Realschule in Altötting, 1983 wechselte er zur Fachrichtung Technik an der Altöttinger Fachoberschule. 1985 begann er ein Informatikstudium an der Fachhochschule in München. Nach dem Vordiplom 1986 wechselte er an die Technische Universität München, an der er das Informatikstudium fortsetzte. Parallel dazu studierte er Mathematik an der Fernuniversität Hagen. 1991 schrieb er seine Diplomarbeit mit dem Titel Untersuchungen zu dynamischen neuronalen Netzen bei Jürgen Schmidhuber, in der er die Idee eines neuronalen Langzeitspeichers formulierte.Josef Hochreiter: Untersuchungen zu dynamischen neuronalen Netzen. Diplomarbeit 1991, abgerufen am 20. Juli 2018."Was? Der Hochreiter ist im Haus?" | Science.apa.at. Abgerufen am 20. Juli 2018. Nach Abschluss des Studiums war er zwei Jahre bei der Allianz AG beschäftigt. 1994 begann er ein Doktoratsstudium an der Technischen Universität München, an der er 1999 zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Sein Doktorvater war Wilfried Brauer.
1997 veröffentlichte er gemeinsam mit Jürgen Schmidhuber eine Arbeit über Long short-term memory (LSTM).Sepp Hochreiter, Jürgen Schmidhuber: Long Short-Term Memory. In: Neural Computation. 9, 1997, S. 1735, . 1999 ging er als Postdoktorand an die University of Colorado Boulder zu Michael C. Mozer. 2001 wechselte er als wissenschaftlicher Assistent an die Neural Information Processing Group der Technischen Universität Berlin, an der er im Sonderforschungsbereich Theoretische Biologie die Arbeitsgruppe Analyse molekularbiologischer Daten leitete.
2006 wurde er als Professor für Bioinformatik an die Universität Linz berufen. Er leitet das Institut für Machine Learning an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der JKU, an der er das Bachelorstudium Bioinformatik in Kooperation mit der Südböhmischen Universität in Budweis sowie das Masterstudium Bioinformatik einführte. Außerdem wurde er 2006 Vorstandsmitglied der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG).AI-Pionier: „Würde es wirklich intelligente KIs geben, die würden sofort die Erde verlassen“. Artikel vom 30. April 2018, abgerufen am 20. Juli 2018. 2017 wurde er mit dem Aufbau und der Leitung des Labors für Artificial Intelligence (AI LAB) am Linz Institute of Technology (LIT) der Kepler-Uni betraut.Wiener Zeitung: Abwerbeversuche abgewehrt. Artikel vom 18. August 2017, abgerufen am 20. Juli 2018.Prof. Sepp Hochreiter entscheidet sich für Zukunft an der JKU. Artikel vom 18. August 2017, abgerufen am 20. Juli 2018.Oberösterreichische Nachrichten: JKU kämpft gegen Verlust eines Spitzenforschers. Artikel vom 19. April 2017, abgerufen am 20. Juli 2018.Trend: KI-Pionier Hochereiter: Allgemeinbildung für künstliche Intelligenz. Trend, Ausgabe 43/2018.
Im Februar 2019 wurde die Gründung des Institute of Advanced Research in Artificial Intelligence (IARAI) bekanntgegeben. Geschäftsführer des Instituts mit Standorten in Linz, Wien und Zürich wurden neben Sepp Hochreiter der Physiker David Kreil sowie der Mathematiker Michael Kopp von Here Technologies.Here finanziert Institut für KI in Wien, Linz und Zürich. Artikel vom 14. Februar 2019, abgerufen am 23. Februar 2019.Österreich soll Hochburg der künstlichen Intelligenz werden. Artikel vom 14. Februar 2019, abgerufen am 23. Februar 2019. Vom Wissenschaftsfonds FWF wurde 2024 das Exzellenzcluster Bilaterale KI zu Künstlicher Intelligenz unter der Leitung von Hochreiter bewilligt.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen verschiedene Verfahren des Maschinellen Lernens, unter anderem Deep Learning, Bestärkendes Lernen (Reinforcement Learning) und Representational Learning sowie Biclustering, Matrix-Faktorisierung und statistische Verfahren. Außerdem beschäftigt er sich mit Data-Mining und Computerlinguistik (Natural Language Processing).JKU Linz: Sepp Hochreiter. Abgerufen am 20. Juli 2018.. Abgerufen am 20. Juli 2018. Zu seinen Doktoranden zählt Günter Klambauer.
2023 kündigte Hochreiter xLSTM an. 2024 veröffentlichte er die Architektur. xLSTM ist eine neue Architektur für rekurrente neuronale Netze, die auf den Ideen des ursprünglichen LSTM basiert. Durch Exponential Gating mit geeigneten Normalisierungs- und Stabilisierungstechniken und einem neuen Matrixspeicher überwindet es die Einschränkungen des ursprünglichen LSTM und zeigt im Vergleich zu Transformatoren oder Zustandsraummodellen eine vielversprechende Leistung bei der Sprachmodellierung.
Publikationen (Auswahl) 1991: Untersuchungen zu dynamischen neuronalen Netzen, Diplomarbeit 1991, TU München (PDF) 1997: Long short-term memory, gemeinsam mit Jürgen Schmidhuber, In: Neural Computation, vol. 9, issue 8, S. 1735–1780, 1997 1999: Generalisierung bei Neuronalen Netzen geringer Komplexität, Dissertation 1999, TU München; Aka-Verlag, Berlin 2001, ISBN 978-3-89838-202-1. 2025: Was kann künstliche Intelligenz? Wird sie Wohlstand für alle schaffen, Krebs heilen und das Klimaproblem lösen?, ecoWing, Elsbethen 2025, ISBN 978-3-7110-0365-2.
Auszeichnungen (Auswahl) 2018: Auszeichnung als Österreicher des Jahres in der Kategorie Forschungdiepresse.com: Mut, Kreativität und Engagement: Die Österreicher des Jahres. Artikel vom 23. Oktober 2018, abgerufen am 23. Oktober 2018. 2019: Oberösterreicher des Jahres 2018 der Oberösterreichischen Nachrichten in der Kategorie Wirtschaft und WissenschaftOberösterreicher des Jahres: Sie haben 2018 das Land geprägt. Artikel vom 19. Jänner 2019, abgerufen am 19. Jänner 2019. 2023: Deutscher KI-Preis in der Sparte Innovation 2024: Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2025: Aufnahme als Mitglied der Sektion Informationswissenschaften in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina 2025: Meinbezirk Regionalitätspreis 2025: Wilhelm-Exner-Medaille 2025: Nominierung für das Wissenschaftsbuch des Jahres in der Kategorie Naturwissenschaft / Technik mit Was kann künstliche Intelligenz? Wird sie Wohlstand für alle schaffen, Krebs heilen und das Klimaproblem lösen? 2026: Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse)
Weblinks
Mitgliedseintrag von Sepp Hochreiter bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Sepp Hochreiter auf der Website der Johannes Kepler Universität Linz Sepp Hochreiter im LinzWiki Sepp Hochreiter LinkedIn
Einzelnachweise
Kategorie:Informatiker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Linz) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Absolvent der Technischen Universität München Kategorie:Person (Fernuniversität in Hagen) Kategorie:Person (Künstliche Intelligenz) Kategorie:Österreicher des Jahres Kategorie:Person (Allianz SE) Kategorie:Träger der Wilhelm-Exner-Medaille Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann