Reinhold Köpke (* 18. Juli 1839 in Berlin; † 16. Dezember 1915 ebenda) war ein deutscher Altphilologe und Ministerialbeamter in Preußen.
Leben Köpke war der älteste Sohn von Ernst Siegfried Köpke, Direktor der Ritterakademie (Brandenburg an der Havel). Er besuchte das Friedrichs-Werdersche Gymnasium in Berlin. Nach dem Abitur studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1859 wurde er im Corps Palatia Bonn aktiv.Kösener Corpslisten 1930, 14/284. Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Mit einer Doktorarbeit über Antigonos von Karystos wurde er 1862 in Berlin zum Dr. phil. promoviert.Dissertation: De Antigono Carystio.
Nachdem er in Berlin auch das Examen pro facultate docendi abgelegt hatte, war er seit Ostern 1862 am Gymnasium zu Guben beschäftigt. Ostern 1863 wurde er dort als ordentlicher Lehrer angestellt und Neujahr 1867 zum Oberlehrer befördert. Ostern 1869 wurde er an das Kgl. Augusta-Gymnasium zu Charlottenburg berufen. Neun Monate war er für die Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich beurlaubt. Ab Februar 1873 war er Direktor des Gymnasiums zu Küstrin. Michaelis 1880 wechselte er als Direktor an das Gymnasium zu Landsberg an der Warthe. Michaelis 1884 wurde er Provinzial-Schulrat beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein.
Michaelis 1890 wurde er Geheimer Regierungsrat und vortragender Rat, später Abteilungsdirektor, ab 1904 mit dem Titel Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat, im Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten in Berlin.Kösslers Lehrerlexikon.
Reinhold Köpke starb 1915 im Alter von 76 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche vor dem Halleschen Tor. Das Grab ist nicht erhalten.Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 243.
Schriften De Antigono Carystio, Neuauflage der Dissertation 2016, ISBN 978-1361724675. De Arati Solensis aetate. Quaestionum chronologicarum specimen primum. Guben 1867. Emendatione Andocideae. Guben 1869. S. 19–24. Zu Goethes Iphigenie. Berlin 1870. S. 23–56. Aufgaben zum Übersetzen ins Lateinische für Ober-Sekunda und Unter-Prima. Berlin 1878.
Auszeichnungen Titel Wirklicher Geheimer Rat mit der Anrede Exzellenz (1912 zum 50. Dienstjubiläum)Die Behörde und ihr höheres Personal – Darstellung. Berlin/Boston: De Gruyter 2010, ISBN 9783050088297, S. 253 Roter Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub (1901)Literarisches Zentralblatt für Deutschland 52 (1901), S. 1247 Königliche Krone zur 2. Klasse (1904) Centralblatt für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preussen 1904, S. 713 Königlicher Kronen-Orden (Preußen) 3. Klasse (1892)Monatshefte der Comenius-Gesellschaft 1 (1892), S. 129 2. Klasse mit Stern (1906)Centralblatt für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preussen 1907, S. 743
Weblinks Köpke, Reinhold (Deutsche Biographie)
Einzelnachweise
Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Ministerialbeamter (Deutschland) Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:Wirklicher Geheimer Rat Kategorie:Exzellenz (Preußen) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Schleswig-Holstein) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Schulleiter (Deutschland) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1915 Kategorie:Mann