Górkło () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki () im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).
Geographische Lage Górkło liegt am Südufer des Gurkler Sees () in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 27 Kilometer östlich der Kreisstadt Mrągowo ().
Geschichte Das nach 1785 Gurcklen und bis 1945 Gurkeln genannte Dorf wurde vor 1477 gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Gurkeln. 1785 wird es als „köllmisches Dorf“ mit 38 Feuerstellen genanntGurkeln bei GenWiki. Zwischen 1874 und 1945 war der Ort in den Amtsbezirk Schimonken () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Schimonken/Schmidtsdorf, der – 1938 in „Amtsbezirk Schmidtsdorf“ umbenannt – zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Gurkeln gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Gurkeln stimmten 160 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 112
In Kriegsfolge wurde Gurkeln 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen an Polen überstellt und erhielt die polnische Namensform „Górkło“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und somit eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 204 1839 278 1867 300 1885 307 1898 266 1905 218 1910 219 1933 257 1939 207 2011 139Wieś Górkło w liczbach
Kirche Im Jahre 1905 zählte Gurkeln 218 Einwohner, von denen 216 evangelischer und zwei katholischer Konfession waren. Bis 1945 war Gurklen in die evangelische Kirche Schimonken in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche St. Adalbert in Sensburg im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Górkło zur evangelischen Pfarrei Mikołajki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. zur katholischen Pfarrei Woźnice im Bistum Ełk in der polnischen katholischen Kirche.
Verkehr Górkło liegt nördlich der polnischen Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127) und ist von ihr über Olszewo (Olschewen, 1938 bis 1945 Erlenau) auf direktem Wege zu erreichen. Eine Anbindung an das Schienennetz besteht nicht. Doch war ab 1945 mit der offiziellen Bezeichnung „Dábrówka Górkło“ für die nächstgelegene Bahnstation Dąbrówka an der seit 2009 nicht mehr befahrenen Bahnstrecke Czerwonka–Ełk () der Ortsname genannt.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Mikołajki