Assassin’s Creed Odyssey ist ein Action-Adventure-Computerspiel mit Rollenspielelementen, das von Ubisoft Quebec entwickelt wurde und von Ubisoft verlegt wird. Es ist der elfte Teil der Hauptserie von Assassin’s Creed und der Nachfolger des 2017 erschienenen Assassin’s Creed Origins. Es wurde im Oktober 2018 für die Plattformen PlayStation 4, Microsoft Windows und Xbox One veröffentlicht. Im November 2019 folgte die Veröffentlichung für Google Stadia.
Das Spiel thematisiert eine alternative Version des Peloponnesischen Krieges und ist somit mehrere Jahrhunderte vor der Gründung der Assassinen-Bruderschaft angesiedelt. Der Spieler hat die Möglichkeit, zwischen einem männlichen und weiblichen Protagonisten zu wählen; die nicht ausgewählte Figur wird nach Spielstart einer der Hauptantagonisten. Man durchläuft das Spiel als Söldner und Nachfahre des spartanischen Königs Leonidas I. und benutzt, anstelle der in der Assassin’s-Creed-Reihe sonst üblichen „versteckten Klinge“, dessen zerbrochenen Speer, welcher zu einer Waffe geschmiedet wird, die dem Spieler besondere Fähigkeiten im Kampf verleiht. Als Söldner kämpft man entweder für Athen bzw. den Attischen Seebund oder für Sparta bzw. den Peloponnesischen Bund.
Darüber hinaus enthält das Spiel auch Story-Elemente, die sich auf die Vorläuferrasse der Isu beziehen, die als Teil der Überlieferung der Assassin’s-Creed-Reihe eine fortschrittliche Zivilisation sind, die vor der Menschheit existierte und auf der ganzen Welt mächtige Artefakte, sogenannte Edensplitter, hinterließ.
Handlung Intro Zunächst beginnt das Spiel mit einer Einleitungssequenz im Jahr 480 v. Chr., wo König Leonidas während der Schlacht bei den Thermopylen die spartanische Armee gegen einen Angriff der Perser anführt. Das Gefecht ist zwar gewonnen, aber Leonidas wird darüber informiert, dass die persische Armee von dem geheimen Bergpfad erfahren hat und die Spartaner am nächsten Morgen umzingeln wird. Trotzdem beschließt Leonidas, den Vormarsch der Perser mit seinen 300 Mann aufzuhalten.
Anschließend springt die Handlung ins Jahr 2018. Layla Hassan, die Gegenwarts-Protagonistin aus Assassin's Creed Origins, ist mittlerweile den Assassinen beigetreten und stößt bei Forschungen auf die verlorenen Geschichten von Herodot. Seine Arbeit beschreibt einen griechischen Söldner, der ein Eden-Artefakt – den Speer des Leonidas – besessen haben soll. Es gelingt Layla, den Speer zu finden, und mit Hilfe der Ex-Abstergo-Mitarbeiterin Dr. Victoria Bibeau extrahiert sie daraus die DNA der Geschwister Alexios und Kassandra. Der Spieler hat nun die Wahl zwischen einem männlichen und einem weiblichen Hauptcharakter (für die Zwecke dieses Artikels wird die kanonische Protagonistin Kassandra verwendet). Im Assassinen-Versteck in London aktiviert Layla ihren Animus, um in Kassandras Erinnerungen den Standort des Stabs von Hermes, einem weiteren Eden-Relikt, ausfindig zu machen.
Hauptgeschichte Die Haupthandlung startet schließlich im Jahr 431 v. Chr. auf der Insel Kefalonia, zu Beginn des Peloponnesischen Krieges. Kassandra, die Enkelin von Leonidas, dessen zerbrochenen Speer sie erbte, hat sich einen Ruf als erfolgreiche Söldnerin aufgebaut und wird wegen ihres Adlers Ikaros als Begleiter „Adlerfrau“ genannt. Als Kind wurde Kassandra von ihrer Heimat Sparta verbannt, nachdem sie vergeblich einen Ältesten davon abgehalten hatte, ihren jüngeren Bruder Alexios auf Drängen des Orakels vom Berg Taygetos zu werfen, da dieser einer Prophezeiung zufolge für Spartas Untergang verantwortlich sein würde. Als Strafe dafür, dass Kassandra den Ältesten versehentlich tötete, musste ihr Vater Nikolaos sie von der Klippe werfen, trotz Bitten ihrer Mutter Myrrine, es nicht zu tun. Das junge Mädchen überlebte jedoch den Sturz und floh in dem Glauben, Alexios sei tot, mit einem Boot ins offene Meer. Sie strandete während eines Sturms auf Kefalonia und wurde von dem Gutsverwalter Markos aufgelesen, der sie über die Jahre aufzog.
