Kornhöfstadt (fränkisch: KoanoschdiW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld. S. 98. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „kʰōənōšdi“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kornhöfstadt hat eine Fläche von 6,784 km². Sie ist in 620 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10941,79 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Neuses.

Lage Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur. Durch den Ort fließt die Steinach, ein Zufluss der Aisch. Ihre beiden Quellen befinden sich im westlich gelegenen Schwarzenberger Wald. In der Ortsmitte liegen der Dorfweiher und direkt angrenzend die ehemaligen Kornhöfe, ein zusammenhängender Gebäudekomplex, zum Teil aus dem 17. Jahrhundert, der sich von den anderen Gebäuden deutlich abhebt. Naturräumlich befindet es sich im Steigerwald.

Die Kreisstraße NEA 13 führt nach Frankfurt zur Staatsstraße 2417 (1,5 km südöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2261 (1,5 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neuses (2 km nördlich).

Die Bayerische Uraufnahme zeigt Kornhöfstadt in den 1810er Jahren mit 40 Herdstellen rund um die Kirche in der Ortsmitte und den Weiher.

Geschichte Im Jahr 1339 wurde der Ort als „Kurnhofstet“ erstmals erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist ‚kürne‘ (mhd. für Mühle). Laut dieser Urkunde übergaben die Casteller Grafen dem Kloster Ebrach auf Bitten des Ortsadels eine Hofstätte. Ab dem Jahr 1415, mit Erkinger von Seinsheim, erwarben die Schwarzenberger nach und nach die einzelnen Anwesen. Im Jahr 1448 kauften sie auch das Schloss, das im heutigen Dorfweiher gelegen haben soll. Nach ihrer Vertreibung aus Stübach, Roßbach und Obersteinbach ließen sich um 1462 die Grafen von Abenberg in Kornhöfstadt nieder.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld. S. 98ff. Im Bauernkrieg 1525 zwangen die Aufständischen die Schwarzenberger Vasallen, ihr Schloss selbst zu zerstören („Jörg der Junge“ wurde von den Bauern nach Neustadt verschleppt und konnte sein Leben nur die Zusicherung, das „Schloß Kornhöftädt“ abzureißen, retten). Es wurde wieder aufgebaut; wann es endgültig aufgegeben wurde, ist nicht bekannt.

Im Jahre 1806 kam Kornhöfstadt zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Kornhöfstadt gebildet. Zu diesem gehörten Dorfmühle, Neuses und Zeisenbronn. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Kornhöfstadt mit den Orten Birkach, Dorfmühle und Neuses. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schwarzenberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. In den 1830er Jahren war Birkach Bestandteil der Gemeinde Frankfurt. 1852 kam Kornhöfstadt an das Landgericht Scheinfeld. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart zuständig (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 8,951 km². Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform aufgelöst: Kornhöfstadt und Neuses wurden nach Scheinfeld eingemeindet, Birkach nach Markt Taschendorf.

Baudenkmäler In Kornhöfstadt gibt es fünf Baudenkmäler: Haus Nr. 61, 83 und 84 (die sogenannten „Kornhöfe“): Wirtschaftshof, ehemaliges Ökonomiegebäude, Marstall und Wohnhaus Haus Nr. 97: Pfarrhaus Haus Nr. 98: Katholische Kuratiekirche St. Margaretha Bildstock Marter

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 7: Erdgeschossiges Wohnstallhaus mit Giebel zur Straße. Verputzter Massivbau von drei zu fünf Achsen, mit geknickten Eckpilastern aus glatten Sandsteinquadern. Über hölzernem profiliertem Traufgesims Satteldach mit Hopfenladen und zwei stehenden Gaupen darunter. An der Holztreppe innen bezeichnet „J[ohann] W[emdinger] / 1833“.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld. S. 162f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 13: Erdgeschossiges Giebelhaus von drei zu fünf Achsen, mit hohem Sockelgeschoss gegen den Hang gebaut. Zweigeschossiger Fachwerkgiebel mit profiliertem Kehlbalken, geschweiften Andreaskreuzen und gekurvten Kopfstreben, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert massiv unterzogen und verputzt sowie mit Eckvorlagen aus Quadern verstärkt. Haus Nr. 36: Erdgeschossiges verputztes Wohnstallhaus von drei zu sechs Achsen, mit quaderverstärkten Ecken. Im Türsturz bezeichnet „18 Peter Prünner 50“. Im Hof Backofen, aus Bruchsteinen gemauert, mit Satteldach, korbbogig gewölbter Vorraum. Jenseits des Hofes gelegener Keller mit Tonnengewölbe aus Bruchstein; rundbogiger Eingang mit Hausteinrahmen.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Kornhöfstadt gibt es fünf Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Kornhöfstadt Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 399 436 433 451 475 491 474 490 480 492 449 442 439 422 445 431 436 437 405 500 467 453 388 382HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 64 71 83 84 83 85 80 80 81 Quelle Für die Gemeinde Kornhöfstadt zuzüglich Birkach (S. 10), Neuses (S. 64) und Schneidmühl (S. 82). Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 427 Einwohner für die Gemeinde angegeben.

Ort Kornhöfstadt Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 236 237 251 283 284 316 291 282 332 278 265 280 235Häuser 35 42 44 53 53 53 53 50 75 Quelle

Religion Kornhöfstadt ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Scheinfeld) gepfarrt. Seit 1931 ist die Kuratie St. Margaretha (Kornhöfstadt) zuständig. Die ursprüngliche Kirche, in der Nähe der Kornhöfe gelegen, wurde im 14. Jahrhundert erwähnt. Für 1628 ist dort ein Neubau als Saalkirche überliefert, dieser wurde 1958 abgebrochen – ein Gedenkstein erinnert daran. Die heutige katholische Kuratiekirche St. Margaretha im neoromanischen Stil wurde 1933 eingeweiht. Sie liegt nördlich des Altortes.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Scheinfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1339 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim