Wanrong () ist eine Landgemeinde im Landkreis Hualien in der Republik China (Taiwan).
Lage, Geographie Wanrong liegt fast vollständig im Taiwanischen Zentralgebirge. Die Topografie ist daher weitgehend durch Bergland geprägt, das Höhen bis über 3000 Meter erreicht. Zwischen den Bergen finden sich schmal eingeschnittene Täler, in denen einige kleinere Flüsse verlaufen. Die angrenzenden Gemeinden sind Xiulin im Norden, Fenglin, Guangfu und Ruisui im Osten, Zhuoxi im Süden sowie Xinyi (Landkreis Nantou) im Westen.
Das Klima variiert mit der Höhe über dem Meeresspiegel. In den Talebenen ist es subtropisch feucht-warm, in den Höhenlagen gemäßigt bis alpin.
Geschichte Trotz ihrer Abgelegenheit ist die Region seit Jahrtausenden besiedelt. An der Stätte Pinglin () im Dorf Xilin befindet sich ein archäologischer Fund- und Ausgrabungsort, an dem in prähistorischer Zeit Jade gewonnen und verarbeitet wurde. Die Fundstätte wurde im Jahr 1929 identifiziert () und steht seit 2010 unter Denkmalschutz. Jade-Artefakte aus Pinglin fanden sich über ganz Südostasien verstreut, so dass sich diese möglicherweise parallel zur von Taiwan ausgehenden Siedlungsgeschichte der Austronesier verbreiteten.
Die ältesten historisch fassbaren Bewohner waren austronesische Ureinwohner Taiwans. Trotz Inbesitznahme der Insel durch das Kaiserreich China Ende des 17. Jahrhunderts blieb die Region des heutigen Wanrong aufgrund ihrer Unzugänglichkeit zunächst weitgehend sich selbst überlassen. Eine administrative Erfassung erfolgte erst zur Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan (1885–1945). Nach der Übergabe Taiwans an die Republik China wurde das Gebiet unter der Bezeichnung ‚Gemeinde Wanli‘ in den Landkreis Hualien aufgenommen, doch in den späten 1940ern wegen der Namensgleichheit mit der Gemeinde Wanli im damaligen Landkreis Taipeh in ‚Wanrong‘ umbenannt.
Gliederung von Wanrong 200px
Administrative Gliederung Wanrong ist in 6 Dörfer () untergliedert. Dies sind von Norden nach Süden: Xilin (), Jianqing (), Wanrong (), Mingli (), Mayuan () und Hongye ().
Bevölkerung Ende 2017 gehörten nach offizieller Statistik 6.141 Personen den indigenen Völkern an, entsprechend einem Bevölkerungsanteil von ungefähr 95 %. Überwiegend handelte es sich um Truku und Bunun.
Landwirtschaft Dominierender Erwerbszweig ist die Landwirtschaft. Typische Produkte sind
Bambussprossen (Ernte im März und April), Gemüsezwiebeln (, Allium chinense; Ernte im Herbst und Winter), Nestfarn (; ein Gemüse), Litsea cubeba (, „Bergpfeffer“; eine Aromapflanze, aus der ätherische Öle gewonnen werden). Zimt, Pfirsich.
Touristische Sehenswürdigkeiten Als sehenswert gilt der Lintianshan-Forstwirtschaftspark (), wo es zur Zeit der japanischen Herrschaft und später der Republik China ein bedeutendes Forstwirtschaftszentrum gab, das zu seinen Blütezeiten mehr als 2000 Einwohner hatte. Es war eines der vier großen Forstwirtschaftszentren in Taiwan, neben den Zentren in Alishan, Basianshan in Heping (Taichung) und Taipingshan. Der Holzeinschlag wurde 1991 eingestellt, jedoch sind noch alte Häuser und Schienenanlagen zu besichtigen.
Daneben ist vor allem die relativ unberührte Natur Wanrongs ein touristischer Anziehungspunkt, wobei die Region touristisch bisher wenig erschlossen ist. Es gibt zahlreiche heiße Quellen, z. B. in Hongye (, ). Nahe der Grenze zum Landkreis Nantou befindet sich in 2980 Metern Höhe der Bunte See (), ein kleiner Hochgebirgssee ().
Weblinks
Karte zur lokale Attraktionen der Region East Rift Valley. Infos und Wanderkarte der Region East Rift Valley. (PDF; 3,0 MB, englisch) Infos und Routenkarte zur Wanrong (Hualien) – Hualian City Street Map. (PDF; 14 MB, englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort auf Taiwan Kategorie:Landkreis Hualien