Pobles ist eine zum Ortsteil Muschwitz der Stadt Lützen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt gehörige Ortschaft. mini|Luftbild Geografie Pobles liegt südöstlich von Lützen zwischen Leipzig und Weißenfels sowie zwischen den Tagebaugebieten von Zwenkau und Profen. Umgeben ist die Ortschaft von umfangreichen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Durch den Ort fließt der Grunaubach, der Pobles vom westlich angrenzenden Kreischau trennt.

Das Ortszentrum von Muschwitz liegt südöstlich von Pobles. Die Lange Straße führt von Pobles bis zur L 189, die Taucha mit Muschwitz verbindet.

Geschichte mini|Wallteich mit Insel in Pobles, Standort einer frühmittelalterlichen Burg Pobles gehörte bis 1806 zum Kurfürstentum Sachsen und danach bis 1815 zum Königreich Sachsen. Der Ort unterstand dem hochstift-merseburgischen Amt Lützen, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.

Im Ort bestand ein Rittergut, das sich bis 1774 (Verkauf an Johann Christian Schubart) im Besitz der Adelsfamilie Rex befand.

Der Turm der Dorfkirche St. Gangolf stammt noch aus dem 15. Jahrhundert; das gotische Kirchenschiff wurde 1865 durch einen größeren Neubau im neogotischen Stil ersetzt. Der letzte evangelische Gottesdienst fand im Jahr 1964 statt. 1994 musste der baufällige Dachstuhl des seit Jahrzehnten vernachlässigten Objektes abgenommen werden. Die Ruine wurde im Jahr 2005 entwidmet und wird seit 2022 für Kunstausstellungen genutzt. Auf dem ehemaligen Friedhofsgelände steht noch der Grabstein von Friedrich Nietzsches Großvater, dem vormaligen Dorfpfarrer David Ernst Oehler.Theo M. Lies: Kunsthalle geplant: Was die Kirchenruine in Pobles mit Friedrich Nietzsche und Thomas Mann zu tun hat. Artikel auf www.mdr.de/kultur vom 19. Februar 2022

1713 wurde die gesamte Dorfflur von Pobles vermessen und kartiert. Das entsprechende Flurbuch ist noch vorhanden.Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt im Amtsbestand von Lützen (D 25).

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Pobles mit dem Westteil des Amts Lützen im Jahre 1815 zu Preußen. Der Ort wurde 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Pobles gehörte zum Kreis Merseburg.

Bei der ersten Kreisreform in der DDR wurde Pobles am 1. Juli 1950 in den Kreis Weißenfels umgegliedert und gleichfalls in Muschwitz eingemeindet.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Muschwitz, Großgörschen, Poserna, Rippach und Starsiedel mit der Stadt Lützen zur neuen Stadt Lützen zusammen.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

Söhne und Töchter des Ortes Friedrich Wilhelm von Rex (* 29. November 1705 in Pobles; † 14. April 1763 in Dresden), königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Generalleutnant Franziska Nietzsche (* 2. Februar 1826; † 20. April 1897 in Naumburg), Pfarrerstochter und -gattin sowie die Mutter von Friedrich Nietzsche, der nach dem frühen Tod seines Vaters oft bei ihrem Vater, Pfarrer David Ernst Oehler, und dessen Frau warhttps://galerie-teterow.de/wp-content/uploads/02.10.2020-KU-25_M.pdf, abgerufen am 30. September 2021

Varia Für die Künstler Rüdiger Giebler und Moritz Götze handelt es sich bei dem von Thomas Mann in seinem Werk Doktor Faustus beschriebenen imaginären Ort Kaisersaschern um Pobles; ihre gemeinsame weltweite „Grand Tour“-Ausstellung trägt den Zusatz „Made in Kaisersaschern“ und soll in Pobles zu Ende gehen.https://galerie-teterow.de/wp-content/uploads/02.10.2020-KU-25_M.pdf, abgerufen am 30. September 2021https://www.rothamel.de/media/katalog_grand_tour_inhalt_web.pdf, abgerufen am 30. September 2021

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Einzelnachweise

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