mini|hochkant=2.4| Der Diskuswurf bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde am 15. und 18. August 2008 ausgetragen. 38 Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde die US-Amerikanerin Stephanie Brown Trafton. Olena Antonowa aus der Ukraine gewann die Silbermedaille, Bronze ging an die Chinesin Song Aimin.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2004Natalja Sadowa ()67,02 mAthen 2004Weltmeisterin 2007Franka Dietzsch ()66,61 mŌsaka 2007Europameisterin 2006Darja Pischtschalnikowa ()65,55 mGöteborg 2006Panamerikanischer Meisterin 2007Yarelys Barrios ()61,72 mRio de Janeiro 2007Zentralamerika- und Karibik-Meisterin 2008Yarelys Barrios ()62,87 mCali 2008Campeonato CAC de Atletismo 2008 auf athlecac.org, abgerufen am 5. Juli 2018Südamerika-Meisterin 2007Elisângela Adriano ()59,85 mSão Paulo 2007Campeonato Sudamericano de Atletismo 2007 auf athlecac.org, abgerufen am 5. Juli 2018Asienmeisterin 2007Liu Xiangrong ()61,30 mAmman 2007Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 18. März 2022Afrikameisterin 2004Elizna Naudé ()55,34 mAddis Abeba 2008Ozeanienmeisterin 2008Tereapii Tapoki ()50,59 mSaipan 2008Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 18. März 2022
Bestehende Rekorde Weltrekord76,80 mGabriele Reinsch ()Neubrandenburg, DDR (heute Deutschland)9. Juli 1988Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Discus throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 18. März 2022Olympischer Rekord72,30 mMartina Hellmann ()Finale OS Seoul, Südkorea29. September 1988 Der schon seit 1980 bestehende olympische Rekord wurde auch bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang der US-amerikanischen Olympiasiegerin Stephanie Brown Trafton mit 64,74 m in ihrem ersten Versuch im Finale am 18. August. Damit blieb sie 7,56 m unter dem Olympia- und 12,06 m unter dem Weltrekord.
Doping Auch der Diskuswurf der Frauen blieb nicht von der Dopingproblematik verschont. Bei der Kubanerin Yarelys Barrios wurde im Rahmen von Nachtests der Dopingproben der Olympischen Sommerspiele 2008 das verbotene Diuretikum Acetazolamid entdeckt. Daraufhin wurde ihr die zunächst errungene Silbermedaille aberkannt.Silbermedaillengewinnerin von Peking positiv getestet. In: Der Spiegel 1. September 2016, abgerufen am 18. März 2022
Die im Finale nach ihr platzierten Athletinnen rückten in der offiziellen Wertung jeweils einen Platz nach vorne.
Leidtragende dieses Dopingbetrugs waren vor allem folgende drei Athletinnen: Song Aimin, Volksrepublik China – Sie musste acht Jahre lang davon ausgehen, medaillenlos geblieben zu sein. Dann endlich erhielt sie ihre Bronzemedaille, was da nur ein schwacher Ausgleich war. Außerdem hatte sie nicht an der Siegerehrung teilnehmen können. Dani Samuels, Australien – Ihr hätten im Finale als achtplatzierte Teilnehmerin drei weitere Würfe zugestanden. Dragana Tomašević, Serbien – Ihr blieb als nach der Qualifikation zwölftplatzierte Werferin die Finalteilnahme verwehrt.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Qualifikation Neun Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 61,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den drei nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 60,28 m für die Finalteilnahme erbracht werden. Zu den neun direkt für das Finale qualifizierten Werferinnen gehörte auch die Dopingbetrügerin Yarelys Barrios, sodass schließlich nur elf Athletinnen in die Finalwertung kamen.
Gruppe A mini|hochkant=1| 15. August 2008, 19:55 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Stephanie Brown Trafton 57,78 m x 62,77 m 62,77 m 2 Iryna Jattschanka 62,26 m – – 62,26 m 3 Mélina Robert-Michon x 55,28 m 62,21 m 62,21 m 4 Dani Samuels x x 61,72 m 61,72 m 5 Olena Antonowa 61,25 m 60,61 m 59,92 m 61,25 m 6 Elina Swerawa x 60,28 m 59,60 m 60,28 m 7 Natalija Semenowa x 60,18 m x 60,18 m 8 Wioletta Potępa 59,44 m 59,20 m 59,10 m 59,44 m 9 Joanna Wiśniewska 59,40 m 58,08 m x 59,40 m 10 Elisângela Adriano x x 58,84 m 58,84 m 11 Kateryna Karsak x 53,14 m 58,61 m 58,61 m 12 Vera Begić 55,87 m 58,50 m x 58,50 m 13 Ma Xuejun 58,45 m x 56,84 m 58,45 m 14 Suzy Powell-Roos 56,02 m x 56,02 m 15 Philippa Roles x 59,85 m 57,44 m 57,44 m 16 Harwant Kaur 56,38 m 56,38 m 56,42 m 56,42 m 17 Oxana Jessiptschuk 54,91 m 54,34 m 55,07 m 55,07 m 18 Tereapii Tapoki 46,77 m 44,11 m 48,35 m 48,35 m DOP Yarelys Barrios 62,23 m – – 62,23 m im Finale dabei, später disqualifiziert Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Diskuswerferinnen:
Gruppe B mini|hochkant=0.8| 15. August 2008, 21:20 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Nicoleta Grasu 57,51 m 62,51 m – 62,51 m 2 Aretha Thurmond 58,70 m 61,90 m – 61,90 m 3 Song Aimin 59,89 m 61,31 m 61,67 m 61,67 m 4 Věra Pospíšilová-Cechlová 61,61 m – – 61,61 m 5 Li Yanfeng 60,99 m 61,29 m – 61,29 m 6 Dragana Tomašević 55,59 m x 60,19 m 60,19 m eigentlich für das Finale qualifiziert 7 Yania Ferrales 59,87 m 58,73 m 59,85 m 59,87 m 8 Swetlana Saikina x x 59,48 m 59,48 m 9 Elizna Naudé 58,75 m 57,09 m 58,35 m 58,75 m 10 Krishna Poonia 57,31 m 58,23 m 58,15 m 58,23 m 11 Natalja Sadowa x 58,11 m 57,76 m 58,11 m 12 Beatrice Faumuina 57,15 m x 54,49 m 57,15 m 13 Hanna Mashunowa x x 56,77 m 56,77 m 14 Anna Söderberg x 55,28 m 53,48 m 55,28 m 15 Zinaida Sendriūtė 54,81 m 53,41 m 52,42 m 54,81 m 16 Wenera Getowa 52,51 m 54,00 m 52,40 m 54,00 m 17 Dorothea Kalpakidou x 53,00 m 51,61 m 53,00 m 18 Rocío Comba x x 51,36 m 51,36 m Żaneta Glanc x x x ogV Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Diskuswerferinnen:
Finale 18. August 2008, 19:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Stephanie Brown Trafton 64,74 m x x 58,39 m 61,30 m x 64,74 m 2 Olena Antonowa 60,79 m 62,16 m x 60,50 m 62,59 m 62,34 m 62,59 m 3 Song Aimin 56,41 m 59,55 m 62,17 m 61,75 m 62,20 m 60,51 m 62,20 m 4 Věra Pospíšilová-Cechlová x 61,08 m x 58,74 m 61,75 m 61,66 m 61,75 m 5 Elina Swerawa 60,43 m 60,10 m x x 60,34 m 60,82 m 60,82 m 6 Li Yanfeng 60,68 m x 59,72 m x x 60,62 m 60,68 m 7 Mélina Robert-Michon 60,49 m x x x 60,66 m 60,45 m 60,66 m 8 Dani Samuels 57,14 m x 60,15 m eigentlich zu drei weiteren Würfen berechtigt 60,15 m 9 Aretha Thurmond 56,72 m 59,80 m 57,99 m nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 59,80 m 10 Iryna Jattschanka x x 59,27 m 59,27 m 11 Nicoleta Grasu 58,63 m x x 58,63 m DOP Yarelys Barrios 63,17 m 63,64 m 62,22 m 62,12 m x 60,30 m 63,64 m disqualifiziert nach 8 Jahren Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, neun von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere drei über ihre Platzierungen. Vertreten waren je zwei Chinesinnen, US-Amerikanerinnen und Weißrussinnen sowie jeweils eine Teilnehmerin aus Australien, Frankreich, Kuba, Rumänien, Tschechien und der Ukraine. Zu ihnen gehörte die Kubanerin Yarelys Barrios, die wie oben im Abschnitt „Doping“ beschrieben acht Jahre nach Austragung des Wettbewerbs wegen Dopingmissbrauchs disqualifiziert wurde.
Zum Kreis der Favoritinnen gehörte vor allem die deutsche Weltmeisterin von 2005 und 2007 Franka Dietzsch. Doch diese sagte ihre Teilnahme am olympischen Wettbewerb aus gesundheitlichen Gründen ab. Eine weitere Athletin mit sehr guten Medaillenchancen war die gedopte und später disqualifizierte Kubanerin Yarelys Barrios. Zu den weiteren Medaillenkandidatinnen gehörten die rumänische Olympiafünfte von 2004, WM-Fünfte von 2005, EM-Dritte von 2006 und WM-Dritte von 2007 Nicoleta Grasu, die tschechische Olympiadritte von 2004, WM-Dritte von 2005 und EM-Siebte von 2006 Věra Pospíšilová-Cechlová sowie die Ukrainerin Olena Antonowa als WM-Achte von 2005 und WM-Fünfte von 2007.
Nach dem ersten Durchgang des Finales führte die US-Amerikanerin Stephanie Brown Trafton mit einem Wurf von 64,74 m vor der gedopten Barrios (63,17 m), Antonowa (60,79 m) und der Chinesin Li Yanfeng (60,68 m). Mit knappen Abständen folgten die Französin Mélina Robert-Michon (60,49 m) und die Weißrussin Elina Swerawa (60,43 m). Es war davon auszugehen, dass dies ein Anfang war, denn nur fünf Athletinnen hatten die 60-Meter-Marke übertroffen und auch die Führungsweite lag deutlich hinter den Weiten zurück, die bei großen Meisterschaften in den letzten Jahren erzielt worden waren. Doch der Wettbewerb wollte nicht mehr so recht Fahrt aufnehmen. Im Kampf um die Medaillen gab es zwar noch Verschiebungen und Verbesserungen, Brown Traftons Weite aus Runde eins sollte jedoch bis zuletzt als Spitzenergebnis Bestand haben und brachte der US-Amerikanerin den überraschenden Olympiasieg.
In Runde zwei gab es hinter Brown Trafton zwei Verbesserungen in den Weiten durch Barrios (63,17 m) und Antonowa (62,16 m). Eine Veränderung der Platzierungen auf den Rängen eins bis drei gab es dadurch jedoch nicht. Pospíšilová-Cechlová setzte sich mit 61,08 m auf den vierten Platz. Im dritten Durchgang gelangen der Chinesin Song Aimin 62,17 m, sie schob sich damit einen Zentimeter vor Antonowa auf den dritten Platz. In der vorletzten Versuchsreihe konterte die Ukrainerin mit 62,59 m. Auch Song (62,20 m), Pospíšilová-Cechlová (61,75 m) und Robert-Michon (60,66 m) verbesserten ihre Weiten, was jedoch keine Auswirkungen auf die Rangfolge hatte. Im letzten Durchgang brachte nur noch Swerawas Wurf von 60,82 m eine letzte Veränderung.
Erst acht Jahre nach diesem Wettbewerb ergab sich durch Disqualifikation der zunächst zweitplatzierten Yarelys Barrios die endgültige Reihenfolge und Medaillenvergabe hinter Olympiasiegerin Stephanie Brown Trafton. Silber errang Olena Antonowa, Song Aimin sicherte sich die Bronzemedaille. Vierte wurde Věra Pospíšilová-Cechlová vor Elina Swerawa und Li Yanfeng. Rang sieben belegte Mélina Robert-Michon vor der Australierin Dani Samuels.
Stephanie Brown Trafton gewann die zweite Goldmedaille für die USA im Diskuswurf der Frauen nach Lillian Copelands Olympiasieg 1932 in Los Angeles. Olena Antonowa und Song Aimin errangen die jeweils ersten Medaillen für die Ukraine bzw. China in dieser Disziplin.
Video Athletics - Women's Discus Final - Beijing 2008 Summer Olympic Games, youtube.com, abgerufen am 18. März 2022
Weblinks Athletics Official Results Book. Official Report of the XXIX Olympiad, englisch/chinesisch (PDF, 2828 KB), S. 293–296, abgerufen am 18. März 2022 Athletics at the 2008 Summer Olympics, Discus Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 18. März 2022 Beijing 2008 Athletics discus throw women Results, olympics.com, abgerufen am 18. März 2022 Athletics at the 2008 Beijing Summer Games: Women's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 18. März 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2008 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb