Der Große Hundstod, manchmal auch einfach nur Hundstod, ist mit einer Höhe von 2594 beziehungsweise 2593 Metern einer der Hauptgipfel des Steinernen Meers in den Berchtesgadener Alpen. Als Grenzgipfel zwischen Deutschland und Österreich (Bayern/Land Salzburg) ist sein Gipfel der höchste deutsche Punkt im Steinernen Meer.
Name Der Name des Berges, zu dem einige ältere Varianten belegt sind (Hundskopftod, Hundsthet, Hundstöd, Hundsöd, Hundsstätt) wirft häufig die Frage nach Herkunft und Bedeutung auf. In der Literatur findet sich ein halbes Dutzend Erklärungsversuche: 1. ein Zusammenhang mit der Watzmannsage, in der die Hunde des Watzmann vom Hundstod herabstürzen bzw. zu Stein erstarrt im Berg begraben liegen; 2. der Hundstod als "Hundsstätte"; 3. der Hundstod als Ort, an dem einmal Jagdhunde zu Tode gestürzt sind; 4. umgangssprachlich, weil die Besteigung insbesondere von Norden her "hundemüde" macht; 5. wegen eines Zusammenhangs mit einer Pinzgauer Adelsfamilie namens Hundt; 6. wegen seiner Form, die aus manchen Perspektiven einem riesigen Hundekopf ähnelt.
Lage Der Große Hundstod zählt zu den höheren Bergen in den Berchtesgadener Alpen und liegt südlich von Hochkalter und Watzmann am südlichen Rand des Berchtesgadener Landes. Er steht als dominanter Felskopf über der Südflanke des Steinernen Meeres, wie man es vom Pinzgau bei Zell am See sieht, und am Ende des Dießbachstausees (Dießbach zur Saalach).
Vom Gipfel bietet sich an schönen Tagen ein umfassendes Panorama: im Nordosten der Hohe Göll, im Osten die Teufelshörner, im Südosten der Hochkönig und das übrige Steinerne Meer, im Süden das Zeller Becken und die Hohen Tauern, im Westen die Loferer Steinberge und das Kaisergebirge sowie im Norden der Hochkalter und der Watzmann.
Kleiner Hundstod Etwa 0,7 km südwestlich des Gipfels befindet sich der komplett in Österreich liegende Kleine Hundstod . Er ist hoch und vom Großen Hundstod durch die hohe Hundstodscharte getrennt.
Hundstodgatterl Etwa 0,8 km östlich des Gipfels befindet sich das Hundstodgatterl . Dieses ist der Gebirgspass zwischen Großem Hundstod und dem hohen Schneiber. Dieser Pass ermöglicht den Übergang zwischen Steinernem Meer und Wimbachtal.
Besteigung
Besteigungsgeschichte Rechnet man das bereits 1783 bestiegene Seehorn zur Hochkaltergruppe (was von den meisten, aber nicht von allen Autoren so gehandhabt wird), ist der 1825 erstmals bestiegene Große Hundstod der Berg mit der frühesten dokumentierten Erstbesteigung im Steinernen Meer. Allerdings ist umstritten, wer die erste Besteigung durchgeführt hat: Der Alpinist Joseph Kyselak berichtet von seiner Besteigung eines Hundskopftods im Jahr 1825 im Zuge seiner Überschreitung des Steinernen Meers vom Königssee nach Saalfelden:
Bis heute ist unklar, ob Kyselak mit dem "Hundskopftod" bzw. der "Hundskopf-Spitze" tatsächlich den Großen Hundstod meinte, und wenn ja, ob seine Schilderung glaubhaft sei. Als Gegenargument wird angeführt, dass die von Kyselak angegebene Aufstiegszeit von einer Stunde eine unmögliche Leistung darstelle, weswegen entweder die Gehzeit oder der Gipfel nicht stimmen könne.Tatjana M. Perlin-Neumaier in: Nationalparkzeitung 2003/1, S. 20f.
Eindeutig belegt ist jedoch die Besteigung von Peter Karl Thurwieser mit J. Ebser, ebenfalls 1825. Im Jahr 1828 (nach anderen Quellen 1830) besteigt Thurwieser den Großen Hundstod zum zweiten Mal.
Weitere dokumentierte Besteiger sind: Um 1840 der Botaniker Anton von Spitzel.W. Lippert et al., Die Farn- und Blütenpflanzen des Nationalparks, Nationalpark Berchtesgaden, Forschungsbericht 37. Berchtesgaden 1997. S. 7 1857 Franz von Schilcher mit dem Führer Sebastian Brandner. 1867 Karl Hofmann und Josef Grafl (durch die Nordflanke).Karl Hofmann, Aus dem Berchtesgadner-Lande, in: Der Tourist. 1869. Nr. 7/8, S. 98–104. 1868 Hermann von Barth. 1949 oder 1950 Kardinal Julius Döpfner (im Rahmen seines Urlaubs in der Ramsau).
Besteigung heute
Auf den Großen Hundstod gibt es für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer einen markierten Weg, der vom Ingolstädter Haus durch die steile Südflanke über Schrofen und Geröll in einer guten Stunde zum Gipfel führt. Das Ingolstädter Haus wird folgendermaßen erreicht: Entweder vom Salzburger Saalachtal bei Pürzlbach über den Dießbachstausee (in ca. 4 Stunden), von St. Bartholomä am Königssee über das Kärlingerhaus (in ca. 6 Stunden) oder von Ramsau bei Berchtesgaden über die Wimbachgrieshütte und das Hundstodgatterl (in ca. 6 Stunden).
Des Weiteren verzeichnet die Alpenvereinskarte einen Aufstieg von Südosten her. Davon abgesehen bieten sich noch weitere Aufstiegsmöglichkeiten an, die jedoch allesamt große alpine Erfahrung, meist sogar Kletterei und gute Ortskenntnisse erfordern, so zum Beispiel weglos durch die Nordflanke (leichte Kletterei, Zugang aus der Scharte zwischen Hundstodkendlkopf und Großem Hundstod). An der West- und Ostseite des Großen Hundstods gibt es Kletterrouten bis in extreme Schwierigkeitsgrade.
Siehe auch Liste der höchsten Berge in Deutschland
Weblinks
Panorama vom Großen Hundstod auf www.alpen-panoramen.de
Einzelnachweise Alpenvereinskarte Bayrische Alpen. Nationalpark Berchtesgaden – Watzmann. BY21. Ausgabe 2010. Maßstab 1:25:000.
Joachim Burghardt: Steinernes Meer. Spurensuche im Niemandsland. Verlag Plenk, Berchtesgaden 2024, ISBN 978-3-98504-092-6.
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