The Five(ish) Doctors Reboot ist ein parodistischer Comedy-Kurzfilm von Peter Davison und eine Hommage an die britische Kult-Science-Fiction-Familienserie Doctor Who anlässlich des 50. Jahrestages ihrer Erstausstrahlung am 23. November 1963. Der Kurzfilm wurde am 23. November 2013 unmittelbar im Anschluss an die Ausstrahlung des Jubiläums-Spielfilms Der Tag des Doktors auf BBC Red Button (BBC-Mediathek/-Teletext) veröffentlicht.
Der Titel des Kurzfilms bezieht sich auf die Doctor-Who-Sonderfolge Die fünf Doktoren (The Five Doctors), ausgestrahlt zum 20. Jubiläum der Serie am 25. November 1983. Darin trafen die ersten fünf Doktoren aufeinander (Peter Davison – 5; Tom Baker – 4; John Pertwee – 3; Patrick Troughton – 2; Richard Hurndall stellvertretend für den 1975 verstorbenen William Hartnell – 1). In The Five(ish) Doctors Reboot verkörpern dagegen die fünf späteren Doktor-Darsteller Peter Davison (5), Colin Baker (6), Sylvester McCoy (7) Paul McGann (8) und David Tennant (10) selbstironisch überzeichnete Parodien ihrer selbst. Bindeglied der beiden Filme ist Peter Davison, der zu letzterem das Drehbuch schrieb und Regie führte und dessen Figur im Kurzfilm die übrigen Doktor-Darsteller zusammentrommelt.
Hintergrund Idee und Produktion Im Jubiläumsjahr 2013 erschien eine ganze Reihe von Sondersendungen, Büchern, Hörbüchern, Dokumentationen, Animations- und Spielfilmen rund um das Thema Doctor Who. Zentrales Element war ein in 3D gedrehter und international (in über 80 Ländern) am selben Tag gezeigter Kinofilm, Der Tag des Doktors. In der 50-jährigen Geschichte der Serie gab es zuvor bereits einige Sonderfolgen, in denen ehemalige und aktuelle Hauptfiguren aufeinandertrafen und besondere Abenteuer erlebten. So wurde schon einige Jahre vor der Ausstrahlung von Der Tag des Doktors in Fangemeinschaft und Medien spekuliert, wer wohl im Jubiläumsfilm 2013 zu sehen sein werde. Letztlich beschränkte sich der Spielfilm auf Figuren der neuen Ära (seit 2005; unter den Showrunnern Russell T Davies und ab 2011 Steven Moffat). Nach einer Absage des Charakterdarstellers Christopher Eccleston (Neunter Doktor, 2005) schrieb Moffat eine neue Rolle (den Kriegsdoktor – John Hurt) hinzu, die in der Chronologie zwischen dem achten (Paul McGann, 1996) und neunten Doktor angesiedelt ist.
Die vergebliche Hoffnung vieler Fans, im Jubiläumsfilm einige Figuren aus der klassischen (alten) Serie wiederzusehen, mündete in die Idee zu einem Comedy-Special mit eben jenen Darstellern. Auf einer Convention mehrere Jahre vor dem Jubiläum antwortete Peter Davison auf die Frage eines Fans scherzhaft, wenn er keine Rolle im Special erhielte, müsse er wohl sein eigenes schreiben. Diese Antwort verbreitete sich unter den internationalen Fans wie ein Lauffeuer und wurde auf folgenden Conventions bereits verzerrt wie eine offizielle Ankündigung aufgefasst. In der Folge plante Davison tatsächlich ein mehrminütiges Video und lud seine Kollegen Colin Baker, Sylvester McCoy und Paul McGann zur Mitgestaltung ein. McCoy konnte erst nur unter Vorbehalt zusagen, da er zeitgleich am Set von Peter Jacksons Der Hobbit in Neuseeland erwartet wurde. Dieser Umstand und McCoys kindlicher Stolz über die Mitwirkung an dem gigantischen Filmprojekt fand anschließend scherzhaft Eingang in Davisons Drehbuch. Davison schrieb zudem Jackson per Mail eine Anfrage, ob er am Special mitwirken wolle – in der festen Annahme, der begehrte Regisseur werde definitiv absagen. Nur zwei Minuten später erhielt er eine Rückmeldung mit Jacksons überschwänglicher Zusage und darüber hinaus mit dem für Davison unglaublichen Angebot, auch den legendären Sir Ian McKellen (Gandalf) ins Boot zu holen. Das Script wuchs schrittweise vom fünf- zum knapp 30-minütigen Kurzfilm. Auch der derzeitige Showrunner Steven Moffat sagte zu, der ihm von Davison zugesandte Scriptentwurf landete aber zunächst auf einem anderen Schreibtisch der Produktionsleitung von BBC Wales. Dort gefielen seine Ideen derart, dass Davison von offizieller Seite ein Kamerateam und ein kleines Budget von 25.000 Pfund für seinen Kurzfilm zur Verfügung gestellt wurden. Dies reichte für eine Handvoll Bühnenbilder/Requisiten und die logistische Planung des Films. Davisons älteste Tochter Georgia Tennant, welche sich zur Produktion des Films bereit erklärt hatte, berichtete ihrem Vater Davison einige Zeit darauf, der befreundete John Barrowman sei ebenfalls enttäuscht, als ehemaliger Begleiter des Doktors Captain Jack Harkness keine Rolle im Jubiläumsspecial erhalten zu haben. Innerhalb kürzester Zeit konnte sich Davison so auch Barrowmans Mitwirkung am Kurzfilm sichern.Peter Davison – How Doctor Who fans saved „The Five(ish) Doctors Reboot“. Hochgeladen auf YouTube von Taminar1 am 22. Februar 2016. Abgerufen am 14. Juli 2018.
