Coutures (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois.
Geografie
Coutures liegt etwa 31 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 54 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Meyré, der hier entspringt, sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemaligen Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Coutures liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bis auf Gebiete entlang der Gemeindegrenzen kaum bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen selten über . Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe südöstlich des Lieu-dit les Malines an der Grenze zur Nachbargemeinde Celles. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit Höhe beim Austritt des Meyré aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 84 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 17 % sind bewaldet.
Coutures wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Coutures Naturrisiken manifestieren sich in Coutures vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.
Im überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2003 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Die romanische Kirche wurde errichtet vor der ersten Erwähnung des Namens in den Formen Cousturas und Coturas im Jahr 1249, später 1282 in der latinisierteren Schreibweise als Parochia de Culturis. Der Name stammt vom Plural des zwischenzeitlichen, altokzitanischen coltura (heute cultura) vom lateinischen cultura () ab. Das Wort bezeichnete ein bewirtschaftetes Land und besteht weiter für zahlreiche Namen von Lieu-dits und Güter sowohl im Bereich der langues d’oïl als auch im Bereich der okzitanischen Sprache. Das Wort ist außerdem ein Familienname geworden.Siehe Tanet, Hordé, Seite 123
Die Entdeckung zahlreicher urgeschichtlicher Überreste, darunter Keramikscherben aus der Bronzezeit, Keramik der späten Latènezeit und gallorömische Artefakte, belegt eine sehr frühe menschliche Besiedlung der Gemeinde Coutures.
Die Entwicklung des Dorfes um seine romanische Kirche fiel zeitlich mit dem Bau einer befestigten Burg zusammen, dem Lehen der lokalen Seigneurs, zunächst der Familie Bourdeille und später der Familie Saint-Aulaire.
Im 13. Jahrhundert wird Coutures als ville neuve () erwähnt, was möglicherweise auf eine Bauphase zu dieser Zeit hindeutet.
Die Burg Coutures gehörte später den Familien Montardy und Gravain de Roquepiquet. Sie wurde während der Französischen Revolution zerstört.
Im Jahr 1827 gab es Überlegungen, Coutures mit Verteillac zusammenzulegen, doch wurde das Projekt letztendlich verworfen und Coutures behielt seine Unabhängigkeit.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Kirche Saint-Saturnin Sehenswürdigkeiten Die Kirche Saint-Saturnin stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. Wahrscheinlich im Umfeld des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) wurde das nahezu fensterlose Kirchenschiff aufgestockt, um eine Flucht- und Wehrkammer zu erhalten und durch einen vorgesetzten Wehr- und Glockenturm zusätzlich gesichert. Während die romanische Apsis eine Blendarkadengliederung zeigt, sind das Langhaus und der Westturm weitgehend schmucklos. Das Kirchenbauwerk ist seit dem Jahr 1947 als Monument historique eingeschrieben. Unmittelbar neben der Kirche befand sich eine spätestens im Verlauf der Französischen Revolution zerstörte Burg. Umgebung Beim Weiler La Longue steht ein auf kreisrundem Grundriss erbautes Taubenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit einem arkadengestützten und nach allen Seiten hin offenen Unterbau.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 78 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Coutures erwerbstätig, entsprechend 70,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (70,0 %) leicht niedriger war als bei den Männern (71,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit neun Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (11). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,6 % (2016) auf 11,5 % (2022).
Branchen und Betriebe 15 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Coutures wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt15Fertigung, Bergbau und andere Industrien16,7 %Baugewerbe213,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie320,0 %Finanzen und Versicherungen16,7 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten640,0 %Andere Dienstleistungen213,3 %
Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 13 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 46,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich leicht von 458 Hektar im Jahre 1988 auf 448 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 35,2 auf 64,1 Hektar.
Verkehr Coutures liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nachgeordneten Departementsstraßen D1 und D 106 und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Coutures mit Ribérac und Mareuil en Périgord.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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