The Boogeyman ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Regisseur Rob Savage, der am 1. Juni 2023 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kam. Es handelt sich um eine Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte aus dem Sammelband Night Shift (deutsch: Nachtschicht) von Stephen King, in der Sophie Thatcher, Vivien Lyra Blair und Chris Messina die Hauptrollen übernahmen.

Handlung Nach dem Unfalltod ihrer Mutter Cara versuchen die Schwestern Sadie und Sawyer Harper, wieder zurück in ein normales Leben zu finden. Nur wenig Unterstützung erhalten sie dabei von ihrem trauernden Vater Will, der – obwohl selbst ein angesehener Psychotherapeut – zu dem Thema für seine Töchter nicht ansprechbar ist. Eines Tages erscheint der verzweifelte Familienvater Lester Billings in Wills Heimbüro und berichtet darüber, dass seine drei Kinder nacheinander von einer ominösen Schattengestalt umgebracht wurden, an die er selbst nicht geglaubt hatte, bis er sie zum ersten Mal gesehen habe. Will hält Lesters Ausführungen für eine ausgedachte Spinnerei, mit der sein Patient seine eigene Schuld am Tod seiner Kinder rechtfertigen wolle, und ruft die Polizei. Noch bevor die Beamten eintreffen, erhängt sich Lester in einer Abstellkammer des Einfamilienhauses und wird dort wenig später von Sadie aufgefunden, die zuvor ein leises Streitgespräch vernahm.

Am Abend beginnt die junge Sawyer, ein leise flüsterndes Wesen in den dunklen Ecken ihres Zimmers zu sehen. Will und Sadie glauben den Aussagen des Mädchens zunächst nicht und vermuten ein psychisches Trauma aufgrund des Todes ihrer Mutter und der Vorkommnissen am vorherigen Tag hinter den vermeintlichen Einbildungen. Immerhin wird Sadie misstrauisch und beginnt, mithilfe der Aufzeichnung von Lesters Therapiesitzung eigene Nachforschungen anzustellen. Am nächsten Tag fährt sie zum mittlerweile verfallenen Haus der Familie Billings, wo sich die nach außen hin verrückt wirkende Familienmutter Rita schwer bewaffnet verschanzt hat.

Rita berichtet Sadie davon, dass sie und ihr Mann Lester den Schilderungen ihrer Kinder zunächst nicht geglaubt hatten, bis sie die Wahrheit auf schmerzhafte Weise erfahren mussten. Das Monster – von den Kindern nur „Der Boogeyman“ genannt – verstecke sich in der Dunkelheit, imitiere Stimmen, verfolge und spiele mit seinen Opfern und ernähre sich von deren Leid, bis es sie schließlich nacheinander umbringe. Erneut zweifelt Sadie am Wahrheitsgehalt dieser Aussagen, bis sie den Boogeyman mit eigenen Augen im Haus ihrer Familie sieht.

Als der Boogeyman Sawyer verletzt und sie ins Krankenhaus muss, beschließt Sadie, das Monster zu bekämpfen. Sie kommt einem Angebot zur Zusammenarbeit mit Rita nach, wird von der Witwe jedoch lediglich als Köder missbraucht, um den Boogeyman anzulocken. Als das Monster erscheint, versucht Rita, es mit mehreren Schüssen umzubringen, fällt dem Boogeyman letztendlich allerdings selbst zum Opfer. Sadie kann entkommen und versucht, ihre Familie zu warnen, doch ihr Vater wurde mit der wieder genesenen Sawyer von der Kreatur bereits verschleppt. In einem finalen Kampf schaffen es Sadie, Sawyer und Will mit vereinten Kräften, den Boogeyman durch Verbrennen augenscheinlich zu vernichten.

Einige Zeit später nimmt die Familie Harper gemeinsam an einer Therapiesitzung bei Dr. Weller teil, wo sich Will gegenüber seinen Kindern über den Tod ihrer Mutter öffnet. Nach Ende der Beratung verlassen Will und Sawyer die Praxis, während Sadie – von der Therapeutin zurückgebeten – noch kurz bleibt. Im Behandlungszimmer fällt ihr Blick auf eine plötzlich geöffnete Tür zu einem dunklen Raum. Außerdem meint sie, die Stimme von Dr. Weller gehört zu haben - obwohl sich die Therapeutin, wie sich herausstellt, gar nicht im Raum befand.

Entstehung mini|hochkant|Sophie Thatcher (2023) mini|hochkant|Chris Messina spielt den Familienvater Will Harper Im Juni 2018 kündigte 20th Century Fox eine Filmadaption der erstmals 1973 veröffentlichten Kurzgeschichte The Boogeyman (deutscher Titel: Das Schreckgespenst) von Stephen King an, die von Scott Beck und Bryan Woods geschrieben werden sollte. Beide waren zuvor für das Drehbuch zum Horrorfilm A Quiet Place verantwortlich, den King als „wirklich außergewöhnliche Arbeit“ bezeichnet hatte. Die Kurzgeschichte The Boogeyman, die bereits zuvor als Vorlage für mehrere Kurzfilme diente, wurde von Beck und Woods erstmals auf Spielfilmlänge ausgedehnt. Die Erzählung folgt einem Familienvater, der kürzlich all seine Kinder verloren hat und nun fest davon überzeugt ist, dass ein Schreckgespenst für diese Tode verantwortlich ist. Seine Vermutungen und Ängste beichtet er einem Psychiater.Mike Fleming Jr.: Fox, 21 Laps Scare Up ‘The Boogeyman’ Deal; ‘A Quiet Place’ Scribes Beck & Woods Adapt Stephen King Short Story In: Deadline.com am 26. Juni 2018, abgerufen am 20. April 2023. Nach der Übernahme von Fox durch Disney wurde das Filmprojekt im August 2019 jedoch vorerst auf Eis gelegt.Gabriella Geisinger: Fox movies scrapped forever after Disney's big takeover In: digitalspy.com am 10. August 2019, abgerufen am 20. April 2023.

Erst im November 2021 wurde die Produktion des Horrorfilms vorangetrieben, als The Boogeyman für den Streamingdienst Hulu angekündigt wurde. Als Regisseur wurde Rob Savage verpflichtet, während Dan Levine, Shawn Levy und Dan Cohen als Produzenten fungierten. Neben Beck und Woods war ebenso Mark Heyman als neuer Autor am Filmprojekt beteiligt, nachdem zuvor auch Akela Cooper eine Drehbuchfassung erarbeitet hatte.Mike Fleming Jr.: 20th/Hulu Conjure ‘The Boogeyman’ From Stephen King Short; Rob Savage Directs & 21 Laps Produces In: Deadline.com am 1. November 2021, abgerufen am 20. April 2023. Der Besetzung schlossen sich Anfang 2022 Sophie Thatcher, Chris Messina,Justin Kroll: ‘Yellowjackets’ Sophie Thatcher & Chris Messina Starring In Adaptation Of Stephen King Short Story ‘Boogeyman’ For 20th Century In: Deadline.com am 31. Januar 2022, abgerufen am 20. April 2023. Vivien Lyra Blair, Marin Ireland, David Dastmalchian und Madison Hu an.Matt Grobar: ‘The Boogeyman’: David Dastmalchian, Marin Ireland, Vivien Lyra Blair & Madison Hu Board 20th Century Studios’ Stephen King Adaptation In: Deadline.com am 22. Februar 2022, abgerufen am 20. April 2023.

Die Dreharbeiten mit Kameramann Eli Born begannen im Februar 2022 in New Orleans und hatten ein Produktionsbudget von rund 41,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Das titelgebende Monster entstand dabei komplett durch digitale CGI-Modellierung und wurde am Filmset nur durch einen 3D-Druck des Kopfes repräsentiert. Die ursprüngliche Drehbuchfassung sah vor, dass die zentrale Lichtquelle des Films ein Spielzeug-Lichtschwert in den Händen von Vivien Lyra Blair werden sollte. Da die Nachwuchsdarstellerin zuvor allerdings auch die Rolle der der jungen Leia Organa in der Star-Wars-Serie Obi-Wan Kenobi verkörperte, verweigerte Disney aus Marketinggründen die Nutzung der Requisiten. Die Produktion musste stattdessen auf eine modifizierte „Mondlampe“ zurückgreifen und betreffende Szenen umschreiben.Brian Davids: ‘The Boogeyman’ Director Rob Savage on Stephen King’s Blessing and the Very Good Reason Why Disney Had Him Remove a Toy Lightsaber In: The Hollywood Reporter am 31. Mai 2023, abgerufen am 2. Juni 2023. Für die Filmmusik zeichnete der schwedische Komponist Patrick Johnsson verantwortlich.Patrick Jonsson Scoring Rob Savage’s ‘The Boogeyman’ In: filmmusicreporter.com am 27. Dezember 2022, abgerufen am 20. April 2023. Das Soundtrack-Album mit insgesamt 26 Musikstücken wurde am 2. Juni 2023 von Hollywood Records als Download veröffentlicht.‘The Boogeyman’ Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 1. Juni 2023. Abgerufen am 2. Juni 2023.

