mini|Baudenbach Luftaufnahme (2021) mini|Marktplatz mit Kirche St. Lambert von Süden
Baudenbach ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt in den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes. Die Siedlungsplätze liegen in dem aus Laimbach und Ehebach gebildeten unteren Talzug sowie in einem Nebental der Steinach. Die Bäche fließen nebeneinander zur nahen Aisch.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Markt Taschendorf, Münchsteinach, Diespeck, Neustadt an der Aisch, Langenfeld, Sugenheim und Scheinfeld.
Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Baudenbach (Hauptort) Frankenfeld (Dorf) Hambühl (Kirchdorf) Höfen (Dorf) Mönchsberg (Dorf) Roßbach (Dorf)
Die Einöde Kreuzhof zählt zum Gemeindeteil Frankenfeld.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Baudenbach, Frankenfeld, Hambühl, Mönchsberg und Roßbach. Die Gemarkung Baudenbach hat eine Fläche von 10,591 km². Sie ist in 1395 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7592,24 m² haben.
Geschichte Der Ort wurde 1333/34 als „Butembach“ erstmals urkundlich erwähnt (1421 pawtenpach, ansonsten auch Beuttenbach und Butenbach). Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Gewässernamen, dem Butembach, ab. Möglicherweise ist dessen Bestimmungswort der Personenname Budo. Ein Mann dieses Namens könnte somit als Gründer der Siedlung angesehen werden.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 34 f.Nach verweist der Ortsname auf eine Beutenmühle, eine Mühlenart, die das Getreide besser als die herkömmlichen Schrotmühlen mahlen konnte. Wahrscheinlicher geht der Bachname jedoch als Bach mit einer Walkmühle auf biute („Beute“, „Walkmühle“) zurück.Christoph Beck: Die Ortsnamen des Aischtales und der Nachbartäler. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1926, S. 5. Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich noch im 10. Jahrhundert.
Im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg von 1361 wurde der Ort als „Pautenbach“ erwähnt. Zu dieser Zeit hatte ein Marchart von Pautenbach jährlich 30 Heller Zins an die Burggrafschaft zu entrichten. Die meisten Anwesen unterstanden aber anderen Grundherren (Herren Hohenlohe und Kloster Münchsteinach).H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 75. Im Ort gab es eine St.-Georgs-Kapelle, die von den der Pfarrei Gutenstetten betreut wurde. Am 29. Januar 1438 wurde Baudenbach zur Pfarrei erhoben. 1554 hatte der Ort 8 ganze Höfe, 9 Lehenhöfe und 31 Selden (Viertelhöfe).
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Baudenbach 1625 in Brand gesetzt und war 1645 ganz verödet. Baudenbach wurde Mitte des 17. Jahrhunderts Zufluchtsort österreichischer Glaubensflüchtlinge, die dort eine neue Heimat fanden und zum Wiederaufbau nach den Kriegszerstörungen beitrugen. passim
Vom 10. Dezember 1700 bis 1732 hatte der Markgraf Baudenbach zusammen mit Gutenstetten, Münchsteinach und Schornweisach an den Würzburger Fürstbischof verpfändet.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 146. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Baudenbach 51 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Münchsteinach. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Klosteramt Münchsteinach: 6 Höfe, 1 Mühle, 15 Güter, 13 Sölden, 2 Halbsölden, 7 Häckersgütlein, 1 Tropfhaus, 2 Häuser, 1 Badstube; Klosteramt Birkenfeld: 1 Wirtshaus, 1 Widemgut; Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach: 1 Widemgut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 80.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Baudenbach zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Baudenbach gebildet, zu dem Ehe, Frankenfeld, Hambühl, Hanbach, Obermühle, Stübach und Untermühle gehörten. 1813 wurde die Ruralgemeinde Baudenbach gebildet, zu der Frankenfeld, Hanbach, Ober- und Untermühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden daraus drei Ruralgemeinden: Baudenbach, Frankenfeld mit Ober- und Untermühle und Hanbach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 220. Die Ruralgemeinde Baudenbach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 183. Ab 1862 gehörte Baudenbach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,589 km².
Eingemeindungen Am 1. Juli 1969 wurde die Gemeinde Frankenfeld eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kamen Mönchsberg und Roßbach hinzu. Am 1. Januar 1972 folgte Hambühl.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 972 auf 1159 um 187 Einwohner bzw. um 19,2 %. Gemeinde Baudenbach Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016Einwohner 970 1221 1217 1198 1199 1163 1148 1165 1165 1171 1153Häuser 281 545 547 553 553Quelle
Ort Baudenbach (= Gemeinde Baudenbach bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 359 467 435 460 473 460 484 500 501 482 448 467 496 496 465 446 423 379 358 569 577 541 456 473 541 735HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 65 80 82 82 84 87 86 86 93 161 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 468 Einwohner.
Politik Marktgemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen: +20022008201420202026CSU/Freie Bürger66555Wählergemeinschaft Hambühl22222Freie Wähler44555
Bürgermeister Der 1. Bürgermeister Johannes Hudezeck gehört der Fraktionsgemeinschaft CSU/Freie Bürger an.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Verkehr Die Staatsstraße 2256 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8 bei Langenfeld (2,1 km südwestlich) bzw. nach Roßbach (3,2 km nordöstlich). Die Kreisstraße NEA 15 führt nach Stübach (4,1 km südöstlich).
Durch den Ort Baudenbach führt der Wanderweg Roter Flieger.
Persönlichkeiten Lorenz Teufel (1879–1941), Landrat Michael Riedel (* 1984), Kirchenmusiker an St. Lorenz in Nürnberg
Literatur
Weblinks
Homepage
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Ersterwähnung 1333 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Ort am Ehebach (Aisch) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim