Hölle ist ein verbreiteter Flurname für enge oder wilde Gegenden, wie Schluchten oder Steilhänge. Verbreitete Varianten sind Hell- bis hin zu Hohl- oder Hal-.
Wortherkunft Das Wort steht zum einen wohl zu einer allgemeingermanischen Wurzel „verbergen“, wie sie noch im Wort verhehlen lebt. „so erscheint das wort auch vielfach als ortsname für eine enge, wilde gegend“. Insbesondere für Engtäler ist eine verwandte Bedeutung Hölle „der schmale Raum zwischen Ofen und Wand“ im Sinne „Spalt, eingeschnittene Öffnung“.Hell-/-e-/-n-. In: Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch: Etymologie der Gewässernamen und der zugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. Verlag Walter de Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-033859-1, S. 216, S. 2 (). Das Verbreitungsgebiet ist oberdeutsch bis hin zu altenglisch.hele. In: Heinrich Middendorff: Altenglische Flurnamen nach den altenglischen Urkunden vom 7. bis zum 11. Jahrhundert. 1. Teil. Wissenschaftliche Beigabe zum Jahresbericht des K. Realgymnasiums Würzburg, 1899/1900. Verlag H. Stürtz, 1900, S. 67 (). Zu dieser Wurzel „verborgen“ gehören auch die Begriffe Hölle im christlichen Sinne und Hel, die germanische Unterwelt; eine Umdeutung im mythologischen Sinne ist aber bei den Toponymika ebenso sekundär wie beim selteneren Himmel „hoch gelegene, offene Flur“.Josef Karlmann Brechenmacher: Teufel Hölle Himmel in deutschen Sippennamen. Verlag für Sippenforschung und Wappenkunde C. A. Starke, Görlitz. 1936, S. 20. Helle(e), zu Flurn. H. (Hölle). In: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. 2. Auflage. Limburg a.d. Lahn 1957–1963, S. 690.
Eine zweite Ableitung steht vermutlich gebietsweise zu „Halde, Hang“, „neigen“, also offenere Geländeformen.hel. In: Jan De Vries, Felicien de Tollenaere (Hrsg.): Nederlands Etymologisch Woordenboek. Neuauflage. Verlag Brill, 1987, ISBN 90-04-08392-8, S. 248, Sp. 1 f (). Mit Bezug auf den Hang, vergleichbar mit dem englischen „Hill“ wird Hölle auch als Name oder Namensbestandteil zahlreicher Weinanbau-Einzellagen im deutschen Sprachraum verwendet. Beispiele für zweiteres sind Gutenhölle, Hahnhölle, Höllenberg, Höllenbrand, Höllenpfad, Höllenweg, Katzenhölle, Langhölle, Mainhölle, Muckerhölle, Ritterhölle, Schlosshölle, Schönhölle, Vor der Hölle, Würzhölle oder Linzer Rheinhölle. Der Name kann hier aber auch auf klimatisch heiße Bedingungen hinweisen.
Eine andere mögliche Ableitung ist aber in Zusammenhang mit hell „licht, klar; schallend“ zu sehen, und dann sogar konträr zur ersten Deutung. Daneben sind lokal insbesondere für Hel-/Hol- zahlreich schwerer abzuleitende Umbildungen zu anderen Wortwurzeln möglich.
Beispiele Hölle, Höll, In der Höll[e] Hölltal, Höllkogel
Einzelnachweise
Kategorie:Flurname Kategorie:Oronym Kategorie:Hydronym