mini|hochkant|Johann Daniel Gohl, Stich von Georg Paul Busch Johann Daniel Gohl (Pseudonyme: Caspar Melchior Blazer, Ursinus Wahrmund und Aletophilus; * 26. Juli 1674 in Berlin; † 2. April 1731 in Wriezen) war ein deutscher Mediziner, praktizierender Arzt in Berlin und Halle, Brunnenarzt in Freienwalde und Physikus im Oberbarnimschen Kreis. Zusammen mit Johann Christian Kundmann zählt Gohl als Wegbereiter der Medizinalstatistik in Deutschland.
Leben und Wirken Johann Daniel Gohl war der Sohn des brandenburgischen Kammermusikanten Johann Gool († 1690). Nach dem Besuch der Gymnasien zu Berlin und Halle studierte Gohl Sprachen und Jurisprudenz in Halle. Nach einer Krankheit studierte er daselbst auch ab 1696 Medizin und war dort Schüler von Georg Ernst Stahl und Friedrich Hoffmann. Im Jahr 1698 promovierte Gohl und war anschließend etwa ein Jahr als praktischer Arzt in Berlin tätig. Nach seiner Heirat wechselte er 1699 als praktischer Arzt nach Halle und hielt dort auch Vorlesungen. Dort muss er jedoch mit seinen Kollegen in Disput geraten sein und zog erneut nach Berlin. 1711 erhielt Gohl die Aufsicht über den Gesundbrunnen in Freienwalde als sogenannter Brunnenarzt und hielt sich dort während der Sommermonate auf. Im gleichen Jahr wurde er zum Mitglied der Königlich Preußischen Sozietät der Wissenschaften in Berlin ernannt. 1721 wurde er zum Physikus des Oberbarnimschen Kreises mit Amtssitz in Wriezen ernannt. Am 20. März 1723 erfolgte mit dem akademischen Beinamen Aeschryon die Aufnahme in die Leopoldina (Matrikelnummer 364).
In älteren Schriften und Biographien gilt Gohl als Anhänger Stahls, dem sein Biograph Stürzbecher aber keine weitere Beachtung schenkt. Besondere Aufmerksamkeit kommt Gohl durch die Herausgabe der ersten Berliner medizinischen Fachzeitschrift Acta medicorum Berolinensium von 1717 bis 1731 zugute. In diesen veröffentlichte Gohl bereits in der ersten Nummer eine für 1716. Zwei Jahre später kam eine Tabelle über die erkrankten und verstorbenen Soldaten der Berliner Garnison hinzu. Ab 1721 gab er dann Tabellen über Berliner Todesfälle des jeweils vorhergehenden Jahres heraus, getrennt nach Todesursachen und Monaten und mit Bemerkungen versehen. Kundmann, der eben solche Tabellen für Breslau in Johann Kanolds Sammlung von Natur- und Medicin- sowie auch dazugehöriger Kunst- und Litteratur-Geschichten veröffentlicht hatte, verband und verglich die Berliner und Breslauer Zahlen, die Johann Peter Süßmilch für sein 1741 erschienenes bahnbrechendes Werk Die Göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen verwendete.
Gohl war verheiratet mit Eva Victoria Eisener und hatte mit ihr zwei Söhne und zwei Töchter, von denen zu erwähnen sind: Daniel August, Buchhändler in Berlin, und Eleonore Catherine, verheiratet mit Philipp Jacob Manitius (1692–1749), Kriegsrat und späterer Bürgermeister von Königsberg.
Werke Unter dem Pseudonym Aletophilus/Alethophilus erschienene Werke werden teilweise anderen Autoren zugeschrieben:
Joh. Dan. Gohlii. M. D. & Pr. Berolinensis, Tobias Schützens, Churfl. Brand. Chirurgi in Crossen D. Joh. Dan. Gohlii. S.S.S.
Ursini Wahrmunds, Med. Doct. D. Joh. Dan. Gohlii, Medici Provincialis circuli Barnimensis superioris & fontis Freyenwaldensis, Societat. Leopold. & Scient. Berol. Collegae, Joh. Daniel Gohls/ M. D. Physici des Ober-Barnimischen Crayses etc. . Joh. Daniel Gohls, M.D. Physici des Ober-Barnimischen Crayses etc.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Mitgliedseintrag von Johann Daniel (Ps. Ursinus Wahrmund) Gohl(ius) bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 1. Juli 2018.
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