Eines Tages begegnet Kassandra einem mysteriösen Fremden namens Elpenor, der sie dazu beauftragt, in Megaris einen Feldherrn, der als der „Wolf von Sparta“ bekannt sein soll, zu töten. Sie nimmt den Auftrag an und rettet den Schiffsführer Barnabas, der ihr zum Dank ein Platz auf seinem Schiff, der Adrasteia, als Kommandantin anbietet. Damit verlässt Kassandra die Insel und setzt Kurs nach Megaris. Auf dem Weg dorthin kommt sie jedoch dahinter, dass es sich bei dem „Wolf von Sparta“ tatsächlich um ihren Vater Nikolaos handelt.
In Megaris angekommen, lernt Kassandra Stentor kennen, Nikolaos Adoptivsohn. Indem sie ihm beim stattfindenden Kampf gegen die Athener unterstützt, können die Spartaner einen großen Sieg erringen. Schließlich steht Kassandra ihrem Vater gegenüber, der von ihrem Überleben sichtlich überrascht ist. Sie konfrontiert Nikolaos damit, was er ihr einst angetan hat, und enthüllt ihm den Preis auf seinen Kopf. Der Spieler muss sich nun entscheiden, ob Kassandra Nikolaos tötet oder ihn verschont. Beides führt dazu, dass sie erfährt, dass Nikolaos nicht ihr und Alexios‘ leiblicher Vater ist, und darum gebeten wird, ihre Mutter Myrrine zu finden, die noch am Leben sein soll.
Nach dieser Begegnung begibt sich Kassandra nach Phokis, um das Orakel von Delphi aufzusuchen in der Hoffnung, mehr über den Verbleib ihrer Mutter herauszufinden. Das Orakel erzählt ihr vom sogenannten „Kult des Kosmos“ und dessen Vorhaben, Kassandras Familie auszulöschen. Zu den Kultisten soll auch Elpenor gehören, weswegen Kassandra sich auf die Suche nach ihm macht. Als sie ihn findet, kommt es zum Kampf, in welchem sie ihren Widersacher töten kann. In seinen letzten Atemzügen erklärt Elpenor, dass der Kult ihren Tod wollte, er aber diesen überzeugte, Kassandra am Leben zu lassen, da er sie für seine eigenen Pläne verwenden wollte.
Nachfolgend infiltriert Kassandra verdeckt ein Treffen des Kults, das in einer geheimen Kammer unter dem Tempel des Apollon stattfindet. Sie erfährt bei Gesprächen mit den Kultisten von einem überlegenen Krieger namens „Deimos“, welcher die Waffe des Kults sein soll. Des Weiteren findet sie heraus, dass der Kult den stattfindenden Krieg ausnutzen möchte, um die Kontrolle über die gesamte griechische Welt zu erlangen. Kurze Zeit später trifft Deimos mit Elpenors Kopf ein und enthüllt, dass er weiß, dass ein Verräter in seinen Reihen ist. Er lässt verschiedene Kultisten ein mysteriöses, pyramidenförmiges Artefakt in der Mitte der Kammer berühren, um den Verräter zu entlarven. Als Kassandra dran ist, zeigt das Artefakt Erinnerungen aus ihrer Kindheit, und schockiert erkennt sie, dass es sich bei Deimos um ihren totgeglaubten Bruder Alexios handelt. Deimos lässt Kassandra gehen und tötet das nächste Kultmitglied, das er als den vermeintlichen Verräter darstellt.
Kassandra trifft sich in Delphi mit Barnabas, der ihr Herodot vorstellt. Sie berichtet den beiden über den Kult und dessen Plänen, woraufhin sie beschließen, nach Athen aufzubrechen, um den dortigen Staatsmann Perikles zu warnen. Zuvor jedoch wird Kassandra von Herodot, der Leonidas’ Speer auf ihrem Rücken erkannt hat, darum gebeten, ihn am alten Schlachtfeld bei den Thermopylen zu treffen. Dort angekommen, berührt Herodot den Speer, wodurch ihm plötzlich eine Rückblende erscheint, die Leonidas‘ Tod beim Kampf gegen die Perser zeigt. Nach dieser Vision berichtet er Kassandra von der Entdeckung eines Tors mit seltsamen Formen auf der Insel Andros, von dem er glaubt, dass es mit ihrem Speer in Verbindung stehen würde. Kassandra stimmt zu, der Sache auf den Grund zu gehen, und gemeinsam mit Barnabas und Herodot segelt sie in die Ägäis. Auf Andros angekommen, öffnet Kassandra das mysteriöse Tor mit Leonidas‘ Speer und betritt ein großes Gewölbe, das sich als eine uralte Schmiede der Ersten Zivilisation entpuppt. Darin entdeckt sie eine Struktur in Form eines Speers, mit welche sie ihre Waffe verbessern kann.
