Eliogabalo ist eine Oper in drei Akten von Francesco Cavalli (Musik) mit einem von Aurelio Aureli überarbeiteten Libretto eines unbekannten Autors. Sie entstand 1667, wurde aber erst am 27. November 1999 im Teatro San Domenico in Crema uraufgeführt.
Handlung
Die Oper spielt in Rom um das Jahr 222 am Ende der Regierungszeit des hier „Eliogabalo“ genannten Kaisers Elagabal. Dieser hält sich für einen Gott, der über allen Gesetzen steht. Er lebt ausschließlich für sein Vergnügen, ohne sich um Gefühle seiner Mitmenschen zu kümmern. Bei seinen Schandtaten helfen ihm seine Diener Zotico und Lenia. Eliogabalos Vetter Alessandro ist als Cäsar sein designierter Nachfolger. Obwohl auch er unter den Taten des Kaisers leidet, bleibt er loyal. Alessandro liebt (Flavia) Gemmira, die Schwester des Prätorianerpräfekten Giuliano (Gordio), der seinerseits mit der vornehmen Römerin (Anicia) Eritea verlobt ist. Der Kaiser begehrt beide Frauen. Eritea hat er bereits vergewaltigt und anschließend mit einem Eheversprechen besänftigt, das er aber keineswegs zu halten gedenkt. Weitere Verwicklungen entstehen dadurch, dass die junge Römerin Atilia (Macrina) in Alessandro verliebt ist und immer wieder versucht, ihn für sich zu gewinnen. Der Diener Nerbulone sorgt mehrfach für komische Situationen.
Erster Akt
Kleiner Platz
Szene 1. Nachdem Alessandro einen Aufstand der Prätorianergarde niedergeschlagen hat, flehen die Soldaten und ihr Präfekt Giuliano den Kaiser um Gnade an. Eliogabalo zeigt sich gnädig. Seine Gedanken gelten derzeit nur Giulianos Verlobter Eritea, die er nach der Vergewaltigung mit schmeichlerischen Worten zu beruhigen versucht. Eritea erinnert ihn an sein Versprechen, denn nur eine Heirat könne ihre Ehre wiederherstellen. Giuliano hört zu seinem Entsetzen, dass der Kaiser sein Wort bestätigt und ihm anschließend befiehlt, Eritea in seine Gemächer zu führen.
Szene 2. Kaum ist Eliogabalo mit seinen Vertrauten Zotico und Lenia allein, gibt er zu erkennen, dass Versprechen für ihn keine Bedeutung haben. Er befiehlt Lenia, ihm weitere Vergnügungen zu verschaffen und ihm nach eigener Wahl entweder Atilia oder Gemmira zu bringen, von deren Schönheit er bereits gehört hat.
Platz in Rom mit einem Tempel
Szene 3. Lenia gesteht Nerbulone ihre Liebe. Da ihm aber Geld wichtiger als alles andere ist, verspricht sie ihm große Reichtümer und schenkt ihm einen wertvollen Ring.
Szene 4. Nerbulone triumphiert. Ihm ist eine großzügige alte Frau lieber als eine junge Schönheit, die nur mit Mühe zu erobern ist.
Szene 5. Vor dem Tempel beklagt sich Gemmira bei den Göttern über ihre Eifersuchtsgefühle, die sie trotz ihrer Treue zu Alessandro peinigen.
Szene 6. Alessandro dagegen ist überglücklich über seine Liebe zu Gemmira. Gemmira traut Eliogabalo nicht. Sie befürchtet, dass er Alessandro wegen seiner Beliebtheit beim Volk und beim Senat aus dem Weg räumen will. Alessandro beruhigt sie darüber. Schließlich hat er gerade erst den Aufstand niedergeschlagen. Er will dem Kaiser noch heute ihre Hochzeit ankündigen.
Szene 7. Als Alessandro mit Eliogabalo über Gemmira sprechen will, wird dieser aufmerksam. Er lässt sich von Zotico und Lenia die Schönheit Gemmiras bestätigen und beschließt dann, sie für sich selbst zu gewinnen. Er gibt vor, sein Einverständnis zu ihrer Hochzeit mit Alessandros geben zu wollen, und fordert Alessandro auf, sie zu holen. Als Alessandro fort ist, machen sich die Diener über seine Leichtgläubigkeit lustig.
Szene 8. Weil Eliogabalo Gemmira um jeden Preis ins Bett bekommen will, überlegt er sich zusammen mit Zotico und Lenia einen heimtückischen Plan: Er will sie zusammen mit den schönsten Frauen zu einem Senat einberufen und dort mit Ehrungen überhäufen. Dabei wird sich eine Gelegenheit finden, sie zu vergewaltigen. Um etwaige Bedenken ihres Verlobten Alessandro auszuräumen, soll dieser eine andere Dame, Atilia Macrina, dorthin führen.
Szene 9. Nachdem Giuliano Eritea bei Eliogabalo gesehen hat, zweifelt er immer mehr an ihrer Treue. Nerbulone kommentiert das mit einer Bemerkung über die bedauernswerten Liebenden.
Szene 10. Atilia schwört Alessandro mit leidenschaftlichen Worten ihre Liebe. Der weist sie vorsichtig zurück und erinnert sie an seine Verlobung mit Gemmira. Sie machen sich wie vom Kaiser befohlen zusammen auf dem Weg zum Frauensenat.
Szene 11. Gemmira sieht Alessandro zusammen mit Atilia und wird sofort eifersüchtig. Lenia verstärkt dies noch, indem sie behauptet, dass Alessandro in Atilia verliebt sei, denn Männer seien nun einmal wechselhaft. Gemmira könne sich aber trösten, da sie vom Kaiser geliebt werde und sogar selbst Kaiserin werden könne. Auf jeden Fall solle sie sich Alessandro gegenüber abweisend verhalten.
Szene 12. Als Alessandro kommt, befolgt Gemmira Lenias Rat und erzählt ihm von der Einladung des Kaisers. Sie erklärt, Eliogabalo wolle sie alleine sehen, und verbietet Alessandro, ihr zu folgen.
Szene 13. Alessandro fühlt sich von Gemmira verraten.
Senatssaal
Szene 14. Als Vorsitzender des Frauensenats trägt auch Eliogabalo Frauenkleider. Zotico, Lenia und Atilia und die anderen Damen haben sich bereits eingefunden.
Szene 15. Beim Eintritt Gemmiras singt Eliogabalo einen Lobpreis über die Schönheit der Frauen. Lenia schlägt ein Spiel vor, bei dem die Damen mit verbundenen Augen erraten müssen, wer sie umarmt. Der Kaiser ist begeistert und nutzt die Gelegenheit, sich Gemmira unsittlich zu nähern.
Szene 16. In diesem Moment erscheint Eritea und erblickt den Kaiser in Umarmung Gemmiras. Sie ist empört – schließlich hat er ihr die Ehe versprochen. Lenia entschärft die Situation, indem sie Eliogabalo zuredet, sein Versprechen, Eritea zur Kaiserin zu machen, noch einmal zu bestätigen.
Szene 17. Nerbulone findet den Senat der Frauen empörend, doch Lenia meint, er könne daraus Nutzen ziehen.
Zweiter Akt
Hof
Szene 1. Erneut weist Alessandro die Liebesbeteuerungen Atilias zurück.
Szene 2. Nach dieser Enttäuschung schwört Atilia Rache, besinnt sich aber schnell anders. Sie will die Hoffnung noch nicht aufgeben.
Szene 3. Giuliano trifft auf die in Tränen aufgelöste Eritea. Sie erzählt ihm von ihrer Vergewaltigung durch den Kaiser und versichert ihm, dass sie immer nur ihn, Giuliano, geliebt habe. Sie versöhnen sich, wagen aber keine Umarmung, weil sie Eliogabalos Zorn fürchten.
Szene 4. Da Eliogabalo bei Gemmira immer noch nicht zum Zug gekommen ist, überlegt er sich mit Zotico und Lenia einen neuen Plan: Gemmira und Alessandro werden zu einem Gastmahl eingeladen, bei dem Lenia Gemmira einen Schlaftrunk mit Opium verabreichen wird. Zugleich soll Zotico Alessandro mit Gift endgültig aus dem Weg räumen.
Szene 5. Gemmira will sich von Eliogabalo verabschieden, um nach Hause zurückzukehren. Er befiehlt ihr jedoch, bis zum Abendessen zu bleiben. Da sich Gemmira noch immer spröde zeigt, schwört ihr Eliogabalo, sie zur Kaiserin zu machen, wenn sie seine Liebe erwidern wolle. Doch auch das bewirkt keinen Sinneswandel. Ihm bleibt nur noch das Schlafmittel.
Szene 6. Gemmira sehnt sich nach ihrem Geliebten Alessandro und leidet zugleich unter ihrer Eifersucht.
Szene 7. Beobachtet vom amüsierten Nerbulone werfen sich Alessandro und Gemmira gegenseitig Untreue vor. Schließlich erkennen sie die Wahrheit und versöhnen sich wieder. Sie stellen fest, dass sie dem Kaiser, der beide zum Gastmahl geladen hat, nicht trauen können.
Szene 8. Alessandro beschließt, als stummer Äthiopier verkleidet zum Bankett zu gehen, um Gemmira notfalls schützen zu können. Nerbulone will ihn einschleusen. Er freut sich auf eine gute Mahlzeit und Wein.
Szene 9. Giuliano und Eritea versichern sich trotz aller Leiden ihrer gegenseitigen Liebe.
Szene 10. Eliogabalo beobachtet das Paar unbemerkt und beschließt, deren Liebe zu seinem Vorteil zu nutzen. Zunächst gibt er sich empört über Eriteas Untreue, zeigt sich dann aber gnädig und verspricht, sie freizugeben, sofern Giuliano ihm seine Schwester Gemmira überlässt.
