João Félix Sequeira (* 10. November 1999 in Viseu) ist ein portugiesischer Fußballspieler. Der Stürmer steht aktuell beim Al-Nassr FC in Saudi-Arabien unter Vertrag und ist portugiesischer Nationalspieler.
Karriere Verein Anfänge in Porto und Etablierung bei Benfica Félix, der aus Viseu im Norden des Landes stammt, begann seine Vereinslaufbahn bei Os Pestinhas. 2008 kam er in die Jugend des FC Porto. Dort sortierte man den Jungen 2014 aus, nachdem man ihn für „zu klein und dünn“ befand.Schmale Schultern, große Erwartungen, 11freunde.de, abgerufen am 12. Januar 2023 Darüber hinaus trennten Félix’ Heimatstadt Viseu und Porto über 100 Kilometer.Joao Felix was hailed as the ‘next Ronaldo’ before record Atletico Madrid move, but now is loaned to crisis club Chelsea, thesun.co.uk, abgerufen am 12. Januar 2023 (englisch) Anschließend spielte er eine Saison für den Padroense FC, ehe er im Sommer 2015 in die U17 Benfica Lissabons wechselte. Eine Spielzeit später kam der mittlerweile 17-Jährige erstmals für die zweite Herrenmannschaft in der Segunda Liga sowie die vereinseigene U19 zum Einsatz. In der Gruppenphase der UEFA Youth League schoss Félix drei Tore, in der Finalrunde folgten drei weitere. Unter anderem gelang ihm ein spielentscheidender „Doppelpack“, als im Semifinale Real Madrid mit 4:2 besiegt wurde. Im Endspiel scheiterten der Stürmer und seine Mannschaft letztendlich am FC Salzburg.
Im Dezember 2017 verlängerte der mittlerweile 18-jährige Félix seinen Vertrag bei Benfica bis Juni 2022. Zur Saison 2018/19 rückte er gemeinsam mit Yuri Ribeiro und anderen in den Kader der ersten Mannschaft auf. Unter Trainer Rui Vitória kam er im ersten Halbjahr auf sieben Ligaeinsätze, ein Spiel von Beginn an in der Champions League sowie ein Liga- und drei Landespokalspiele. Hierbei schoss der Angreifer drei Tore und leistete eine Vorlage. Anfang Januar 2019 übernahm Bruno Lage die Mannschaft, nachdem diese unter Vitória bereits dreimal verloren hatte, zuletzt zweimal in Folge und zum ersten Mal überhaupt gegen den Tabellenzehnten Moreirense. Unter diesem sollte der junge Spieler dann nach durchwachsenen Leistungen der Stürmer Facundo Ferreyra und Nicolás CastilloA primeira decisão de Lage: „Meter o miúdo João Félix a jogar“, publico.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch) seinen Durchbruch erreichen. Ab dem Zeitpunkt von Lages Übernahme konnte Benfica in der heimischen Liga nur noch Siege feiern, lediglich einmal trennte man sich von einem der Gegner unentschieden. Das Team gewann mehrmals hoch, so wurde unter anderem Boavista mit 5:1 besiegt, Marítimo mit 6:0 oder Nacional Funchal gar mit 10:0. Ab dem 16. Spieltag schoss Félix 13 Tore (sein erstes ausgerechnet im Derby gegen Sporting) und leistete acht Assists, in allen Partien stand er von Beginn an auf dem Feld. Er agierte als hängende Spitze hinter Haris Seferović bzw. dem Brasilianer Jonas und war am Ende der Meistersaison Benficas dritteffektivster Offensivspieler. In der Europa League, in der man nach dem Ausscheiden aus der „Königsklasse“ spielte, erzielte Félix im Viertelfinalhinspiel gegen Eintracht Frankfurt, das mit 4:2 endete, drei Tore und war am vierten mit einer Vorlage beteiligt. Damit wurde er mit 19 Jahren und 125 Tagen zum jüngsten Spieler, der einen „Dreierpack“ in der Europa League erzielte. Im Rückspiel schied Benfica aber nach einer 0:2-Niederlage aus dem Wettbewerb aus.
Aufgrund seiner Leistungen geriet der Offensivspieler in den Fokus europäischer Topklubs, abola.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch), das Fachmagazin 11 Freunde schrieb über ihn „Sein Spiel vereint alles, was ein Offensivspieler gebrauchen kann: Er ist schnell, beidfüßig, trotz seiner Größe (1,80 m) erstaunlich kopfballstark und verfügt über eine unfassbare Technik. Schon mit dem ersten Ballkontakt verschafft er sich meist einen großen Vorsprung.“ Seiner Körpergröße stand zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von 62 Kilogramm gegenüber, was ihn, so 11 Freunde, „sehr schmal und schwach wirken“ ließ.
