Die E-Werke Frastanz (EW) sind ein konzessioniertes Energieversorgungsunternehmen im österreichischen Bundesland Vorarlberg Firmenbuchnummer: FN 68623 t. und das einzige in Vorarlberg, welches gänzlich im Privateigentum steht und eine Grundversorgung im Rahmen eines Elektrizitätsunternehmens erbringt.Circa 50 Gesellschafter aus Frastanz.
Die E-Werke Frastanz versorgen seit 1910 die Marktgemeinde Frastanz sowie Teile von Nenzing mit elektrischer Energie. Das Unternehmen betreibt dafür Wasser- und Biomasseheizkraftwerke sowie Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus sind die E-Werke Frastanz im Energieanlagenbau, in der Elektroinstallation und im Elektrofachhandel tätig. Insgesamt werden über 85 Mitarbeiter beschäftigt.
Geschichte
Die Geschichte der E-Werke Frastanz basiert auf Firmenangaben.Angaben nachfolgend gemäß: E-Werke Frastanz: 100 Jahre E-Werke Frastanz, S. 7.
Elektrische Kraftwerke
mini|Werk 1 im Saminatal der E-Werke Frastanz mit zwei Francis-Turbinen
1908 erhielten Kaspar Hartmann, Josef Wieser und Johann Georg Reisch die behördliche Bewilligung zum Bau einer elektrischen Wasserkraftanlage am Saminabach.Vorarlberger Volksblatt vom 18. Oktober 1908, S. 6. Im selben Jahr wurde zur Finanzierung eine Genossenschaft gegründet. Die Bauarbeiten begannen 1909 und bereits Ende Juli 1910 konnte der Kraftwerk-Probebetrieb aufgenommen werden. 1956 bis 1957 wurde im Saminatal ein Freispiegelstollen (2005 saniert) und ein Wasserkraftwerk (Maschine I) mit Wehranlage (2002 erneuert) errichtet, welches 1963 erweitert (Maschine II) und 1980 bis 1985 modernisiert wurde. 1987 wurde das Wasserkraftwerk der ehemaligen Textilwerke Ganahl (1986 wurde der Betrieb eingestellt) in Frastanz erworben (nun Werk 2) und 1991 das Wasserkraftwerk „untere Fabrik“ (Werk 3) neu gebaut.Sonderbeilage E-Werke Frastanz zu den Vorarlberger Nachrichten vom 10. Dezember 2021, S. 2 f.
Energieversorgungsnetz
Parallel zur Errichtung der Kraftwerke wurde ein Versorgungsnetz für die Verteilung der elektrischen Energie aufgebaut. Anfang Dezember 1910 konnte die Pfarrkirche Frastanz erstmals elektrisch beleuchtet werden.Vorarlberger Volksblatt vom 4. Dezember 1910, S. 5. Seit 1960 lag der Ausbauschwerpunkt auf der Errichtung eines Erdkabel-Verteilungsnetzes. 2008 wurde das Konzessionsgebiet auf die Alpe Gamp (Nenzing, ) erweitert.
Auf Grund der Energiemarktliberalisierung in der Europäischen Union wurde mit den Vorarlberger Kraftwerken (VKW) eine Vertriebskooperation eingegangen, die 2006 in einen Betriebsführungsvertrag für den Energiehandel mit den VKW mündete.
Stromlieferungsverträge enden mit 2025
Die Stromlieferverträge mit Endkunden werden zum 31. Dezember 2025 gekündigt. Stromkunden, erhalten dazu bis Ende September 2025 ein Kündigungsschreiben. Stromkunden müssen also bis Jahresende einen neuen Stromanbieter wählen, andernfalls der Grundversorgungslieferant für Vorarlberg die Belieferung übernimmt. Damit solle eine ununterbrochene Versorgung sichergestellt werden.
Sonstige Tätigkeit
Seit 1933 werden von den E-Werken Frastanz auch Elektroinstallationstätigkeiten angeboten und seit 1970 ein Fachmarkt für Elektrogeräte in Frastanz betrieben. 1988 wurde das Blockheizkraftwerk Hauptschule Frastanz und 1991 das Blockheizkraftwerk Volksschule errichtet. 2009 wurde das Heizwerk und Nahwärmenetz für das Ortszentrum in Frastanz errichtet (Biowärme Frastanz). 1997 wurde der Museumsverein E-Werke Frastanz, welcher das Vorarlberger Elektromuseum betreibt, gegründet. Seit 1998 wird eine eigene Abteilung für Anlagenbau betrieben. 2005 wurde das Kabel-TV-Netz der Fa. Elektro Gassner erworben.
Kraftwerke der EW mini|Übersicht der Kraftwerke der E-Werke Frastanz Der Kraftwerkspark der E-Werke Frastanz besteht aus drei Werken zur elektrischen Energieumwandlung mit insgesamt vier Turbinen: Werk 1, Saminatal, zwei Francisturbinen mit 840 bzw. 1130 kW, Werk 2, Energiefabrik (ehemals Textilwerke Ganahl), Ossberg Durchströmturbine mit 500 kW, Werk 3, Bradafos, Ossberg Durchströmturbine mit 195 kW, sowie dem Biowärmekraftwerk, Energiefabrik, 1,6 MW (90 % Biomasse), Blockheizkraftwerk Hauptschule Frastanz, Blockheizkraftwerk Volksschule Frastanz.
Lehrlingsausbildung Die EW bilden Lehrlinge am Standort Frastanz aus. 1998 wurden die E-Werke mit dem Prädikat: Ausgezeichneter Lehrbetrieb bedacht.
Mit Stand 2017 werden fünf Lehrberufe ausgebildet: Informationstechnologe/-in Elektrotechniker/-in Elektroniker/-in – angewandte Elektronik Bürokaufmann/-frau Einzelhandelskaufmann/-frau
Die Ausbildung dauert je nach Lehrberuf 3,5 bis 4 Jahre.
Literatur E-Werke Frastanz: 100 Jahre E-Werke Frastanz, Frastanz 2010, E-Werke Frastanz (Eigenverlag). Klaus Plitzner: Der Weg nach Süden! Oder doch nach Norden? Von den Anfängen der Elektrizitätswirtschaft in Vorarlberg bis zur Gründung der „Vorarlberger Illwerke“ bis in die 1930er Jahre. In: Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998. Freiberg 1999, ISBN 3-86012-087-5.
Weblinks
E-Werke Frastanz
Belege
Kategorie:Elektrizitätsversorger (Österreich) Kategorie:Unternehmen (Bezirk Bludenz) Kategorie:Organisation (Frastanz) Kategorie:Unternehmensgründung 1910