hochkant|mini|Baumischabfall Auf einer Baustelle fällt Bauschutt beim Neu-, Aus- und Umbau, sowie bei der Entkernung und dem Abbruch an. Der Begriff bezeichnet mineralische Abfälle und Baumaterial wie zum Beispiel Beton, Ziegel, Klinkersteine und Mörtelreste, aber auch Fliesen oder Keramiken. Es ist verboten, dem recyclebaren Bauschutt Erde oder Glas beizumengen.

In der Abfallentsorgung unterscheidet man zwischen Bauschutt und Baumischabfall. Beide Abfallarten gehören nicht in den Hausmüll und müssen fachgerecht entsorgt werden. Beide zählen laut Abfallverzeichnis-Verordnung zur Hauptkategorie 17 der Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten).

Entsorgung von Bauschutt und Baumischabfällen Die Entsorgungskosten für (mineralischen und nichtmineralischen) Baumischabfall sind sehr viel höher als für Bauschutt. Deshalb wird beides seit etwa 1990 auf den meisten Baustellen sorgfältig getrennt. Man betreibt Rückbau: Vor dem eigentlichen Abriss werden möglichst viele der Stoffe, die nicht zum Bauschutt gehören, entfernt; erst dann wird das Bauwerk niedergerissen. Für den gewerblichen Abriss ist diese Trennung der Materialien in Deutschland in der Gewerbeabfallverordnung geregelt. Für den privaten Bereich gilt dies zwar nicht, jedoch senkt sie Entsorgungskosten und erleichtert die Wiederverwertung. Ist eine Trennung vor Ort nicht möglich, sollten gemischte Bau- und Abbruchabfällen einer nahegelegenen Sortieranlage zugeführt werden.

Bauschutt Mörtel und Mörtelreste, Putz, Ziegel, Mauern, Beton und Betonbruch (kein Porenbeton), Schutt, Zement, Mauerwerksteile, Estrich, Bodenmaterial Natursteinelemente jeglicher Art, Pflastersteine, Blockstein, Bimssteine Ziegel, Backsteine, Klinkersteine, Dachziegel, Tonziegel, Betonziegel Keramik, Toilettenschüsseln, Waschbecken, Pissoirs Keramikfliesen, Kacheln, technische Keramiken Straßenbruch, Feinsteinzeug Sand und Erde (nicht bei recyclingfähigem Bauschutt)

Baumischabfall Glas und Glasreste, Glasbausteine Bauholz, Holzabschnitte, Holzreste und Späne Altmetalle und Altschrotte Gipsreste, Gipskarton, Gipskarton-Bauplatten Porenbeton Kabelreste, Kabel und Rohre aus Polyvinylchlorid und anderen Kunststoffen Dämmstoff, Isolierung und Styropor Türen, Fenster und Türzargen Tapete und Tapetenreste (in kleinen Mengen auch über Restmülltonne möglich) Kunststoffe und Folien Bodenbeläge aus Kunststoff Gemischte Bau- und Abbruchabfälle ohne gefährliche Bestandteile werden nach der Abfallverzeichnis-Verordnung unter dem Abfallschlüssel 17 09 04 geführt, soweit sie nicht unter die gefährlichen Abfallschlüssel 17 09 01*, 17 09 02* oder 17 09 03* fallen.

Recycling von Bauschutt

hochkant|mini|Metallreste und Bauschutt Die Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz (MantelV) trat am 1. August 2023 in Kraft. Bis dahin war die Verwertung von Bauschutt in Deutschland Ländersache. Die Regelungen orientieren sich unter anderem an der Mitteilung 20 „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen/Abfällen“ von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), bei deren Anwendung die länderspezifischen Vorschriften zu beachten sind.

Bauschutt wird in spezialisierten Unternehmen aufbereitet und großenteils als Recyclingprodukt weiterverkauft. Materialien wie Beton, Ziegel und Fliesen können in Brechanlagen zu Recyclingbeton oder Material für den Straßen- und Wegebau verarbeitet werden. Leichtbaustoffe wie Bims, Gasbeton, Gips etc. gehören nicht dazu. Spezialanlagen können Asphalt zu Asphaltgranulat verarbeiten, das als Beigabe im Straßenbau wiederverwendet wird.

Abgesehen von der Wiederverwendung im Straßen- und Deponiebau weist Bauschutt ein noch größeres Recyclingpotenzial auf, wie aktuelle Projekte verdeutlichen. Auf dem Gelände der Bayern-Kaserne wird Abbruchmaterial vor Ort aufbereitet, um beim Neubau wieder zum Einsatz zu kommen. Regelmäßige Prüfungen des Recyclingbaustoffs und behördliche Genehmigungsverfahren begleiten den Prozess.

Im Rahmen des Projekts „BauCycle“ wollen vier Fraunhofer-Institute für die noch nicht im Hochbau nutzbaren Feinfraktionen aus Sand und Kies ein Recyclingverfahren durchsetzen. Erste Ergebnisse des dafür entwickelten opto-pneumatischen Sortierverfahrens wurden auf der Messe BAU 2019 präsentiert: Porenbeton aus Bauschutt, Akustikbaustoffe und Bauteile aus mineralischen Granulaten.

Literatur auf der Website der Universität Weimar

Weblinks

Dachverband der Baustoff-Recycling-Verbände Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe e. V. (BRB) Deutscher Abbruchverband arv Baustoffrecycling Schweiz Österreichischer Baustoff-Recycling Verband e. V. (BRV) European Demolition Association (EDA)

Einzelnachweise

Kategorie:Abfall Kategorie:Bauausführung Kategorie:Stoffgemisch