Olszewo () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki () im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).
Geographische Lage Olszewo liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren nahe der Grenze zwischen vom Powiat Mrągowski zum Powiat Piski (Kreis Johannisburg), 25 Kilometer östlich der Kreisstadt Mrągowo ().
Geschichte Das einst Zawadden, nach 1540 Ollschewen, nach 1818 Olszewen und bis 1938 Olschewen genannte Dorf wurde 1540 gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Erlenau. 1874 wurde das Dorf in den neu errichteten Amtsbezirk Lucknainen () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Lucknainen, Olschewen/Erlenau, der zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 bis 1945: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Olschewen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Olschewen stimmten 340 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 114
Am 24. August 1932 wurde der Amtsbezirk umbenannt, namensgebend wurde jetzt Olschewen. Nachdem am 3. Juni (amtlich bestätigt am 16. Juli) 1938 Olschewen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Orte in „Erlenau“ umbenannt wurde, erhielt auch der Amtsbezirk Olschewen die geänderte Bezeichnung „Amtsbezirk Erlenau“.
In Kriegsfolge kam Erlenau 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Olszewo“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und ist als solches Teil der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 324Olschwen (Landkreis Sensburg) bei GenWiki 1839 379 1867 475 1885 541 1898 484 1905 442 1910 500 1933 605 1939 609 2011 377Wieś Olszewo w liczbach
Amtsbezirk Olschewen/Erlenau (1932–1945) Zum Amtsbezirk Olschewen bzw. Erlenau gehörten von 1932 bis 1945 die Orte: Name Geänderter Name1938 bis 1945 Polnischer Name Buchenhagen(bis 1929: Grabowken) Grabówka Diebowen Dommelhof Dybowo Lucknainen Łuknajno Olschewen Erlenau Olszewo
Kirche Von den 442 Einwohnern Olschewens im Jahre 1905 waren 428 evangelischer und 14 katholischer Konfession. Olschewen resp. Erlenau war bis 1945 in die evangelische Kirche SchimonkenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und außerdem in die katholische Kirche St. Adalbert in Sensburg im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Olszewo zur evangelischen Pfarrei Mikołajki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen sowie zur katholischen Pfarrei Woźnice im Bistum Ełk in der polnischen katholischen Kirche.
Verkehr Straße Olszewo liegt verkehrsgünstig an der bedeutenden polnischen West-Ost-Magistrale der Landesstraße 16 (ehemalige deutsche Reichsstraße 127), die drei Woiwodschaften miteinander verbindet und an die polnisch-litauische Staatsgrenze führt. Innerorts endet die von Wilkasy (Willkassen, 1938 bis 1945 Wolfsee) nahe Giżycko (Lötzen) kommende Woiwodschaftsstraße 643. Mit dem nördlichen und südlichen Umland ist Olszewo über Nebenstraßen verbunden.
Schiene Als am 2. Oktober 1911 der Teilabschnitt Sensburg–Arys der späteren Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (Rothfließ–Lyck) eröffnet wurde, erhielt Olschewen eine Bahnstation. 1938 in „Erlenau (Ostpr.)“ und 1945 in „Olszewo“ umbenannt bestand der Haltepunkt bis 2009, als der Bahnverkehr auf der nicht mehr rentablen Strecke eingestellt wurde.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1540 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Mikołajki