mini|Ortsdurchfahrt mit Johanneskirche Zautendorf (2011) mini|Haus Nr. 4: ehemaliges Gasthaus
Zautendorf (fränkisch: Dsaudn-doafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 105. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dsaudndoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Cadolzburg im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Zautendorf liegt in der Gemarkung Deberndorf.
Geografie Naturräumlich befindet sich das KirchdorfIn der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online noch als Pfarrdorf klassifiziert. im Rangau. Es liegt knapp drei Kilometer südwestlich von Cadolzburg im Tal des Zautendorfer Baches, eines linken Zuflusses des Reichenbaches. Im Nordosten grenzen die Cadolzburger Wegäcker an, im Südosten die Sandleite.
Die Kreisstraße FÜ 19 führt nach Deberndorf (1,9 km westlich) bzw. nach Cadolzburg (3,2 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Vogtsreichenbach (1,1 km südlich). Ein Wirtschaftsweg führt zum Waldhaus (1,8 km nordöstlich).
Geschichte Knapp einen Kilometer südlich des Ortskernes befand sich ein Burgstall unklarer Zeitstellung, der als Bodendenkmal geschützt ist.
Der Ort wurde 1409 als „Czwalkendorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus der Urkunde geht hervor, dass der große und kleine Zehnt dem Kloster Langenzenn zustand. Im Salbuch des Amtes Cadolzburg von 1414 wurde der Ort als „Zawckendorff“ aufgelistet. 1490 wurde der Ort „Zaultendorff“ genannt, 1540 schließlich „Zaudendorff“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Sulek.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 105.
Die Kirche St. Johannes wurde 1533 erstmals in den Kirchenbüchern als eine Filialkirche von Langenzenn erwähnt.St. Johannes 1533 Diese steht über einem hochmittelalterlichen Vorgängerbau und erhielt 1591 ihren Chorturm. Die Friedhofsummauerung entstand im Spätmittelalter.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zautendorf 13 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Neudorf. Grundherren waren das Rittergut Neudorf (4 Höfe, 4 Güter, 1 Wirtshaus, 2 Gütlein, 1 Hirtenhaus) und das Katharinenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof, 1 Gut).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 190.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zautendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Deberndorf zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Deberndorf an.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 228. Die Bayerische Uraufnahme zeigt Zautendorf in den 1810er Jahren mit 16 Herdstellen rund um die Kirche und ihren ummauerten Gottesacker. Nördlich des Ortes ist der Zautendorfer Bach zu drei zusammen etwa einen Hektar großen Weihern angestaut. Um 1840 zählte man im Ort 13 Höfe und 25 Familien mit insgesamt 108 Seelen. Es gab eine Schule, eine Schreinerei und einen Schmied.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Zautendorf am 1. Januar 1972 nach Cadolzburg eingemeindet.
Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Kirche St. Johannes der Täufer Haus Nr. 4: ehemaliges Gasthaus, 1804 erbaut
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 98 108 122 119 95 97 111 140 91 87 133 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 17 13 19 19 21 18 20 32 Quelle Dort als Zauderndorf aufgelistet.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Zautendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Geographie (Cadolzburg) Kategorie:Ersterwähnung 1409 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft