Burgbernheim (, ostfränkisch BärnaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 34. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bęɘnɒ“.) ist eine Stadt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern) und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim. Ein Großteil der Stadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort (ohne Buchheim, Pfaffenhofen und Schwebheim).
Geografie Geografische Lage Burgbernheim liegt am Ostfuß der Frankenhöhe und am Südwestrand der Windsheimer Bucht. Über die Frankenhöhe verläuft die Europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Auf Burgbernheimer Gebiet ist das Quellgebiet der Altmühl. Eine gefasste Quelle liegt bei der Siedlung Erlach. An einem Parkplatz der Bundesstraße 13 bei Schwebheim entspringt die Aisch.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind: Ergersheim Bad Windsheim Illesheim Marktbergel Windelsbach Gallmersgarten Ohrenbach (Aufzählung: Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn.)
Gemeindegliederung Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Burgbernheim Bahnhof und Erlmühle bestehen als Gemeindeteile nicht mehr. Rannachmühle zählt zum Gemeindeteil Buchheim und die Simons- und Ziegelmühle zum Gemeindeteil Pfaffenhofen.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Buchheim, Burgbernheim, Pfaffenhofen und Schwebheim. Die Gemarkung Burgbernheim hat eine Fläche von 27,999 km². Sie ist in 3396 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8185,87 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aumühle, Hagenmühle, Hilpertshof, Hochbach, Siedlung Erlach und Wildbad.
Geschichte Der Ort wurde 889 als „Berenheim“ erstmals urkundlich erwähnt, 1224 als „Bernheim“ und ab 1309 schließlich als „Burkbernheim“. Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Bero, vielleicht auch der Tiername des dort ehemals anzutreffenden Bären (von dem wiederum der Personenname Bero abgeleitet ist). Zur Unterscheidung von dem ca. 30 km weiter nördlich gelegenen Bernheim (heute Mainbernheim genannt) erhielt der Ort den Zusatz „burc“ (mhd. für umschlossener, befestigter Ort, Burg, Stadt).E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 34 ff.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 43 f.
Ab 1282 unterstand „Bernheim“ der Burggrafschaft Nürnberg, die es über den Vicedomsitz Neustadt aus verwalteten. Nach einem Vergleich der in dieser Region herrschenden Hohenzollern mit dem Würzburger Fürstbischof Johann II. von Brunn im Jahr 1436 wurden die in Bernheim gelegenen Güter und Wälder des Hochstifts Würzburg an die Nürnberger Bürger und Gebrüder Riedern verkauft.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 28 und 31. Die Reformation setzte sich in Burgbernheim ab 1530 durch.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 193. Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt Burgbernheim vor allem durch ab Herbst 1631 einfallende marodierende Söldner größere Schäden.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 234–238.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burgbernheim 208 Anwesen. Das Hochgericht und die Stadtherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Burgbernheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neustadt an der Aisch. Grundherren waren das Schultheißenamt Burgbernheim (197 Anwesen: Kirche, 2 Pfarrhäuser, 2 Schulhäuser, 2 Mühlen, 1 Gut, 1 Gütlein, 190 Häuser, Ziegelei, Wildbad, Schafhof), das Rittergut Obernzenn-Aberdar (5 Häuser), das Castell’sche Amt Burghaslach (3 Häuser), die Verwaltung Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg (1 Haus mit Braurecht, 1 Haus) und der Freiherr von Greifenklau aus Würzburg (Schlösslein).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 86.
Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. 1810 kam Burgbernheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Burgbernheim gebildet, zu dem Aumühle, Bergtshofen, Erlmühle, Gallmersgarten, Hagenmühle, Hilpertshof, Hochbach und Wildbad gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 226. Die 1813 gebildete Munizipalgemeinde war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Gallmersgarten mit Bergtshofen und bildete eine eigene Ruralgemeinde. Ab 1862 gehörte Burgbernheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 211. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 27,847 km².
Chronik 741/742: Erste Erwähnung. Frankenherzog Karlmann stattete das neu gegründete Bistum Würzburg mit umfangreichen Zehntrechten aus, u. a. vom Krongutsbezirk Berenheim, dessen Mittelpunkt ein Königshof bildete.Anders W. A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 44. Hiernach wurde der Ort 889 erstmals urkundlich erwähnt. Das geht aus einer Urkunde Kaiser Arnulfs aus dem Jahr 889 hervor, in der sich der Bischof die diversen Schenkungen anlässlich der Bistumsgründung bestätigen ließ. 1000: In der Urkunde vom 1. Mai 1000 zur Festlegung der Grenzen des Wildbannes durch Kaiser Otto III. wurde ein Großteil der Fläche der Frankenhöhe in der ca. 90 km langen Grenzbeschreibung umrissen. Der Kaiser verlieh Bischof Heinrich von Würzburg den Wildbann über den zum castellum et villa Bernheim und Villa Liuthereshusun gehörenden Forst.regesta-imperii.de (MGD O III. Nr. 358) Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung 1280: Mit dem Erwerb der Vogtei Bernheim durch Burggraf Friedrich III. von Nürnberg kam der Ort unter die Vogteiherrschaft der Zollern – der Bischof blieb jedoch Lehnsherr. Um diese Zeit wurde der Ort erstmals Burgbernheim genannt. Eine Unterscheidung von dem Bernheim am Main (Mainbernheim) war erforderlich geworden. 