mini|Die Kathedrale von Mexiko-Stadt an der Nordseite des Zócalo mini|Der Nationalpalast nimmt die komplette Ostseite des Zócalo ein mini|Der Plaza de la Constitución mini|rechts|Aussicht auf die Plaza Mayor (Zócalo) von Mexiko-Stadt (ca. 1695) von Cristóbal de Villalpando Die (dt.: „Platz der Verfassung“), auch (dt.: „Sockel“) genannt, ist der zentrale Platz von Mexiko-Stadt.

Der von Mexiko-Stadt gehört zu den größten und bekanntesten Stadtplätzen der Welt. Gemessen zwischen den ihn begrenzenden Gebäudekanten betragen seine Ausmaße etwa 235 m in Ost-West- und 215 m in Nord-Süd-Richtung. Im Gegensatz zu vielen anderen Megastädten besitzt Mexiko einen eindeutigen Mittelpunkt, der nicht nur das Zentrum der Stadtregion von über 20 Millionen Einwohnern, sondern das Zentrum der nationalen Identität des ganzen Landes darstellt.

Namensherkunft Zur Entstehung des Namens gibt es mehrere Legenden. Die gängigste besagt, dass nach Beginn des Unabhängigkeitskriegs Mexikos gegen Spanien (1815) der Sockel alles war, was von der bis dahin den Platz beherrschenden Statue des verhassten spanischen Königs Karl IV. übrig blieb.

Beschreibung Am befinden sich einige der wichtigsten Institutionen des Landes, darunter der Sitz des Präsidenten von Mexiko (, 1792), die Kathedrale von Mexiko-Stadt (, 1573–1667, die größte Kathedrale des Landes) und das Rathaus (, 1720, Sitz des Gouverneurs des Bundesbezirks () und des Stadtparlaments).

Geschichte Vor der Eroberung und Vernichtung der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán, Mexikos Vorgängerstadt, durch die Spanier (1521) stand an der nordöstlichen Ecke der Palast des Königs Moctezuma II. (1465–1520).

Während der Olympischen Sommerspiele 1968 verlief über den Platz die Strecke des Marathonlaufs.

Nutzung Auf dem Platz finden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen statt, wie im Mai 2026, als sich rund 50.000 Fans versammelten, um die koreanische Pop‑Gruppe BTS gemeinsam mit Präsidentin Claudia Sheinbaum auf dem Balkon des Nationalpalast zu sehen.

In der Popkultur Der Kunstfilm Cuentos Patrióticos (=Patriotische Geschichten) des in Belgien geborenen und in Mexiko lebenden Künstlers Francis Alÿs von 1997 bezieht sich auf ein Ereignis aus dem Jahr 1968, als Beamte als Reaktion auf eine Studentendemonstration gegen die Regierung angewiesen wurden, sich im Zentrum von Mexiko-Stadt auf der Zócalo genannten Platz zu versammeln. Anstatt ihre Unterstützung für die Regierung zu bekunden, reagierten sie aus Protest, indem sie die Geräusche von Schafen nachmachten. In dem Film sieht man Francis Alÿs, wie er auf demselben Platz in Mexiko-Stadt spaziert, gefolgt von einem Schaf, und dann kommen weitere Schafe hinzu und schließen sich an, und sie laufen im Kreis weiter. In Cuentos Patrióticos führt der Mann die Formation irgendwann nicht mehr an, sondern läuft seinerseits den Schafen hinterher. Doch auch dann noch bleiben alle Schafe auf ihrem Kurs. Schließlich verlassen sie nach und nach die Runde wieder, bis nur noch eines übrig bleibt, das vor dem Mann herläuft, bis am Ende auch diese beiden aus dem Bild gehen. Das Cover-Artwork der Single A Hard Lesson von dem Album o\i von Peter Gabriel aus dem Jahr 2026 zeigt Standbilder aus dem Film.

Literatur Kathrin Wildner: Zócalo – die Mitte der Stadt Mexiko. Ethnographie eines Platzes (= Kulturanalysen. Bd. 7). Reimer, Berlin 2003, ISBN 3-496-02761-4.

Weblinks

Einzelnachweise

Constitucion Kategorie:Platz in Nordamerika Kategorie:Wettkampfstätte der Olympischen Sommerspiele 1968