Immer mehr beliebte Darsteller der alten und neuen Serie kamen hinzu. Drehbuchautor Davison hatte 1981–1984, in einer Minisode 2007 und in diversen Hörspielen den fünften Doktor gespielt und übernahm als solcher auch eine der Hauptrollen in seinem Satirefilm. Letztlich übernahm er für sein Filmprojekt auch die Regie. Weitere Hauptrollen übernahmen die früheren Darsteller des sechsten (Colin Baker) und siebten Doktors (Sylvester McCoy), kürzere Auftritte haben zudem die Darsteller des achten (Paul McGann), zehnten (David Tennant) und elften Doktors (Matt Smith, nur Cameo) sowie zwei beliebte Companions der letzten Jahre, Jenna Coleman (Clara) und John Barrowman (Jack). Der nicht erreichbare Tom Baker (vierter Doktor) wird mehrfach erwähnt und erscheint mithilfe eines kurzen Clips aus dem vergangenen Jubiläumsspecial Die fünf Doktoren (1983), von dem der Titel des Kurzfilms abgeleitet ist. Viele weitere (gegenwärtige und ehemalige) Mitarbeiter der Serie haben Auftritte, darunter Produzenten, Regisseure, Maskenbildner, Darsteller und Sprecher größerer und kleinerer Rollen. Auch einige berühmte Fans der Serie wirkten mit. Die meisten Darsteller spielten im Kurzfilm mehr oder weniger stark verzerrte Parodien ihrer selbst.
Produzentin Georgia Tennant hat im Kurzfilm zudem mehrere kurze Auftritte, ebenfalls als sie selbst. Sie wirkt darin als Vermittlerin zwischen ihrem Vater Peter Davison und ihrem Ehemann David Tennant, der als Darsteller des zehnten Doktor eine der begehrten Hauptrollen im großen Jubiläumsfilm erhalten hat und den anderen einen Weg ans streng bewachte Set bahnen soll. Als Produzentin wird Georgia unter ihrem Ehenamen Tennant genannt, in der Darstellerliste aber gleichzeitig unter ihrem Mädchennamen Moffett geführt (Davison ist nur Künstlername ihres Vaters). Dass sie zum Zeitpunkt des Drehs mit ihrem dritten Kind hochschwanger war (der Sohn kam im März 2013 zur Welt), wurde ebenfalls mehrfach komödiantisch ins Drehbuch eingebunden: Einmal drückt sie den Anruf ihres Vaters weg, um sich über eine Stange Sellerie und eine Box Schokoladeneis herzumachen; ein anderes Mal würgt David im Drehstress ein Telefonat vorschnell ab, bevor sie ihm vom Krankenhausbett aus mitteilen kann, dass in wenigen Augenblicken ihr Kind zur Welt kommen wird….
Der halbstündige Kurzfilm handelt nun von dem verzweifelten Versuch der Alt-Darsteller, mit der Hilfe von Kollegen, Autoren, Produzenten und anderen Crewmitgliedern eine noch so kleine Rolle im Film zu ergattern. Schließlich begibt sich der Kurzfilm auf eine Meta-Ebene, auf der Ex-Showrunner Russell T Davies und Schauspieler Sean Pertwee und Olivia Colman vergeblich versuchen, eine Rolle in Davisons Kurzfilm zu erhaschen, und sich die drei Hauptdarsteller am Ende bei der Filmcrew bedanken, sich von den Zuschauern verabschieden und über ein in der Ferne stehendes Making-of-Team diskutieren.
