Thomas W. Eagar (* 1950 in Chattanooga, Tennessee; † 9. Oktober 2022 in Belmont, Massachusetts) war Werkstoffkundler und Metallurge in Forschung und Ingenieurwesen im Rang eines Professors. Er veröffentlichte 208 wissenschaftliche Aufsätze und Bücher, daneben 14 Patente. Er arbeitete für das MIT.
1997 wurde Eager für Beiträge zu Theorie und Praxis des Schweißens in die National Academy of Engineering gewählt.
Leben Thomas W. Eagar machte im Jahr 1972 seinen Bachelor of Science in Metallurgie und Materialwissenschaft und den Doctor of Science 1975 in Metallurgie am Massachusetts Institute of Technology. Anschließend studierte er von 1975 bis 1976 Betriebswirtschaft an der Lehigh University. Im Jahr 1988 nahm er an einem Programm für leitende Angestellte an der Sloan School of Management am Massachusetts Institute of Technology teil.
Eagar war von 1974 bis 1976 bei der Bethlehem Steel Corporation als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Zwischen 1976 und 1987 arbeitete er an der Fakultät für Materialwissenschaft und Technik am Massachusetts Institute of Technology als Assistenzprofessor für Werkstofftechnik. Von 1984 bis 1985 war er am US Office of Naval Research in Tokyo tätig. Ab 1987 war Thomas W. Eagar Professor am Massachusetts Institute of Technology, unter anderem für Werkstofftechnik (seit 1987), Technische Anlagen (seit 2000). Zwischen 1995 und 2000 war er Leiter der Fakultät für Materialwissenschaften und Technik.
Auszeichnungen International Junior Civitan of the Year, 1968 Dennison K. Bullens Scholarship, 1969–1971 Foundry Educational Foundation Scholarship, 1970–1971 Phi Lambda Upsilon, Member 1971 Tau Beta Pi, Member, 1971; Distinguished Service Award, 1980 National Science Foundation Graduate Fellowship, 1972–1974 Metallurgy and Materials Prize, Boston Section AIME, 1972 Adams Memorial Membership Award, American Welding Society, 1979–1983 Charles H. Jennings Memorial Medal, American Welding Society, 1984, 1992, 2004 Champion H. Mathewson Gold Medal, TMS-AIME, 1987 Henry Krumb Lecturer, TMS/SME-AIME, 1987 National Science Foundation Creativity Extension Award, 1988–1990 Leaders for Manufacturing Professorship, 1988–1993 ASM International, Fellow, 1989 Houdremont Lecturer, International Institute of Welding, 1990 Richard P. Simmons Professorship, 1990–1993 Warren F. Savage Award, American Welding Society, 1991, 1996 William Spraragen Award, American Welding Society, 1991, 1994 Comfort A. Adams Lecturer, American Welding Society, 1992 Henry Marion Howe Medal, ASM International, 1992 William Irrgang Award, American Welding Society, 1993 POSCO Professorship, 1993–1999 American Welding Society, Fellow, 1994, Honorary Member, 1999 Nelson W. Taylor Lecturer, Pennsylvania State University, 1995 National Academy of Engineering, Mitglied, 1997 General Electric Distinguished Lecture, Rensselaer Polytechnic Institute, 2001 Thomas Lord Professorship, 2001 - Silver Quill Award, American Welding Society, 2002 American Association for the Advancement of Science, Fellow, 2002 College of Engineering and Technology, Lecturer, Brigham Young University, 2004
Besondere Interessen Materialherstellung und Verarbeitung. Schweiß- und Verbindungstechniken. Keramische und elektronische Komponenten. Alternative Herstellungsmethoden. Management bei Herstellungsmethoden. Deformationsvorgänge. Werkstoffanalyse. Auswahl und Versagen von Werkstoffen.
Reißverschlusstheorie In seinem Aufsatz in der Zeitschrift Journal of Metals (JOM), Volume 53, wird diese Theorie zum Einsturz der beiden Türme des 2001 zerstörten World Trade Centers entwickelt.
Diese Theorie wird kontrovers diskutiert (siehe Artikel bei Quellen).
Die Theorie in groben Zügen Durch das Abbrennen großer Mengen Kerosin auf den Stockwerken kommt es zu einem allgemeinen Aufweichen und Versagen von Materialverbindungen in den Stockwerkdecken. Durch hohe Temperaturen verformten sich die äußeren Stahlsäulen der Gebäude: Die Fassadenflächen wurden nach außen gedrückt. Die Geschossflächen, die in Leichtbauweise zwischen den inneren Kernsäulen und den Fassadensäulen quasi nur eingehängt waren, fielen nach unten. Die fallenden Geschossdecken rissen die weiteren Etagen auf dem Weg nach unten mit. Der Einsturz der Gebäude vollzog sich nahezu in einem Freien Fall, weil die Gebäude zu 95 Prozent aus Luft bestanden. Hohe Gebäude mit großer Geschossfläche (keine Präzisierung) kippen nie zur Seite, sondern stürzen stets in sich zusammen.
Kritik an der Theorie Eagar sei ein Metallurge, kein Konstrukteur bzw. Statiker. Die Theorie nennt brennendes Kerosin als Hauptverursacher des allgemeinen Materialversagens der Türme und ließe den Einsturz von WTC Gebäudenummer 7 unberücksichtigt. Das Dach, die 75., 41. (sie markierten unterschiedliche Gebäudesektionen) und die unteren Etagen besäßen massive Stahlträger, die die inneren, massiven Stahlsäulen mit den äußeren Stahlsäulen verbinden würden. Dieses statische Konzept stünde dem Freien Fall entgegen.
Quellen Lebenslauf von Thomas W. Eagar Thomas W. Eagar, Aufsatz in der Zeitschrift JOM: Why Did the World Trade Center Collapse? Science, Engineering, and Speculation (JOM), Volume 53, Issue 12 S. 8–11
Weblinks Thomas W. Eagar auf der Seite des Massachusetts Institute of Technology
Einzelnachweise
Kategorie:Metallurg Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Mitglied der National Academy of Engineering Kategorie:Fellow der American Association for the Advancement of Science Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann