Jens Raschke (geboren 1970 in Darmstadt) ist ein deutscher Kindertheatermacher (Stückeschreiber, Dramaturg, Theaterregisseur, Festivalkurator) und Autor.

Leben Raschke wuchs in und bei Heidelberg auf. Er studierte Skandinavistik und Geschichtswissenschaften in Frankfurt am Main und Kiel. Danach arbeitete er einige Jahre als Dramaturg, darunter am Theater Kiel, am Theater am Neumarkt in Zürich sowie der Folkwang Universität der Künste in Essen. 1999 wurde er Veranstalter und DJ der Kieler Sitzdisco. Das Wissenswerteste aus seiner Plattensammlung von skurrilen Tonträgern der weltweiten Musikgeschichte veröffentlichte der Soundforscher Raschke in dem Sachbuch Disco Extravaganza. Eine Reise ins Wunderland der sonderbaren Töne, erschienen 2007 beim Ventil Verlag. Gemeinsam mit Gil Mehmert schrieb er eine Bühnenfassung zu Woody Allens Film „Broadway Danny Rose“, die 2000 herauskam.Autorenprofil beim Ventil Verlag, abgerufen am 4. Juli 2018.

Ab 2003 übernahm er Leitungsfunktionen beim Internationalen Monodramafestival Thespis in Kiel und arbeitete u. a. als freier Kulturkritiker für die Kieler Nachrichten. Zwischen 2007 und 2013 arbeitete Raschke regelmäßig als Stückeautor, Öffentlichkeitsarbeiter und Hausregisseur des Theaters im Werftpark, dem Kinder- und Jugendtheater am Theater Kiel. Ab der Spielzeit 2007/2008 brachte er dort zahlreiche eigene Stücke und Inszenierungen anderer Stücke heraus.

Mit Einstein setzt Segel schuf er ein Dialogstück über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, basierend auf einer wahren biografischen Geschichte, die Albert Einstein mit Kiel verband.Einstein setzt Segel – Eine relativ historische Tragikomödie von Jens Raschke, DeichArt Kiel, abgerufen am 4. Juli 2018., Kieler Nachrichten vom 17. August 2017, abgerufen am 4. Juli 2018. Das Theaterstück lief mehrere Jahre lang sehr erfolgreich im Theater im Werftpark und wurde 2017 von der freien Theatergruppe DeichArt ebenfalls in Kiel neu aufgelegt.

Sein bislang größter Erfolg als Dramatiker – Schlafen Fische? – wurde in mehrere Sprachen übersetzt, siegte beim Mülheimer KinderStückePreis 2012 und wurde zusätzlich als Hörspiel umgesetzt und mit dem Kinderhörspielpreis des MDR 2014 preisgekrönt.

Sein Stück Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute, das ihm 2014 den Deutschen Kindertheaterpreis und den Niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis eintrug, wagt die Auseinandersetzung mit der Gewaltherrschaft der NS-Zeit in einer Kindern zugänglichen Form. Es gab einen Zoo in Buchenwald, direkt vor dem Zaun des KZs. Gemeinsam mit den Tieren blicken die kindlichen Zuschauer dort über den Zaun.

In seinem Kinderstück Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum behandelte Raschke das Thema Kriegstraumata aus kindlicher Sicht; das Klassenzimmerstück Petty Einweg setzt sich mit der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll auseinander (erzählt aus der Sicht einer PET-Flasche).

Für das Theater Kiel schrieb er als Auftragsarbeit das Stück Hamsterblut, das den Phänomenen der Empathie nachspürt und 2017 uraufgeführt wurde.Siehe Bericht der Kieler Nachrichten vom 3. März 2017 unter Weblinks Seit 2009 schreibt und inszeniert Raschke Theatertexte für die freie Kieler Theatergruppe DeichArt.

Jens Raschke lebt und arbeitet in Kiel.

Werke Theaterstücke (Uraufführungen) Ich bin etwas schief ins Leben gebaut, UA 2008, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke WoyzEck_VoiceOver (nach Georg Büchners Woyzeck), UA 5. Mai 2009, Kulturzentrum Hansa48, Kiel, Regie: Jens Raschke Einstein setzt Segel, UA 18. Juli 2009, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Uns Siegfried, UA 31. Oktober 2010, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Jules Verne und die Geheimnisse von Kiel, UA 28. Mai 2011, Theater im Werftpark, Kiel. Regie: Jens Raschke Kiel wie geschmiert, UA 3. Juli 2011, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Räuber Zwo (nach dem Fragment Die Braut in Trauer von Friedrich Schiller), UA 2. Oktober 2011, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Schlafen Fische?, UA 29. Januar 2012, Theater im Werftpark Kiel, Regie: Jens Raschke Die Märchen der Schwestern Grimm, UA 25. November 2012, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute, UA 30. April 2015, Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Swaantje Lena Kleff Ich bin Kain, UA 14. Januar 2016, Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Jakob Fedler Schwarze Schocker, UA 23. Februar 2017, Theater im Werftpark, Kiel, Regie: Jens Raschke Hamsterblut, UA 5. März 2017, Theater Kiel, Regie: Kristin Trosits Kommt eine Wolke, UA 15. September 2018, Emma-Theater/Theater Osnabrück, Osnabrück, Regie: Ramin Anaraki Stacheln im Sturm, UA 31. Dezember 2018, KulturForum der Landeshauptstadt Kiel, Kiel, Regie: Jens Raschke Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum, UA: 14. März 2019, Theater an der Rott, Eggenfelden, Regie: Markus Steinwender Petty Einweg, UA: 26. November 2019, Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Jens Kerbel Alfred Hitchcock jagt den Kieler Psycho, UA: 22. Februar 2020, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke Jules Verne und der Unhold von Kiel, UA: 6. August 2021, KulturForum der Landeshauptstadt Kiel / Theater DeichArt, Kiel, Regie: Jens Raschke Once Upon a Time in Düsternbrook, UA: 8. Januar 2022, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke Schnecke durch die Hecke, UA: 4. März 2023, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Regie: Dirk Schirdewahn Babylon Kiel: Ins Herz der Finsternis, UA: 5. April 2023, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke Ufos überm Norder!, UA: 23. Februar 2024, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke The Kieler Shining, UA: 29. November 2024, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke RoboRowski - Herz aus Aal!, UA: 27. Februar 2026, Maritim Hotel Kiel / Theater DeichArt, Regie: Jens Raschke