Szene 11. Giuliano hat die Wahl zwischen Pest und Cholera: Er muss entweder seine Geliebte oder seine Schwester opfern. Er würde lieber sterben, als eine der beiden zu verraten.
Garten mit gedeckten Tischen
Szene 12. Zotico und Lenia bereiten das Bankett vor. Zotico macht sich über die Liebesverirrungen der Menschen lustig. Lenia hat Gewissensbisse. Sie hat zwar keine Bedenken wegen des Schlaftrunks, doch die Ermordung des kaiserlichen Vetters und designierten Thronfolgers erscheint ihr als schändliches Verbrechen. Zotico beruhigt sie damit, dass der Auftrag vom Kaiser komme und somit legitim sei.
Szene 13. Gemmira kommt wie vereinbart zum Mahl. Sie entschuldigt Alessandro für sein Ausbleiben. Unterdessen trinkt Nerbulone den für sie bestimmten Wein mit dem Opium. Eliogabalo will nicht länger warten und das Mahl beginnen. Doch da zeigt ihm Lenia den inzwischen eingeschlafenen Nerbulone. Plötzlich erscheinen Eulen im Garten und machen sich über das Essen her – ein böses Omen. Zotico überzeugt den Kaiser davon, dass der Plan in jeder Beziehung fehlgeschlagen ist. Eliogabalo will es am nächsten Tag erneut versuchen.
Dritter Akt
Saal
Szene 1. Gemmira und Eritea haben endgültig genug von den Untaten des Kaisers. Als Lenia auftaucht, bezichtigen sie diese der Mittäterschaft und jagen sie hinaus.
Szene 2. Die beiden Frauen fordern Giuliano auf, den Kaiser zu ermorden, um ihre verletzte Ehre wiederherzustellen. Giuliano zögert zunächst, da er nicht zum Verräter werden will. Schließlich erkennt er, dass er die Ehre desjenigen, der die Ehre seiner Liebsten beschmutzt hat, nicht respektieren kann. Der Kaiser soll sterben. Er informiert die beiden darüber, dass der Kaiser ihn dazu bewegen wollte, ihm Gemmira als Gespielin zu überlassen.
Szene 3. Alessandro gibt Nerbulone die Schuld am Scheitern ihres Plans. Dieser verweist auf den Wein und teilt Alessandro mit, dass Eliogabalo am folgenden Tag das Bankett wiederholen wolle.
Szene 4. Eliogabalo vergleicht sich selbst mit einem Gott, dessen Wünsche über Allem stehen. Er hört kaum zu, als Lenia ihm mitteilt, dass Gemmira ihr nicht mehr vertraue. Von draußen erschallen Rufe der Prätorianer, die den Tod des Kaisers fordern, weil sie noch immer nicht ihren Sold erhalten haben. Lenia überzeugt ihn davon, sie mit Gold zu beschwichtigen. Die Soldaten ziehen ab, doch Eliogabalo fürchtet weitere Aufstände, die vielleicht der Liebe der Soldaten zu Alessandro geschuldet sind. Er muss diesen also schnellstens beseitigen. Zotico schlägt vor, einen Gladiatorenkampf zu veranstalten, zu dem Alessandro erscheinen müsse. Dort werde sich eine passende Gelegenheit bieten. Lenia meint, dass sich Eliogabalo unterdessen in seinen Gemächern mit Gemmira vergnügen könne.
Szene 5. Während der Kaiser in Vorfreude auf die Liebesgenüsse mit Gemmira schwelgt, die er notfalls mit Gewalt erzwingen will, macht sich Giuliano bereit, ihn zu ermorden.
Szene 6. Alessandro verhindert das Attentat in letzter Sekunde, ohne dass der Kaiser etwas davon mitbekommen hat. Er lässt den Bruder seiner Geliebten aber gleich wieder frei. Bei Eliogabalo entschuldigt er sich für sein Fernbleiben beim Gastmahl. Der Kaiser befiehlt ihm, auf jeden Fall zum Gladiatorenkampf zu kommen, und schickt ihn fort, weil er mit Giuliano alleine sprechen will. Alessandro versteckt sich, um zu lauschen. Giuliano verspricht Eliogabalo die Hand seiner Schwester – will ihn aber vorher töten.
Szene 7. Wie mit Giuliano vereinbart, geht Gemmira zum Schein auf die Heiratswünsche des Kaisers ein. Dieser erklärt ihr leidenschaftlich seine Liebe. Gemmira verhält sich dennoch zurückhaltend, da sie den versteckten Alessandro bemerkt hat. Der enttäuschte Eliogabalo zieht Rache schwörend ab. Giuliano fürchtet, dass ihr Plan nun scheitern wird.
Szene 8. Alessandro glaubt, er habe Gemmira für immer verloren.