Der WAS-2102 ist ein zwischen 1971 und 1985 produzierter Kombiwagen der von AwtoWAS hergestellten Schiguli-Reihe, er basiert technisch auf dem Fiat 124 Familiare, wurde aber umfassend modifiziert, um den sowjetischen Straßenbedingungen zu entsprechen. Im Export wurde er meist als Lada bezeichnet.

mini|Heckansicht, WAS-21021-01

Unterschiede zur Limousine Im Vergleich zur Limousine WAS-2101 hat der Kombi WAS-2102 eine kürzere Achsübersetzung von 4,445 (Limousine: 4,3), die die Zugkraft verbessert, aber die Höchstgeschwindigkeit reduziert. Die Reifen waren etwas breiter (6.45–13 oder 165 SR 13). Aufgrund verstärkter Federn ist die zulässige Hinterachslast höher als bei der Limousine. Der Tank war 6 Liter größer (45 l).Der neue Kombi aus Togliatti: WAS-2102. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1972, S. 376–377. Die Hecktür wird nicht von hydraulischen Teleskopstoßdämpfern oben gehalten, sondern von Drehstabfedern, die sich als zuverlässig erwiesen. Bei umgelegter Rückbank ergibt sich eine Ladefläche von 1,6 m.

Modellvarianten

WAS-21021: Version mit leistungsgesteigertem Motor aus dem WAS-21011, 1294 cm3, 69 PS (51 kW), 1974 WAS-21021-01 und -02: Wie WAS-21021, aber mit Innenausstattung des WAS-2103, nur für den Export, 1978 WAS-21022: Standardausführung für den sowjetischen Markt WAS-21023: Ausführung mit Motor aus dem WAS-2103, 1452 cm3, 55 kW, nur für den Export, 1977 WAS-21024: Wie WAS-21021-02, aber als Rechtslenker, für den Export WAS-21026: Wie WAS-21023, aber als Rechtslenker, für den Export

Auf der Basis des WAS-2102 entstand der Elektrowagen WAS-2801.

Im Export in westliche Länder trugen die Fahrzeuge den Markennamen Lada, hatten einen Heckscheibenwischer und Vordersitze mit Kopfstützen.

Der Import des WAS-2102 in die DDR begann 1973.Neue Importfahrzeuge. In: Kraftfahrzeugtechnik 6/1973, S. 165.

Technische Daten

Kenngrößen WAS-21022Masse 1010 kgMaximal zulässige Gesamtmasse 1400 kgLänge 4059 mmBreite 1611 mm Höhe 1400 mm Radstand 2425 mm Spurweite 1305 mm Reifen6.15-13 oder 155 SR 13 oder 165 R 13Motorbaumuster 2101 MotorbauartWassergekühlter Reihenvierzylinderottomotor Gemischaufbereitung 1 Fallstrom-RegistervergaserHubraum 1198 cm3 Bohrung × Hub 76 mm × 66 mm Verdichtungsverhältnis 8,8 : 1 Nennleistung (GOST 8.417)Gemessen nach der deutschen Norm DIN 70020-6 beträgt die Leistung des 1,2-Liter-Motors 44 kW (60 PS), gemessen nach der russischen Norm ГОСТ 8.417, bei der die Antriebsleistung einiger Nebenaggregate nicht berücksichtigt wird, beträgt die Leistung 47 kW (64 PS). In diesem Artikel werden durchgängig Angaben nach GOST 8.417 verwendet. 47 kW (64 PS) bei 5600/min Max. Drehmoment (GOST 8.417) 87 N·m (8,9 kp·m) bei 3400/minHöchstgeschwindigkeit 135 km/hBeschleunigung (0–100 km/h) 22 sKraftstoffverbrauch (kombiniert, l/100 km)8,8 lKraftstoffbehältervolumen 45 lKofferraumvolumen1541 dm3Quelle

Im März 1980 wurden ein neuer Vergaser (Typ 2105—) und eine Unterdruck-Zündverstellung eingeführt.SELBST GEHOLFEN Instandsetzungshinweise für die Lada-Modelle mit weiterentwickeltem Vergaser und Zündverteiler. In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1980, S. 349–352. Mit Korrektur in 2/1981, S. 67 Daraus ergaben sich bessere Fahrleistungen bei gleichzeitig geringerem Kraftstoffverbrauch.KFT beurteilt Lada 1200 (WAS 2101) mit neuem Vergaser. In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1980, S. 346–348.

Testberichte Die KFT wertete die nicht parallel zueinander verlaufende B- und C-Säule als gestalterischen Kompromiss, davon abgesehen sei der WAS-2102 ein gelungener Kombiwagen. Die kräftige Heizung ließ sich nicht gut regulieren. Die hoch angeordnete Fondsitzbank schränkte die Hutfreiheit ein. Die Verarbeitungsqualität wurde als sauber bewertet. Der Motor lief mit Werkseinstellung zu fett, was sich in 7 % CO im Leerlauf und einem insgesamt relativ hohen Verbrauch von 10,5 l/100 km äußerte. Der Ölverbrauch war mit 0,17 l/1000 km gering. Die werksseitige Höchstgeschwindigkeit wurde mit 131 km/h (Diagonalreifen) und 135 km/h (Radialreifen) nicht ganz erreicht. Bei angepasster Vergasereinstellung ermittelte das KTA mit durchschnittlich 8,7 l/100 km und 143 km/h Endgeschwindigkeit deutlich günstigere Werte.KFT beurteilt Shiguli WAS 2102 Kombi. In: Kraftfahrzeugtechnik 1/1974, S. 16–19. Als Zugfahrzeug für Anhänger eignete sich der WAS-2102 wegen der robusten Auslegung des Fahrwerks gut, lediglich die Stoßdämpfer wiesen Mängel auf und die Hinterradbremsen wurden durch ungünstige Bremskraftverteilung unzureichend in die Verzögerung einbezogen. Die eher geringe Elastizität des kurzhubigen Motors wurde durch die im WAS-2102 kürzere Achsübersetzung recht gut ausgeglichen.KFT beurteilt Shiguli-Kombi (WAS-2102) mit den Campinganhängern QEK Junior und Bastei. In: Kraftfahrzeugtechnik 6/1976, S. 187–190.

Literatur

ВАЗ-2102 «ЖИГУЛИ», Awtolegendy SSSR Nr. 14, DeAgostini 2009. ISSN 2071-095X. (In russischer Sprache)

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Werner Oswald: Kraftfahrzeuge der DDR, 2. Auflage Motorbuchverlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-613-01913-2. S. 160 Werner Oswald: Kraftfahrzeuge der DDR, 2. Auflage Motorbuchverlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-613-01913-2. S. 156

2102 Kategorie:Fahrzeug der Mittelklasse Kategorie:Kombi