mini|hochkant=2.4| Der Dreisprung bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde am 15. und 17. August 2008 ausgetragen. 36 Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde Françoise Mbango Etone aus Kamerun. Die Kasachin Olga Rypakowa gewann die Silbermedaille, Bronze ging an die Kubanerin Yargelis Savigne.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2004 Françoise Mbango Etone () 15,30 m Athen 2004 Weltmeisterin 2007 Yargelis Savigne () 15,28 m Ōsaka 2007 Europameisterin 2006 Tatjana Lebedewa () 15,15 m Göteborg 2006 Panamerikanische Meisterin 2007 Yargelis Savigne () 14,80 m Rio de Janeiro 2007 Zentralamerika- und Karibik-Meisterin 2008 Mabel Gay () 14,19 m Cali 2008Campeonato CAC de Atletismo 2008, athlecac.org, abgerufen am 17. März 2022 Südamerika-Meisterin 2007 Keila Costa () 14,57 m São Paulo 2007Campeonato Sudamericano de Atletismo 2007, athlecac.org, abgerufen am 17. März 2022 Asienmeisterin 2007 Olga Rypakowa () 14,69 m Amman 2007Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 17. März 2022 Afrikameisterin 2004 Françoise Mbango Etone () 14,76 m Addis Abeba 2008 Ozeanienmeisterin 2008 Monique Lafaialii () 10,20 m Saipan 2008Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 17. März 2022
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord15,50 mInessa Krawez ()Göteborg, Schweden10. August 1995Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Triple jump - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 17. März 2022Olympischer Rekord15,33 mFinale OS Atlanta, USA31. Juli 1996 Rekordverbesserungen Der bestehende olympische Rekord wurde verbessert. Außerdem gab es zwei Kontinentalrekorde und einen Landesrekord: Olympiarekord: 15,39 m – Françoise Mbango Etone (Kamerun), Finale am 17. August bei einem Rückenwind von 0,5 m/s (zweiter Versuch) Kontinentalrekorde: 15,39 m (Afrikarekord) – Françoise Mbango Etone (Kamerun), Finale am 17. August bei einem Rückenwind von 0,5 m/s (zweiter Versuch) 15,11 m (Asienrekord) – Olga Rypakowa (Kasachstan), Finale am 17. August bei einem Rückenwind von 0,3 m/s (fünfter Versuch) Landesrekord: 15,03 m – Marija Šestak (Slowenien), Finale am 17. August bei einem Rückenwind von 1,1 m/s (erster Versuch)
Doping Im Dreisprung der Frauen gab es zwei Dopingfälle. Betroffen waren zwei Athletinnen, die auch am fünf Tage später stattfindenden Weitsprung teilnahmen und deren Resultate dort ebenso annulliert wurden wie hier im Dreisprung. Tatjana Lebedewa, Russland. Sie wurde bei Nachuntersuchungen des Dopingmissbrauchs überführt. Im Januar 2017 wurden ihr die Silbermedaillen im Weit- und Dreisprung aberkannt.IOC sanctions two athletes for failing anti-doping test at Beijing 2008. olympic.org vom 25. Januar 2017 (englisch), abgerufen am 17. März 2022 Chrysopigi Devetzi, Griechenland. Auch ihre Resultate im Weit- und Dreisprung wurden im Anschluss an Nachuntersuchungen im Januar 2017 wegen Dopingmissbrauchs annulliert. Im Weitsprung war sie in der Qualifikation ausgeschieden, im Dreisprung hatte sie zunächst Bronze gewonnen. Die im Finale nach Lebedewa und Devetzi platzierten Athletinnen rückten in der offiziellen Wertung jeweils zwei Plätze nach vorne.
Leidtragende waren folgende sechs Athletinnen. Im Medaillenbereich waren zwei Wettbewerberinnen besonders betroffen. Sie mussten fast neun Jahre lang davon ausgehen, medaillenlos geblieben zu sein. Das Nachreichen der Silber- bzw. Bronzemedaille nach diesem langen Zeitraum ist da nur ein schwacher Ausgleich: Olga Rypakowa, Kasachstan – Ihr wurde die Silbermedaille nachgereicht. Yargelis Savigne, Kuba – Ihr wurde die Bronzemedaille nachgereicht. Zwei Teilnehmerinnen hätten im Finale der besten Acht drei weitere Sprünge zugestanden: Olha Saladucha, Ukraine Kaire Leibak, Estland Zwei Sportlerinnen, die nach der Qualifikation die Ränge elf und zwölf belegten, hätte die Teilnahme am Finale zugestanden: Teresa Nzola Meso, Frankreich Biljana Topić, Serbien
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Qualifikation 15. August 2008, 21:40 Uhr
Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Acht Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug von 14,45 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit den vier nächstbesten Springerinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. In die Wertung kamen allerdings letztlich nur zehn Sportlerinnen, denn zwei von ihnen – die Russin Tatjana Lebedewa sowie die Griechin Chrysopigi Devetzi – wurden 2017 des Dopingmissbrauchs überführt und disqualifiziert – siehe oben Abschnitt "Doping". Für die Finalteilnahme waren schließlich 14,18 m zu erbringen.
Gruppe A
Platz Name Nation 1. VersuchWind (m/s) 2. VersuchWind (m/s) 3. VersuchWind (m/s) Resultat(m) Anmerkung 1 Yargelis Savigne 14,37 / +0,3 14,99 / −0,3 – 14,99 2 Wiktorija Gurowa 14,44 / −0,8 14,78 / +0,3 – 14,78 3 Olga Rypakowa 14,64 / ±0,0 – – 14,64 4 Anna Pjatych x 14,45 / ±0,0 – 14,45 5 Marija Šestak x 14,44 / −0,5 x 14,44 6 Biljana Topić x 14,11 / −0,3 14,14 / −0,2 14,14 eigentlich fürdas Finale qualifiziert 7 Teresa Nzola Meso 14,11 / ±0,0 14,11 / +0,2 13,96 / −0,2 14,11 8 Mabel Gay x x 14,09 / +0,4 14,09 9 Carlota Castrejana 14,02 / +0,3 x x 14,02 10 Switlana Mamjejewa 13,73 / −0,3 13,89 / −0,6 14,01 / +0,2 14,01 11 Magdelín Martínez x 14,00 / −0,1 13,77 / +0,2 14,00 12 Carolina Klüft 13,60 / +0,6 x 13,97 / +0,2 13,97 13 Gita Dodowa x 13,47 / −0,8 13,53 / +1,7 13,53 14 Erica Ashley McLain x 13,52 / −0,6 x 13,52 15 Jelena Parfjonowa 13,46 / +0,5 x 13,38 / −0,8 13,46 16 Chinonye Ohadugha 12,92 / −0,6 12,86 / −0,7 13,29 / +0,1 13,29 17 Ksenija Pryjemka 13,08 / −0,3 12,79 / ±0,0 x 13,08 Athanasia Perra x x x ogV Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Dreispringerinnen:
Gruppe B mini|hochkant=1.2| Platz Name Nation 1. VersuchWind (m/s) 2. VersuchWind (m/s) 3. VersuchWind (m/s) Resultat(m) Anmerkung 1 Françoise Mbango Etone 14,50 / ±0,0 – – 14,50 2 Olha Saladucha 14,46 / −0,3 – – 14,46 3 Xie Limei 13,38 / ±0,0 14,27 / ±0,0 14,01 / ±0,0 14,27 4 Kaire Leibak 14,19 / ±0,0 14,07 / ±0,0 x 14,19 5 Trecia Smith 14,18 / +0,3 x x 14,18 6 Adelina Gavrilă 13,98 / ±0,0 13,71 / ±0,0 13,55 / ±0,0 13,98 7 Yarianna Martínez 13,76 / ±0,0 13,98 / ±0,0 13,83 / ±0,0 13,96 8 Baya Rahouli 13,80 / +0,6 13,57 / ±0,0 13,87 / ±0,0 13,87 9 Gisele de Oliveira x 13,81 / ±0,0 x 13,81 10 Lilija Kulyk 13,53 / −0,5 13,66 / ±0,0 13,39 / ±0,0 13,66 11 Shani Marks 13,20 / ±0,0 13,44 / ±0,0 x 13,44 12 Anastasiya Juravlyeva 13,36 / +0,1 x x 13,36 13 Irina Litwinenko x 12,92 / ±0,0 12,91 / ±0,0 12,92 Yamilé Aldama x x x ogV Martina Šestáková x x x Jana Velďáková x x x DOP Tatjana Lebedewa 14,55 / ±0,0 – – 14,55 im Finale dabei,später disqualifiziert Chrysopigi Devetzi 14,92 / +0,1 – – 14,92 Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Dreispringerinnen:
Finale 17. August 2008, 21:35 Uhr Platz Name Nation 1. VersuchWind (m/s) 2. VersuchWind (m/s) 3. VersuchWind (m/s) 4. VersuchWind (m/s) 5. VersuchWind (m/s) 6. VersuchWind (m/s) Resultat(m) Anmerkung 1 Françoise Mbango Etone 15,19 / +1,3 15,39 / +0,5 x 14,82 / +0,1 x 14,88 / +0,1 15,39 OR/AF 2 Olga Rypakowa x 14,83 / +0,6 14,93 / +0,5 15,03 / +0,6 15,11 / +0,3 x 15,11 AS 3 Yargelis Savigne x 14,87 / +0,5 14,77 / +0,1 15,05 / +0,1 x 14,91 / +0,8 15,05 4 Marija Šestak 15,03 / +1,1 14,65 / +0,6 x 14,46 / +0,9 14,47 / +0,1 14,75 / +0,9 15,03 NR 5 Wiktorija Gurowa 14,38 / +0,6 14,04 / +0,6 14,77 / +1,1 x 14,65 / +0,1 x 14,77 6 Anna Pjatych 14,67 / +0,3 14,73 / −0,2 14,57 / +0,6 x 14,67 / +0,3 14,28 / +0,3 14,73 7 Olha Saladucha 12,78 / +0,6 14,70 / +1,2 11,29 / +0,7 eigentlich zu drei weiterenSprüngen berechtigt 14,70 8 Kaire Leibak 12,19 / +0,6 14,13 / +0,8 x 14,13 9 Trecia Smith 14,12 / +0,5 13,75 / +0,4 x nicht im Finale derbesten acht Springerinnen 14,12 10 Xie Limei 14,09 / +0,8 13,94 / +0,7 13,67 / +0,3 14,09 DOP Tatjana Lebedewa 15,15 / +1,2 15,17 / +1,0 15,32 / +0,5 14,40 / ±0,0 x x 15,32 disqualifiziert fast neun Jahrenach Austragung dieser Konkurrenz Chrysopigi Devetzi 14,94 / +0,8 15,23 / +1,6 x x x x 15,23 Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, acht von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere vier über ihre Platzierungen. Vertreten waren drei Russinnen sowie je eine Teilnehmerin aus China, Estland, Griechenland, Jamaika, Kamerun, Kasachstan, Kuba, Slowenien und der Ukraine. Unter ihnen befanden sich die beiden gedopten Tatjana Lebedewa aus Russland und die Griechin Chrysopigi Devetzi, die knapp neun Jahre nach diesem Wettbewerb disqualifiziert wurden.
Zu den Favoritinnen gehörten beide gedopten Athletinnen. Weitere Athletinnen, die aussichtsreich an den Start gingen, waren die Olympiasiegerin von 2004 Françoise Mbango Etone aus Kamerun, die Kubanerin Yargelis Savigne als Weltmeisterin von 2007, Vizeweltmeisterin von 2005 und Olympiadritte von 2004, die jamaikanische Weltmeisterin von 2005 und Olympiavierte von 2004 Trecia Smith, die russische WM-Dritte von 2005 und EM-Dritte Anna Pjatych sowie die Ukrainerin Olha Saladucha als WM-Fünfte von 2007 und EM-Vierte.
Im Finale gab es gleich im ersten Durchgang zwei Sprünge jenseits der 15-Meter-Marke. Mbango Etone führte mit 15,19 m vor der Slowenin Marija Šestak, die mit 15,03 m einen neuen Landesrekord aufstellte. Mit genau fünfzehn Metern lag Lebedewa auf dem dritten Rang, Devetzi folgte auf Platz vier mit 14,67 m. Pjatych war mit 14,67 m Fünfte vor der Russin Wiktorija Gurowa mit 14,38 m. In Runde zwei steigerte sich Mbango Etone noch einmal um zwanzig Zentimeter. Ihre 15,39 m bedeuteten neuen olympischen Rekord und neuen Afrikarekord. Auch Devetzi (15,23 m, damit Zweite) und Lebedewa (15,17 m, damit Dritte) steigerten sich. Savigne (14,87 m, damit nun auf Rang fünf), und Rypakowa (14,83 m, damit aus Platz sechs) hatten ihre ersten gültigen Sprünge. Pjatych verbesserte sich zwar auf 14,73 m, fiel aber dennoch zurück auf den siebten Platz, Šestak war nun Vierte. In Durchgang drei steigerte sich die gedopte Lebedewa weiter auf 15,32 m. Das sollte hier ihre beste Weite bleiben, womit sie für fast neun Jahre Silber innehatte. Die ebenfalls gedopte Devetzi produzierte nach ihren 15,23 m aus Runde zwei nur noch ungültige Versuche. Ihre Weite brachte ihr für ebenfalls fast neun Jahre Bronze ein. Rypakowa zog mit 14,93 m an Savigne vorbei auf den siebten Rang. Gurowa erzielte 14,77 m und war damit Neunte vor Pjatych. Weitere Sprünge von mehr als fünfzehn Metern gab es in Runde vier. Savigne gelangen 15,05 m, Rypakowa sprang 15,03 m. Mbango Etone führte also weiter, dahinter ging es jedoch äußerst eng zu. Vierte war jetzt Savigne, die zwei Zentimeter Vorsprung vor Rypakowa auf Rang fünf und Šestak auf Rang sechs hatte. In der nächsten Versuchsreihe konterte Rypakowa noch einmal mit einem Sprung auf 15,11 m. Das war die Entscheidung, die Kasachin hatte damit einen neuen Asienrekord aufgestellt. Anschließend gab es keine weiteren Veränderungen mehr.
Françoise Mbango Etone wiederholte als Olympiasiegerin ihren Erfolg von 2004 in Athen. Die endgültige Rangfolge nach Disqualifikation der beiden gedopten Teilnehmerinnen bedeutete für Olga Rypakowa Platz zwei, womit sie Silber gewann. Bronze ging dann an Yargelis Savigne. Marija Šestak belegte den vierten Platz. Fünfte wurde Wiktorija Gurowa vor Anna Pjatych. Die Konkurrenz war trotz Aberkennung der Resultate zweier Springerinnen von einem sehr hohen Niveau gekennzeichnet. Die Athletinnen auf den ersten vier Plätzen hatten die 15-Meter-Marke übertroffen, es wurde ein neuer olympischer Rekord aufgestellt, zum Weltrekord fehlten lediglich elf Zentimeter. Außerdem gab es zwei neue Kontinentalrekorde und einen neuen Landesrekord.