Wechsel nach Spanien mini|hochkant=0.9|Félix mit Atlético Madrid (2019) mini|hochkant=0.9|Félix mit Atlético Madrid in der Champions League (2019) Zur Saison 2019/20 wechselte Félix in die spanische Primera División zu Atlético Madrid. Er unterschrieb einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2026 und soll pro Jahr 7 Mio. Euro verdienen. Die Ausstiegsklausel soll bei 120 Millionen Euro gelegen haben, weshalb sich beide Vereine auf eine Ratenzahlung einigten, woraufhin Atlético 6 Millionen Euro extra bezahlte. Mit einer Gesamtablösesumme in Höhe von 126 Millionen Euro wäre Félix einer der teuersten Transfers der Fußballgeschichte. Im November 2019 gewann Félix als erst zweiter Portugiese nach Renato Sanches vor den Bundesligastürmern Jadon Sancho und Kai Havertz den Golden Boy als bester U21-Spieler des Jahres in Europa. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Félix drei Tore geschossen und eine Vorlage geleistet, nachdem ihn Trainer Diego Simeone hinter den Angreifern Álvaro Morata und Diego Costa hatte spielen lassen. Im weiteren Saisonverlauf folgten acht weitere direkte Torbeteiligungen, welche Atlético unter anderem das Erreichen des Champions-League-Viertelfinales ermöglichten oder einen Zähler gegen den Ligakonkurrenten FC Sevilla sicherten. Der Angreifer hatte laut dem spanischen Fachmagazin Marca Probleme damit, Simeones Spielsystem zu verinnerlichen. Das frühe Pressing, in das auch die Offensivakteure eingebunden wurden, kostete ihn für sein Angriffsspiel notwendige Kräfte, woraufhin er häufiger keine Torchancen einleiten konnte. Die Sportzeitung bezeichnete ihn daraufhin als einen der „enttäuschendsten Transfers der Saison“.João Félix entre as desilusões da La Liga, sol.sapo.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch) In der Spielzeit 2020/21 steigerten sich Félix’ statistische Werte, allerdings waren seine vier Mitspieler Luis Suárez, Marcos Llorente, Ángel Correa und Yannick Carrasco alle an mehreren Mannschaftstreffern beteiligt als er. Der junge Portugiese hatte seinerseits aber trotz allem einen entscheidenden Anteil an der Gesamtsaisonleistung Atléticos gehabt. So schoss er beim 3:2 gegen Salzburg in der Champions-League-Gruppenphase zwei Tore, gegen den FC Bayern München traf er ebenfalls, als man sich 1:1 trennte; schlussendlich landeten die Spanier so noch vor Salzburg auf Platz 2. Auch in der Liga sicherten Félix’ Tore und Torvorlagen wichtige Zähler, etwa gegen Osasuna (3:1, zwei Tore) oder Valencia (3:1, je ein Tor und eine Vorlage). Am Saisonende holten die Madrilenen schließlich mit zwei Zählern Vorsprung auf den Stadtrivalen Real seit sieben Jahren wieder einen Landesmeistertitel.
Die Saison 2021/22 verlief für Félix durchwachsen. Er verpasste 13 Partien in Folge von Verletzungen, zwei weitere wegen einer Sperre, die er in Folge einer Schiedsrichterbeleidigung erhalten hatte.João Félix expulso depois de chamar „louco“ ao árbitro, jn.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch) Trotz allem verdiente er sich wettbewerbsübergreifende 16 Scorerpunkte, sein bis dato höchster Wert in Diensten von Atlético. In der Champions League schied der Angreifer mit der Mannschaft im Viertelfinale aus, in der Liga reichte es hingegen nur für Rang 3 hinter Meister Real und dem FC Barcelona. Für seine Saisonleistungen wurde der Spieler von den Fans des Vereins später zu dessen „Spieler der Saison“ gewählt.João Félix é eleito melhor jogador da época no At. Madrid e deixa... recado, record.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch) Die Folgesaison begann für den Offensivspieler durchaus positiv, als es ihm gleich am 1. Spieltag gelang, alle drei Tore gegen den FC Getafe aufzulegen. Bis tief in den Herbst 2022 hinein konnte Félix im Spiel Atléticos keine Akzente setzen, verdiente sich dann aber in vier Partien in Folge fünf Scorerpunkte. Allerdings gewann er mit der Mannschaft in der Champions League lediglich ein Spiel und verlor auch noch gegen Bayer 04 Leverkusen den direkten Vergleich, woraufhin man als Gruppenletzter nicht einmal mehr in der Europa League weiterspielen durfte. Im Verlauf der Hinrunde rutschte Félix im Stürmerranking an die fünfte Stelle hinter Correa, Antoine Griezmann, Morata und Matheus CunhaJoão Félix reúne-se com Jorge Mendes para tentar sair do Atlético, desporto.sapo.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 und auch das Verhältnis zu Trainer Simeone verschlechterte sich deutlich, was beispielsweise der Hauptaktionär Miguel Ángel Gil Marín bestätigte.Atlético-Boss gibt Bruch zwischen Simeone und Felix zu, stern.de, abgerufen am 12. Januar 2023 Exemplarisch hierfür sei eine Situation aus dem torlosen Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Brügge genannt. In diesem schickte der Coach seinen Spieler dreimal zum Aufwärmen, ohne ihn jedoch einzuwechseln. Daraufhin bat Félix seinen Agenten Jorge Mendes um die Suche nach einem neuen Verein für die Wintertransferperiode.João Félix cansado de promessas, abola.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch) Innerhalb der Winterpause, in welcher Félix an seiner ersten Weltmeisterschaft teilnahm, äußerte sich Gil Marín erneut zu ihm: „Félix steht für die größte Investition, die der Verein bis dato getätigt hat. Ich schätze ihn als einen hochveranlagten Spieler ein, einen der besten Spieler der Welt. Aber aus Gründen, auf die ich nun nicht eingehen werde, ist das Verhältnis zwischen Félix und Diego Simeone schlecht. Auch hege ich Zweifel an der Motivation des Spielers. Ginge es nach mir, würden wir weiter zusammenarbeiten, aber der Spieler selbst denkt offensichtlich anders darüber“., abola.pt, abgerufen am 12. Januar 2023 (portugiesisch)
Leihe zum FC Chelsea Im Januar 2023 verlängerte Félix seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 und wechselte bis zum Ende der Saison 2022/23 auf Leihbasis in die Premier League zum FC Chelsea.Agreement with Chelsea for the loan of João Félix, en.atleticodemadrid.com, 11. Januar 2023, abgerufen am 11. Januar 2023. Zuvor sollen sich auch Chelseas Konkurrenten Arsenal und Manchester United für den Stürmer interessiert haben, hätten jedoch die Leihgebühr von 11 Mio. Euro nicht aufbringen wollen.Joao Felix: Chelsea sign Atletico Madrid and Portugal forward on loan until end of the season, skysports.com, abgerufen am 12. Januar 2023 Chelsea stand zu diesem Zeitpunkt auf Rang 10 in der Liga und nur sieben Konkurrenten hatten noch weniger Tore erzielt. Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls der Angreifer Christian Pulisic, Armando Broja und Raheem Sterling verpflichteten die Londoner neben Félix auch den Mittelstürmer David Datro Fofana. Diesem blieb aber nur die Rolle als Reservist. Bei seinem Debüt stand Félix neben Kai Havertz in der Startelf und wurde nach einer guten Stunde nach einem groben Foul vom Platz gestellt; Chelsea verlor ohne ihn mit 1:2 gegen den Aufsteiger und Stadtrivalen Fulham. Nach einer Sperre für drei Spiele kehrte der Portugiese auf den Platz zurück und war bis in die Saisonendphase hinein Stammkraft. Phasenweise konnten Félix und Chelsea siebenmal in Folge nicht gewinnen und wurden letztendlich Zwölfter. Seit der Spielzeit 1993/94, in der man Vierzehnter wurde, hatten die Londoner nicht mehr so schlecht abgeschlossen und Félix gelangen auch lediglich vier Tore. Die mangelhafte Form der Mannschaft führte in der Saisonendphase zur Entlassung von Graham Potter, der nach nur sieben Monaten im Amt zum 30. Spieltag durch Frank Lampard ersetzt wurde. Der Stürmer blieb bei seinem Engagement in England auch in der Champions League hinter den Erwartungen zurück und blieb bis zum Ausscheiden Chelseas im Viertelfinale ohne direkte Torbeteiligung.
FC Barcelona