Das FFH-Gebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald liegt im Süden von Baden-Württemberg und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es wurde 2015 durch die Zusammenlegung von drei bereits bestehenden FFH-Gebieten durch das Regierungspräsidium Freiburg ausgewiesen. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 25. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das rund 3630 ha große Schutzgebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald liegt in den Naturräumen Alb-Wutach-Gebiet, Baar, Baaralb und Oberes Donautal, Mittlerer Schwarzwald, Obere Gäue und Südöstlicher Schwarzwald. Die Gemeinden Aichhalden, Bösingen, Deißlingen, Dunningen, Fluorn-Winzeln, Rottweil, Schramberg und Zimmern ob Rottweil im Landkreis Rottweil, Bad Dürrheim, Bräunlingen, Brigachtal, Dauchingen, Donaueschingen, Hüfingen, Königsfeld im Schwarzwald, Mönchweiler, Niedereschach, Sankt Georgen im Schwarzwald, Unterkirnach, Villingen-Schwenningen und Vöhrenbach im Schwarzwald-Baar-Kreis und Geisingen und Trossingen im Landkreis Tuttlingen haben Anteile am FFH-Gebiet.

Beschreibung Das Gebiet hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 42 km und setzt sich aus zahlreichen Teilgebieten zusammen. Der Landschaftscharakter des Schutzgebiets wird im Wesentlichen durch die vielen Fließgewässer, wie Eschach, Brigach, Breg und die obere Donau bis Geisingen bestimmt. Außerdem befinden sich mehrere Moore und Wälder im Gebiet, wie zum Beispiel das Schwenninger Moos, der Unterhölzer Wald oder das Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen.

Geschichte Das Schutzgebiet ist durch die Zusammenlegung der ursprünglichen FFH-Gebiete 7817-341 „Eschachtal“, 7916-341 „Südöstlicher Schwarzwald bei Villingen“ und 8016-341 „Baar“ entstanden. Diese bestanden bereits seit dem Jahr 2005.

Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3130 Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoëto-Nanojuncetea Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer 3140 Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3160 Dystrophe Seen und Teiche Dystrophe Seen 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 4030 Trockene europäische Heiden Trockene Heiden 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 6110

Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen) Kalk-Magerrasen – orchideenreiche Bestände* 6230

Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 6520 Berg-Mähwiesen Berg-Mähwiesen 7120 Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore Geschädigte Hochmoore 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7220

Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 7230 Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli) Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald 9180

Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 91D0

Moorwälder Moorwälder 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Kleine Flussmuschel 1032 Kleine Flussmuschel Unio crassus Muscheln 150px|Steinkrebs 1093

Steinkrebs Austropotamobius torrentium Krebse 150px|Bachneunauge 1096 Bachneunauge Lampetra planeri Fische und Rundmäuler 150px|Bitterling 1134 Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler 150px|Groppe 1163 Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Kammmolch 1166 Kammmolch Triturus cristatus Amphibien 150px|Gelbbauchunke 1193 Gelbbauchunke Bombina variegata Amphibien 150px|Mopsfledermaus 1324 Mopsfledermaus Barbastella barbastellus Säugetiere 150px|Bechsteinfledermaus 1323 Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324 Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337 Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381 Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose 150px|Grünes Koboldmoos 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose 150px|Dicke Trespe 1882 Dicke Trespe Bromus grossus Pflanzen 150px|Gelber Frauenschuh 1902 Gelber Frauenschuh Cypripedium calceolus Pflanzen 150px|Blauschillernder Feuerfalter 4038 Blauschillernder Feuerfalter Lycaena helle Schmetterlinge

Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets: Birken-Mittelmeß Deggenreuschen - Rauschachen Mühlhauser Halde Palmenbuck Plattenmoos Schwenninger Moos Tannhörnle Unterhölzer Wald Weiherbachtal

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Baar, Eschach und Südostschwarzwald“

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