Als Kassandra das Gewölbe verlässt, wird sie plötzlich von Deimos konfrontiert, der sie die ganze Zeit verfolgt hat. Er beschuldigt sie, ihn damals absichtlich vom Berg geworfen zu haben. Kassandra versucht, Deimos die Wahrheit klarzumachen, aber seine Indoktrination durch den Kult ist zu stark und er lässt seine Schwester mit der Drohung zurück, ihm aus dem Weg zu gehen. Wenig später kommt Kassandra in Athen an, wo sie auf neue Verbündete wie Alkibiades, Sokrates und Aspasia trifft. Nachdem sie einige Aufträge in der Stadt erledigt hat, gewinnt sie das Vertrauen von Perikles, der sie daraufhin zu seinem Symposium einlädt. Hier hofft Kassandra, mehr Informationen über ihre Mutter zu finden, indem sie sich mit den Festgästen unterhält. Ihr gelingt es, einige nützliche Hinweise zu erhalten, und bricht zu einer Odyssee auf, um diesen Hinweisen nachzugehen.
Als erstes begibt sich Kassandra nach Argos, wo sie auf den berühmten Arzt Hippokrates trifft. Nachfolgend erfährt sie, dass Myrrine damals mit dem verletzten Alexios zum Heiligtum von Asklepios kam und um Hilfe bat. Alexios wurde fälschlicherweise für tot erklärt und anschließend von einer Priesterin namens Chrysis aufgezogen, die ein Mitglied des Kultes ist. In Korinth freundet sich Kassandra mit dem spartanischen General Brasidas an und hilft der Hetäre Anthousa, einen Kultisten zu töten, welcher „der Höker“ genannt wird und die Stadt terrorisiert. Anschließend erzählt Anthousa ihr, dass Myrrine in Korinth einst Zuflucht suchte, bevor sie mit einem Schiff namens Klang der Sirenen abgereist ist. Der letzte Hinweis führt Kassandra zur Insel Kea, wo sie auf die Piratenanführerin Xenia trifft. Von ihr erfährt Kassandra, dass Myrrine eine Weile als Piratin in diesem Gebiet aktiv gewesen ist und sich Phoenix nannte, später jedoch mit unbekanntem Ziel nach Südosten abreiste.
Nachdem Kassandra nun alle wichtigen Hinweise über ihre Mutter hat, kehrt sie nach Athen zurück, wo sie jedoch eine von einer Pest heimgesuchten Stadt vorfindet. Aspasia teilt ihr mit, dass Perikles im Sterben liegt und sie ihre Hilfe braucht, um über ihn zu wachen. Kurz darauf jedoch tauchen Wachen des Kults auf, die in der Stadt ein Massaker anrichten. Kassandra bekämpft die Angreifer, kann jedoch nicht verhindern, dass Perikles von Deimos kaltblütig ermordet wird. Daraufhin beschließt sie, Athen mit Aspasia zu verlassen. Da Perikles‘ Rivale Kleon, der nun der neue Herrscher Athens ist, befahl, dass niemand die Stadt verlassen soll, kämpfen sie sich bis zum Hafen durch. Nachdem es ihnen gelungen ist, mit der Adrasteia aus der Stadt zu fliehen, gibt Kassandra Aspasia die Informationen, die sie über ihre Mutter herausgefunden hat. Aspasia erzählt ihr daraufhin, dass sie eine Frau namens Phoenix kannte, die auf der Insel Naxos leben soll.
Kassandra segelt nach Naxos, wo sie endlich ihre Mutter ausfindig machen kann. Es kommt zu einem rührenden Wiedersehen, wobei Kassandra erfährt, dass Myrrine mittlerweile über diese Insel herrscht und ebenfalls vom Kult weiß. Myrrine verspricht, dass sie gemeinsam Alexios finden und ihre Familie wieder zusammenführen werden, aber sie müssen sich erst um die Verteidigung der Insel kümmern. Kassandra stimmt zu und hilft ihrer Mutter, athenische Streitkräfte von der benachbarten Insel Paros abzuwehren. Nach einem gelungenen Sieg beschließt Myrrine, nach Sparta zurückzukehren; jedoch bittet sie Kassandra darum, dass diese zunächst ihren leiblichen Vater treffen soll, und schickt sie daher zur Vulkaninsel Santorin.