Ein erster Trailer zum Film wurde am 29. Januar 2023 veröffentlicht;Bruce Haring: Stephen King’s ‘The Boogeyman’ Comes Out Of Its Closet With First Trailer And Poster In: Deadline.com am 29. Januar 2023, abgerufen am 20. April 2023. ein zweiter folgte am 17. April 2023.Ryan Northrup: The Boogeyman Trailer: Stephen King Adaptation Revives Childhood Nightmare In: ScreenRant.com am 17. April 2023, abgerufen am 20. April 2023. Die Weltpremiere erfolgte am 26. April 2023 auf der CinemaCon in Las Vegas. Ursprünglich sollte The Boogeyman in den Vereinigten Staaten auf Hulu und international auf Disney+ veröffentlicht werden. Nach starken Testvorführungen erhielt der Film allerdings einen US-amerikanischen Kinostart am 2. Juni 2023.Borys Kit: Hot Horror: Stephen King Adaptation ‘The Boogeyman’ Moves From Streaming to Theatrical (Exclusive) In: The Hollywood Reporter am 20. Januar 2023, abgerufen am 20. April 2023. In Deutschland kam der Film bereits einen Tag zuvor in die Kinos.Julius Vietzen: Neuer Stephen-King-Horrorfilm musste geändert werden, weil er ZU (!) gruselig ist: "Das Publikum hat so laut geschrien" In: Filmstarts am 17. April 2023, abgerufen am 20. April 2023. Der digitale Heimkinostart erfolgte in den Vereinigten Staaten am 29. August 2023, ehe The Boogeyman ab dem 10. Oktober 2023 auch auf DVD und Blu-ray erhältlich war.Luke Dawe: 'The Boogeyman' Sets Digital and Physical Release Dates In: Collider.com am 1. August 2023, abgerufen am 8. August 2023.

Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Kim Hasper bei EuroSync.

Rolle Darsteller Synchronsprecher Sadie Harper Sophie Thatcher Marie Hinze Sawyer Harper Vivien Lyra Blair Ellis Drews Dr. Will Harper Chris Messina Torben Liebrecht Lester Billings David Dastmalchian Marius Clarén Rita Billings Marin Ireland Julia Kaufmann Dr. Weller LisaGay Hamilton Harriet Kracht Bethany Madison Hu Moira May Natalie Maddie Nichols Sabrina Schwarz Boogeyman Daniel Hagen Erich Räuker

Rezeption Altersfreigabe In den Vereinigten Staaten erhielt The Boogeyman von der MPA aufgrund von Terror, Gewalt, jugendlichem Drogenkonsum und der Sprache ein PG-13-Rating.The Boogeyman In: TheNumbers.com, abgerufen am 20. April 2023. In Deutschland vergab die FSK eine Freigabe ab 16 Jahren. In der Freigabebegründung heißt es, der Film habe eine bedrückende, unheilvolle Grundstimmung. Er enthalte zahlreiche genretypische Spannungsszenen und Schreckmomente, aber keine explizit ausgespielten Gewaltdarstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren fänden in der jungen Protagonistin eine starke Identifikationsfigur und seien in der Lage, den Film als irreale Horrorgeschichte zu betrachten und eine emotionale Distanz zu wahren.Freigabebegründung der FSK, abgerufen am 1. Juni 2023.

Kritiken

Von den 194 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 60 Prozent positiv. Als zusammenfassendes Fazit zieht die Seite, The Boogeyman werde vielleicht seinem furchterregenden Ausgangsmaterial nicht gerecht, doch eine gruselige Atmosphäre und die soliden schauspielerischen Darbietungen würden für immer neuen Schauer sorgen.The Boogeyman In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 10. Januar 2024. Bei Metacritic erhielt der Film basierend auf 37 Kritiken einen Metascore von 55 von 100 möglichen Punkten.The Boogeyman In: Metacritic. Abgerufen am 10. Januar 2024.