Opern

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute (Vorlage), UA: 10. November 2025, Theater Dortmund, Regie: Stephan Rumphorst, Musik: Edzard Locher, Libretto: Daniel C. Schindler

Hörspiele Schlafen Fische?, Produktion Deutschlandradio Kultur 2013, Länge: 50'17, Regie: Judith Lorentz, Komposition: Lutz Glandien, Sprecherin: Fea Faika.Hörspieltag: Schlafen Fische? von Jens Raschke, Deutschlandradio Kultur 14. April 2017, abgerufen am 4. Juli 2018. Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute, Produktion Hessischer Rundfunk 2015, Länge: 50'18, Regie: Götz Fritsch, Komposition: Martin Zrost, Sprecher: Michael Altmann, Jörg Schüttauf u. a. Mammut in der Grube, Produktion: Deutschlandradio Kultur 2018, Länge: 50, Regie: Beatrix Ackers, Komposition: Peter Kaizar, Sprecher: Bernhard Schütz, Arnd Klawitter, Winnie Böwe u. a.

Buchpublikationen Disco Extravaganza. Eine Reise ins Wunderland der sonderbaren Töne, Ventil Verlag, Mainz 2007, ISBN 978-3-931555-7-95. Schlafen Fische? Kinderbuch, mit Illustrationen von Jens Rassmus, Mixtvision Verlag, München 2017, ISBN 978-3-95854-070-5. Ce que vit le rhinoceros lorsqu'il regarda de l'autre côté de la clôture, éditions THEATRALES || JEUNESSE, Montreuil 2022, ISBN 978-2842608767. Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute, mit einem Nachwort, Anmerkungen und Unterrichtsanregungen von Sascha Feuchert, Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Ditzingen 2024, ISBN 978-3-15-014400-8

Auszeichnungen 2012: Mülheimer KinderStückePreis für Schlafen Fische? Nominierung für den Deutschen Kindertheaterpreis„Schlafen Fische?“ von Jens Raschke, Goethe-Institut, abgerufen am 4. Juli 2018. Kaas und Kappes Stückepool (Schlafen Fische?) 2013: Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein 2014: Deutscher Kindertheaterpreis für Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas und Kappes für Was das Nashorn sah..., Duisburger Kaas & Kappes Festival, abgerufen am 4. Juli 2018. Kinderhörspielpreis des MDR, 2. Platz für das Hörspiel Schlafen Fische? 2016: Kaas und Kappes Stückepool (Ich bin Kain) Nominierung Mülheimer KinderStückePreis für Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute 2017: Luchs des Monats Mai für das Kinderbuch Schlafen Fische? Aufnahme in die White Ravens International Youth Library (Schlafen Fische?) Nah dran! Stipendium des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterzentrums für Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum 2018: Korbinian – Paul-Maar-Preis für das Kinderbuch Schlafen Fische?Paul-Maar-Preis für junge Talente: Jens Raschke ausgezeichnet, Börsenblatt vom 28. Juni 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018. 2020: Mildred L. Batchelder Honor Book für Schlafen Fische? (Do Fish Sleep?) Nominierung Mülheimer KinderStückePreis für Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum (Wettbewerb abgesagt aufgrund der Covid-19-Pandemie) Nominierung Deutscher Kindertheaterpreis für Wer nicht träumt, ist selbst ein Traum, sowie Lobende Erwähnung für Kommt eine Wolke 2021: Auswahl Eurodram 2021 für Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute (in der französischen Übersetzung von Antoine Palévody) Nah dran! Stipendium des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterzentrums für Schnecke durch die Hecke Preis für das beste fremdsprachige Stück für Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute (in der französischen Übersetzung von Antoine Palévody) bei den Journées de Lyon des Auteurs de Théâtre 2024: Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds für ein Romanprojekt

Weblinks Jens Raschke über Empathie, Theater und Hamster Lücken und Labortiere, Kieler Nachrichten vom 3. März 2017 Autorenporträt Jens Raschke (PDF), theaterstueckverlag.de, abgerufen am 4. Juli 2018

Belege

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