Die Liste der Stolpersteine in der Region Auvergne-Rhône-Alpes enthält die Stolpersteine in der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, die während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers, in dieser Region jedoch vor der Schule, die von den vier Jungen besucht wurde. Es handelte sich um 4 der 44 Kinder von Izieu, die im April 1944 von der Gestapo unter Leitung von Klaus Barbie gefangen genommen und nach Auschwitz deportiert wurden. Sie sind alle, ebenso wie sechs ihrer Erzieher, vom NS-Regime ermordet worden.
Die ersten Verlegungen in dieser Region erfolgten in der Gemeinde Belley am 29. Mai 2017. Die Stolpersteine werden im französischen Sprachbereich zumeist pavés de mémoire genannt, die wörtliche Übersetzung wäre „pierres sur lesquelles on trébuche“.Stadtgemeinde Belley: Des pavés de mémoire en hommage à 4 enfants d’Izieu, abgerufen am 8. Januar 2020
Kinder von Izieu mini|Das Waisenhaus von Izieu
Ab Juni 1943 besuchten vier Jugendliche der Kolonie die weiterführende Schule in Belley. Der Schulleiter Gaston Lavoille hieß sie willkommen und kümmerte sich um ihre Eingliederung in die Klasse.Maison d’Izieu: Die Schule, abgerufen am 8. Januar 2020 Parallel dazu wurde auch eine Schulklasse in Izieu etabliert, geleitet ab 18. Oktober 1943 von der damals 21-jährigen Gabrielle Perrier, später verheiratete Tardy.ledauphine.com: Gabrielle Perrier ou le regret de ne pas avoir été là (Gabrielle Perrier, oder das Bedauern, nicht dort gewesen zu sein) (6. April 2014), abgerufen am 23. Juli 2018
Listen der verlegten Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Belley In Belley wurden vier Stolpersteine verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegort Name, Leben 120px HIER LERNTEMAX-MARCELBALSAMGEBOREN 1931VERHAFTET 6.4.1944GEFANGEN GEHALTEN IN MONTLUC,DRANCYDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET Rue du Promenoir(Hintereingang des Lycée du Bugey) wurde am 15. Mai 1931 in Paris geboren. Seine Eltern waren Salomon Balsam (geboren am 7. Dezember 1893 in Warschau) und Selma, geborene Halberg. Seine Großeltern väterlicherseits waren Moric Balsam und Machla, geborene Aronfeld. Seine Großmutter mütterlicherseits war Tauba Halberg (geboren 1873 in Butschatsch). Er hatte drei Geschwister: Hélène (geboren am 16. Januar 1921), Berthe (geboren 1925) und Jean-Paul (geboren am 6. Juni 1933). Sein Vater wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft verhaftet, am 27. März 1942 mit dem Transport 1 in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 24. April 1942 ermordet.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Salomon Balsam, beruhend auf Memorial to the Jews deported from France 1942-1944, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Salomon Balsam, beruhend auf dem Totenbuch von Auschwitz, abgerufen am 22. Juli 2018 Selma und Berthe Balsam gingen nach Villeurbanne, wo sie in der Rue Henri Rolland wohnten. Großmutter Tauba und die drei anderen Kinder, darunter auch Max-Marcel, gerieten im Februar 1943 in eine Razzia, wurden verhaftet und in das Sammellager Drancy verschleppt. Die Kinder wurden freigelassen. Die Großmutter wurde am 2. März 1943 mit dem Transport 49 nach Auschwitz deportiert.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Tauba Halberg, beruhend auf Memorial to the Jews deported from France 1942-1944, abgerufen am 22. Juli 2018 Die Kinder kamen in ein Kinderheim in der Rue Vauquelin, welches von der Union Générale des Israélites de France (UGIF) betrieben wurde. Sie wollten zu ihrer Mutter nach Villeurbanne. Die beiden Jungen wurden jedoch in die Obhut des Ehepaares Sabine und Miron Zlatin gegeben, die in Izieu ein Kinderheim führten. Jean-Paul wurde dort untergebracht, Max-Marcel kam in eine katholische Schule in Belley, wo er auch wohnte. Die Osterferien verbrachte er in Izieu, da das Internat während der Ferien geschlossen war. Max-Marcel Balsam wurde gemeinsam mit seinem Bruder Jean-Paul Balsam und 42 weiteren Kindern und Jugendlichen am 6. April 1944 in Izieu verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet.Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (AJPN): Max Marcel Balsam, abgerufen am 21. Juli 2018 (mit einer Fotografie der Brüder Max-Marcel und Jean-Paul)
Drei Tage später kamen Hélène und Berthe Balsam in Izieu an um die Brüder zu besuchen. Erst an Ort und Stelle erfuhren sie von den Verhaftungen. 120px HIER LERNTEMAJER-MARCELBULKAGEBOREN 1929 POLENVERHAFTET 6.4.1944GEFANGEN GEHALTEN IN MONTLUC,DRANCYDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET Rue du Promenoir(Hintereingang des Lycée du Bugey) , auch Marcel-Majer Bulka, wurde am 29. September 1930 im polnischen Kalisz geboren.Das angegebene Geburtsjahr auf dem Stein ist unkorrekt. Seine Eltern waren Mosiek-Cham Bulka, genannt Moshe, und Raizel, geborene Moskowitz, auch Roizel (geboren am 4. August 1904 in Kalisz).The Central Database of Shoah Victims’ Names: Moshe Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von Moshe Kuper, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Moshe Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von seiner Nichte Barbara Kuper Marlow.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Raizel Bulka, Gedenkblatt eingereicht von ihrer Nichte Barbara Kuper Marlow, abgerufen am 22. Juli 2018 Seine Großeltern mütterlicherseits waren Benjamin und Tziporah, geborene Neiman.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Benjamin Moskowitz, Gedenkblatt eingereicht von seiner Enkelin Barbara Kuper Marlow, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Tziporah Moskowitz, Gedenkblatt eingereicht von ihrer Enkelin Barbara Kuper Marlow, abgerufen am 22. Juli 2018 Er hatte einen jüngeren Bruder, Albert, geboren am 28. Juni 1939 in Ougrée, Belgien,Mémoire de la Déportation dans l'Ain (1939-1945): Albert BULKA, abgerufen am 12. Januar 2020 der Coco genannt wurde.Antoine Spire: Ces enfants qui nous manquent : Izieu, 6 avril 1944, Paris 1990, S. 89–90Traces of War: Stumbling Stones Rue des Champs 24, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Albert Bulka, beruhend auf der Verfolgtenliste, Service Européen de Recherches (SER – European Search Service) card catalogue from France for searching for relatives, 1940-1946, von H. Moszkowicz, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Albert Bulka, beruhend auf Le Mémorial de la déportation des juifs de France von Béate und Serge Klarsfeld, Paris 1978, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Albert Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von Kokhava Mikhnovski, abgerufen am 22. Juli 2018
Es ist nicht bekannt, wann die Familie von Polen nach Belgien übersiedelte. Nach dem Überfall auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg und der Eroberung Frankreichs durch das NS-Regime wurde die ganze Familie verhaftet und im Camp de Rivesaltes im Süden Frankreichs interniert. Die Söhne konnten das Lager verlassen und fanden Unterschlupf in einem OSE-Projekt in Palavas-les-Flots, geleitet vom Ehepaar Sabine und Miron Zlatin. Die Mutter der beiden Kinder wurde in das Sammellager Drancy überstellt und am 11. September 1942 mit dem Transport 31 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde. Ebenfalls im Jahr 1942 wurden die Großeltern mütterlicherseits, die in Polen geblieben waren, in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort vergast. Der Vater der Kinder wurde am 26. Februar 1943 in das Camp de Gurs interniert und von dort am 2. März 1943 nach Drancy überstellt. Er wurde zwei Tage später mit dem Transport 50 nach Majdanek deportiert und ebenfalls ermordet. mini|hochkant=0.65|Stolperstein in Lüttich Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt übersiedelten die beiden Brüder in das Maison d’Izieu, ebenfalls geführt vom Ehepaar Zlatin. Die neue Unterkunft galt als sicherer und war nahe an der Schweizer Grenze gelegen. Majer-Marcel Bulka wurde in die weiterführende Schule von Belley aufgenommen, wo er im Internat wohnte. Das Internat war während der Ferien geschlossen, auf Grund dessen verbrachte er diese Zeit ebenfalls im Kinderheim in Izieu. Während der Osterferien, am Morgen des 6. April 1944, wurde Majer-Marcel Bulka gemeinsam mit seinem Bruder Albert Bulka und 42 weiteren Kinder dort verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Marcel Bulka, beruhend auf Le Mémorial de la déportation des juifs de France von Béate und Serge Klarsfeld, Paris 1978, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Majer Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von Kokhava Mikhnovski, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Meir Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von Moshe Kuper, abgerufen am 22. Juli 2018The Central Database of Shoah Victims’ Names: Meyer Bulka, beruhend auf einem Gedenkblatt, eingereicht von seiner Cousine Barbara Kuper Marlow, abgerufen am 22. Juli 2018Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (AJPN): Albert Bulka, abgerufen am 12. Januar 2020The Holocaust History Project: FRENCH CHILDREN OF THE HOLOCAUST, abgerufen am 13. Januar 2020