1385: Die Zollern teilten ihre Besitzungen in das „Oberland“ von Kulmbach und das „Unterland“ von Ansbach. 1415/17: Der Nürnberger Burggraf Friedrich VI. wurde mit der Mark Brandenburg belehnt. Er und seine Nachfolger führten den Titel Markgraf von Brandenburg. 1437: Burgbernheim kam im Rahmen eines Gebietsausgleichs zum „Obergebirgischen Unterland“ des Fürstentums Kulmbach/Bayreuth. 1449: Markgraf Albrecht Achilles führte den Ersten Markgrafenkrieg gegen die Reichsstädte. Rothenburger brannten den Ort ab. Die Bevölkerung suchte in der Kirchenburg Zuflucht. 1460–1463: Der Markgraf bekriegte den Herzog von Bayern-Landshut, die Bischöfe von Würzburg und Bamberg und andere. 1463: der Markgraf erhielt Burgbernheim (erneut) als Würzburger Lehen. 1500: Die Markgrafschaft gehörte bis zu ihrem Ende dem Fränkischen Reichskreis an. 1525: Burgbernheimer beteiligten sich am Bauernkrieg. Ein „Gregor (Krieger?) von Bernheim“, unter dessen Führung am 29. Mai 1525 sich die Burgbernheimer Bauern mit dem großen fränkischen Bauernheer vereinigt haben und am 4. Juni bei Sulzdorf/Ingolstadt im Ochsenfurter Gau vernichtend geschlagen wurden,M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 65. wurde in Verbindung mit Florian Geyer genannt. Markgraf Kasimir brandschatzte „Berna“ um 1200 Gulden. 1528: Markgraf Georg der Fromme führte die lutherische Lehre ein. 1557: Pest in BurgbernheimM. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 208, Anm. 7. 1618/48: Verwüstungen (durch Söldner von Peter MansfeldM. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 229 f.), Hunger und Pest im Dreißigjährigen Krieg. Am 30. Oktober 1631 verwüsteten kaiserliche Truppen des Generals Tilly den Ort. Sie erstürmten die Kirchenburg, in die sich die Bevölkerung geflüchtet hatte. 1756: Weil die Bayreuther Linie der Hohenzollern keinen männlichen Nachfolger hatte, ging die Herrschaft entsprechend den Hausverträgen an den Ansbacher Markgrafen über.historisches-lexikon-bayerns.de 1791/92: Nach Resignation des letzten Markgrafen (Passus im Vertragswerk des Friedens von Teschen vom 13. Mai 1779) am 16. Januar 1791 kam Burgbernheim mit dem Fürstentum Bayreuth als Verwaltungsgebiet Ansbach-Bayreuth zum Königreich Preußen. 1805: Am 15. Dezember 1805 fiel das Fürstentum Ansbach-Bayreuth im Tausch gegen das Kurfürstentum Hannover an Frankreich. 1806: Der bayerische Gesandte erklärte auf Weisung des Ministers von Montgelas am 16. August 1806 den Fränkischen Reichskreis für aufgelöst.Claus Grimm ‘‘Reichsstädte in Franken‘‘ Band 15,1, Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur, Herausgeber: Bayerische Staatskanzlei 1987; Peter Fleischmann: Das Ende des fränkischen Kreises, S. 121–123Rudolf Endes: Zur Geschichte des fränkischen Reichskreises in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 29, 1969; S. 168–183. 1810: Nach über vierjähriger Zugehörigkeit zum Frankreich Napoleons kam das Fürstentum Bayreuth zum Königreich Bayern. 1864: 1. Juli 1864 Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Würzburg nach Ansbach (oberer Bahnhof). 1898: 1. August 1898 Eröffnung des Teilstückes der Eisenbahnstrecke Windsheim–Steinach (unterer Bahnhof), das Teilstück Neustadt–Windsheim war bereits seit 6. August 1876 befahrbar. Damit war die Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg durchgängig. 1954: Burgbernheim wurde Stadt.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Buchheim mit den am 1. Juli 1972 in sie eingegliederten Orten Pfaffenhofen und Schwebheim eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2654 auf 3297 um 643 Einwohner bzw. um 24,2 %.
Gemeinde Burgbernheim Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2011 2016 2017 2018Einwohner 1439 1431 1641 1664 1758 1770 1823 1912 1829 1748 1780 1740 1728 1615 1671 1651 1720 2641 2768 2358 2357 2643 3074 2963 3198 3244 3297HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2018 als Wohngebäude. 205 263 314 335 318 312 330 384 441 760 953 988 997Quelle Für die Gemeinde Burgbernheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Erlmühle (S. 23), Gerleinsmühle (S. 29), Hilpertshof (S. 40), Hochbach (S. 41) und Wildbad (S. 103). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 1436 Einwohner.
Ort Burgbernheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 1363 1347 1545 1592 1663 1602 1507 2619 2213 2209 2089Häuser 193 248 310 288 306 367 409 604Quelle
Politik Stadtrat Die Kommunalwahlen seit 2014 führten zu folgender Sitzverteilung: +20142020CSU65SPD45Freie Bürger Burgbernheim66
Bürgermeister Seit Mai 2002 ist Matthias Schwarz Erster Bürgermeister (Freie Bürger).
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-gelb.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Spätmittelalterliche Kirchenburg am Osthang des Kapellenbergs, vermutlich Erweiterung der im Jahr 1000 erwähnten Burg (castellum) Berenheim.Erhalten sind: St.-Johannes-Kirche, im 19. Jahrhundert neugotisch erweitert, wobei von dem Vorgängerbau (1102) das sehenswerte romanische Portal übernommen wurde; gotischer Chor von 1444 Torhaus aus dem Jahre 1545. Das früher mit einer Zugbrücke versehene stattliche Fachwerkgebäude schützte den Zugang zur Kirchenburg und diente als Wachtturm. In einem Türmchen auf dem Torhaus befindet sich das „Neunuhrglöcklein“.