Gedreht wurde in an den Handlungsorten in England, Wales und Neuseeland. Das Drängen der BBC-Produktionsleitung (Brian Minchin, der seit 2012 auch für die Hauptserie zuständig ist), den 35-minütigen Kurzfilm auf 10 Minuten Länge zu schneiden, beendete Davison nach mehrtägiger Diskussion schlagartig, indem er androhte, im Falle einer signifikanten Kürzung den Fans von dieser Entwicklung zu berichten.
Rezensionen Ben Lawrence, Filmrezensent des Telegraph, vergab vier von fünf Sternen und beschrieb den Kurzfilm als “a sweet, often funny homage to the show” (eine herzige, vielfach lustige Verneigung vor der Serie). Er schloss, die Hommage sei “both a satisfying in-joke for Whovians and a naughty dig at the neediness of actors” (es handle sich sowohl um einen befriedigenden Insider-Witz für die Fans als auch um eine freche Spitze gegen die Aufmerksamkeitsbedürftigkeit von Schauspielern).
Der Fernsehkritiker der Los Angeles Times, Robert Lloyd, wagte die Gegenüberstellung mit dem großen Jubiläums-Kinofilm Der Tag des Doktors und schloss, der Kurzfilm sei “equally wonderful in its way” (auf seine eigene Weise ganz genauso wundervoll).
Auszeichnungen The Five(ish) Doctors Reboot war 2014 für den Hugo Award für Best Dramatic Presentation (Short Form) nominiert. Weitere Nominierte waren neben Episoden der Serien Game of Thrones und Orphan Black auch drei weitere Sonderfolgen des Doctor Who Universums: Das Jubiläumsspecial Der Tag des Doktors, die vorausgegangene finale Folge der siebten Staffel Der Name des Doktors sowie das BBC-Dokudrama Ein Abenteuer in Raum und Zeit über die Entstehung der Serie und ihre Schöpferin. Die Auszeichnung ging letztlich an die GoT-Folge Der Regen von Castamaer.
Heimvideoveröffentlichung Nach Monaten der Spekulationen wurde am 23. Juli 2014 schließlich offiziell verkündet, The Five(ish) Doctors Reboot werde – gemeinsam mit den übrigen Jubiläumsspecials unterschiedlicher Länge (Der Name des Doktors, Die Nacht des Doktors, Der Tag des Doktors, Die Zeit des Doktors und Ein Abenteuer in Raum und Zeit) – am 8. September 2014 auf DVD und Blu-ray erscheinen. Dieses Box-Set wurde schließlich als Limited Edition mit dem Titel 50th Anniversary Collectors Edition vermarktet.
Abgesehen von diesem Jubiläums-Box-Set erschien der Kurzfilm noch ein weiteres Mal auf DVD – als Teil des Bonusmaterials zur an das Jubiläumsjahr anschließenden achten Staffel (erste Staffel mit Peter Capaldis 12. Doktor).
Fortsetzung Im Juni 2014 verkündete der Darsteller des achten Doktors Paul McGann als Gastsprecher der Cambridge Union Society, die Produktion eines Sequels habe begonnen. Dabei wurden jedoch weder Veröffentlichungsdatum noch Informationen zu Handlung oder Besetzung mitgeteilt. Bereits im Juli 2014 widersprach Colin Baker (sechster Doktor) McGanns Ankündigung, als er Jan Gilbert (Flicks and the City) im Interview mitteilte: “All I know is when I last spoke to Peter [Davison] the reaction to Five-ish Doctors has been so positive that we discussed whether it was a good idea to do another one and we agreed that we didn’t want to do one that was a pale imitation of the first. That would be anti-climactic […]. We have to come up with a really good idea first. There’s a couple of possibilities floating around, but nothing is set in stone. Clearly doing one about the 51st anniversary isn’t going to be interesting. It’s got to be about something else.”
Handlung Die Handlung ist zentriert auf die fiktionalisierten, übellaunigen ehemaligen Doktor-Darsteller Davison, Baker und McCoy, die in ein chaotisches Abenteuer verwickelt werden, als sie versuchen, sich mit der Hilfe von John Barrowman, David und Georgia Tennant, Paul McGann, Matt Smith und Jenna Coleman ans Set des offiziellen Doctor Who Jubiläumsspecials zu schleichen.
Der Kurzfilm beginnt mit einer Aufnahme von Olivia Colman und Sean Pertwee, die sich während einer Drehpause unterhalten und etwas frustriert feststellen, dass keiner der beiden sonst so begehrten Darsteller an eine Rolle im „Five Doctors Reboot Thing“ gelangen konnte (Colman: „I’m usually in everything.“).