mini|Der südöstliche Kraterrand des Agnano, im Hintergrund der Vesuv mini|Ippodromo di Agnano, Neapel (Austragungsort des Gran Premio Lotteria) mit dem Astroni-Krater (rechts) und dem Rand des Agnano-Kraters (links) im Hintergrund.

Der Agnano ist ein Vulkankrater in den Phlegräischen Feldern am westlichen Stadtrand der italienischen Großstadt Neapel. Es ist seit der Antike für seine heißen Quellen bekannt. Der Krater war früher mit Wasser gefüllt, aber der Agnanosee (Lago di Agnano) wurde 1870 trockengelegt. Unter anderem befindet sich hier die berühmte Grotta del Cane.

Eruptionsgeschichte Der Krater entstand im Zuge der Agnano-Monte-Spina-Eruption vor 4550 Jahren. Letztere war der größte Vulkanausbruch in der dritten und letzten Aktivitätsphase der Caldera. Nach der Kampanischen-Ignimbrit- und der Gelben-Neapolitanische-Tuff-Eruption war die Agnano-Monte-Spina-Eruption die drittgrößte Eruption überhaupt in den Phlegräischen Feldern. Im Zuge des Ausbruches kollabierte der Krater und sank bis zu 35 Meter tief ein. In der Folge bildete sich dort die sogenannte Ebene von Agnano.

Die Tephra der plinianischen Agnano-Monte-Spina-Eruption bedeckte weite Bereiche bis zum Rand des Apennins.Stefano Carlino: Neapolitan Volcanoes: A trip around Vesuvius, Campi Flegrei and Ischia. Springer, Berlin 2019, ISBN 978-3-319-92876-0, S. 55. Dabei wurde eine Fläche von etwa 10.000 km² mit einer 10 cm dicken Ascheschicht bedeckt. Pyroklastische Ströme überwanden den Rand der Caldera der Phlegräischen Felder und erstreckten sich geschätzt auf einer Fläche von 200 km², die mittlerweile dicht besiedelt sind. Die Pyroklastika dieser Ströme konnten noch in einer Entfernung von 15 km vom Eruptionsherd nachgewiesen werden.

Im Nordwesten des ehemaligen Kraters entstand einige hundert Jahre nach der Agnano-Monte-Spina-Eruption im Zuge mehrere Ausbrüche der Astroni-Krater.Roberto Isaia et al.: The Astroni volcano: the only example of closely spaced eruptions in the same vent area during the recent history of the Campi Flegrei caldera (Italy). In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. Nr. 133 (2004), S. 172.

Historische Ansichten Der Agnano fand Aufnahme in dem berühmten Städteatlas Civitates orbis terrarum (Städte der Welt) von Braun und Hogenberg. (aus: Civitates Orbis Terrarum)

Der Dichter Johann Gottfried Seume stieg bei seinem Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802 über den Agnano hin zum Kloster Eremo di S. Salvatore dei Camaldoli hinauf.Seumes Spaziergang nach Syrakus (Fotos)

Ein prächtiger Kupferstich Vue du Lac d’Agnano et des étuves de San Germano près des Naples (ca. 1782) befindet sich in Saint Nons berühmter Voyage pittoresque ou Description des royaumes de Naples et de Sicile.Foto (Antiquariatslink)

Literatur Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802: Von Syrakus nach Leipzig, Band 2. Der Krater und die Seen der Astroni. In: Monatsblätter zur Ergänzung der Allgemeinen Zeitung, Januar 1845.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Vulkan in Italien Kategorie:Geographie (Neapel)