Hugo Eduard Georg August Lüer (* 18. Juli 1886 in Hannover; † 24. Dezember 1954 in HamburgStandesamt Hamburg-St. Georg: Sterberegister. Nr. 1720/1954.) war ein deutscher Turner, Turntrainer, Kampfrichter und Gaumännerturnwart der Nordmark. Sein Heimverein war die Hamburger Turnerschaft von 1816.

Leben Lüer war im Hamburger Adressbuch erstmals 1918 unter der Anschrift Besenbinderhof 23 gemeldet, 1919 erstmals mit der Berufsangabe TurnlehrerHamburger Adressbuch 1919, S. II/535., und war dort wohnhaft bis 1931.Hamburger Adreßbuch 1931, S. II/784. Danach lebte er bis zu seinem Tod in der Norderstraße 141.Adreßbuch 1932, S. II/774.

Er war bereits in den 1920er Jahren Kreisturnwart in Hamburg.Das Turnen in Hamburg 1928. S. 74. Seit 1924 war er Gaumännerturnwart der Nordmark.Hamburger Nachrichten vom 1. Oktober 1936 Online Er war zudem Turnlehrer der Hamburger Turnerschaft von 1816 und gemäß Adressbucheintrag spätestens ab 1937 als Technischer LehrerHamburger Adreßbuch 1937, S. II/630., ab 1942 dann technischer OberlehrerHamburger Adreßbuch 1942, S. II/899 an der Richard-Wagner-Schule in EimsbüttelHamburger Nachrichten vom 16. Mai 1934 Online, der ursprünglichen Aufbauschule Hoheweide, die am 28. November 1932 in Gerhart-Hauptmann-Schule, im September 1933 dann vom Hamburger Senat ein weiteres Mal nach dem Komponisten Richard Wagner umbenannt wurdeWilly Krogmann: Gerhart Hauptmann Hamburgensis. R. Hermes, 1947, S. 6.362-2/13 Aufbauschule Hoheweide. Findbuch, Staatsarchiv Hamburg. und in deren Gebäude dann 1952 der Schulbetrieb des Wilhelm-Gymnasiums einzog.

Lüer fungierte mehrfach als Kampfrichter, u. a. bei Länderkämpfen und bei den Turn-Weltmeisterschaften 1934 in Budapest.Hamburger Anzeiger vom 15. April 1935 Online; Vgl. auch: Hamburger Nachrichten vom 16. Mai 1934 Online Am 28. April 1935 fungierte er als Kampfrichter in Breslau beim Länderkampf Deutschland gegen Ungarn. Die Hamburger Nachrichten bescheinigten ihm eine Leistung zur besten Zufriedenheit.Hamburger Nachrichten vom 29. April 1935 Online Überdies war er als Kampfrichter, neben u. a. Christian Strauch, an der Auswahl der deutschen Olympiaturner in der Hanseatenhalle in Hamburg am 4. und 5. Juli 1936 beteiligt.Hamburger Nachrichten vom 16. Juni 1936 Online Zudem oblag ihm die Durchführung der Gaugerätemeisterschaften der Nordmark.Vgl. z. B. Hamburger Anzeiger vom 4. März 1936 Online

Am 16. September 1934 hielt Lüer in der Halle der HT von 1816 das erste Übungsturnen der Nordmark-Turner zur Vorbereitung auf die Deutschen Turnmeisterschaften 1934 in Dortmund ab, wo die 100 besten deutschen Turner zusammenkommen sollten.Hamburger Nachrichten vom 7. September 1934 Online Ihm oblag es zudem die vier besten Nordmarkturner zu bestimmen, die dann an den Meisterschaften teilnehmen sollten.Hamburger Nachrichten vom 19. Oktober 1934 Online

Als Gaumännerturnwart der Nordmark bereitete 1935 und 1936 die norddeutschen Turner für die Olympischen Sommerspiele in Berlin vor. Das erste Prüfungsturnen dazu fand am 13. Januar 1935 in Hamburg unter Beteiligung von etwa 30 Turnern aus Hamburg, Lübeck und Umgebung statt.Hamburger Nachrichten vom 14. Januar 1935 Online Die Folgeveranstaltung als zweites Turnen erfolgte am 10. Februar in Kiel.Hamburger Nachrichten vom 11. Februar 1935 Online

Am 14. April 1935 wurde schließlich die Olympiakernmannschaft der Nordmark bestimmt.

Im Herbst 1935 oblag es Lüer, die besten Turner der Gaugruppe Nord, also aus Niedersachsen, der Nordmark, Ostpreußen und Pommern in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1936 weiter zu schulen.Hamburger Nachrichten vom 18. November 1935 Online Diese Vorbereitungsarbeit sollte mit einem Wettturnen der besten Turner der vier Gaue im Februar 1936 seinen Abschluss finden.Hamburger Anzeiger vom 18. November 1935 Online Im Juni 1936 bereitete er dann die norddeutschen Turner auf die Massenvorführungen für die Olympischen Spiele vor. Mit Wirkung vom 30. September 1936 schied Lüer aus dem Amt des Gaumännerturnwarts aus.Hamburger Nachrichten vom 1. Oktober 1936 Online

Bei seinem Tode 1954 hinterließ er die größte Altherrenturnabteilung Deutschlands, die er noch bis zuletzt selbst geleitet hatte.

Auszeichnungen (Auswahl) Gau-Ehrenbrief der Deutschen TurnerschaftHamburger Nachrichten vom 1. Oktober 1936 Online

Trivia Eine Ansichtskarte / Postkarte mit dem Titel Turnerschaft von 1816, O. Hennig, H. Stender, F. Weist, H. Lüer, O. Brunotte, Reck, BarrenAufnahmen von F. Weist zeigt H. Lüer mit einer Schere am Seitpferd. (um 1910)

Publikationen Warum gehöre ich nicht der Jugendkompanie an? In: Vereinsblatt der Hamburger Turnerschaft von 1816, 20 (1917), S. 15. Kunstturnen an den Geräten. Union Verlag, Berlin 1925.

Literatur Philipp Münch: Bürger in Uniform: Kriegserfahrungen von Hamburger Turnern 1914 bis 1918. Rombach 2009, ISBN 3-7930-9593-2, S. 267.

Weblinks Weg mit den Vorurteilen in: Hamburger Abendblatt vom 8. März 1950. Hans Reip: Hugo Lüer ist tot in: Hamburger Abendblatt vom 27. Dezember 1954. Abschied von Hugo Lüer in: Hamburger Abendblatt vom 31. Dezember 1954.

Einzelnachweise

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