Novosedly (deutsch Neubäu, auch: Neubau) ist eine Wüstung in der Gemeinde Rybník nad Radbuzou (deutsch Waier) im westböhmischen Okres Domažlice in Tschechien.

mini|Novosedly – Neubäu, Gedenkkreuz auf dem Platz der Georgskirche Geographie Neubäu lag etwa 4 km nördlich von Waier, 800 m nordöstlich von Schwanenbrückl, 5 km westlich von Muttersdorf, 5,3 km südwestlich von Heiligenkreuz auf dem Ostufer der Radbuza 500 m vom Fluss entfernt. Nördlich von Neubäu erhebt sich die 706 m hohe Neubäu-Höhe. mini|links|Neubäuhöhe oberhalb von Neubäu

Geschichte Der Ort Neubäu wurde 1596 erstmals schriftlich erwähnt. Ursprünglich trug der Ort den Namen Hammersbrunn.Ernst Richter: Ortsnamen und Besiedlung des Landkreises Bischofteinitz. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 62, 65.

Nach den Pfarrbüchern war Neubäu seit 1629 nach Heiligenkreuz eingepfarrt.Franz Liebl: Heiligenkreuz. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 323, 328. In der Steuerrolle von 1654 standen für Neubäu die Familiennamen Rak, Gang, Adler, Kreman, Grim, Zeug, Liebl, Pfanner. 1656 gab es in Neubäu 8 Chalupner, 28 Gespanne, 13 Kühe, 39 Stück Jungvieh und 36 Schweine.Dr. Karl Stich: Die Steuerrolle 1654. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 88, 93. Im Jahr 1789 gehörte es zur Fideikommissherrschaft Heiligenkreuz und bildete zusammen mit Fuchsberg eine Gemeinde. Neubäu hatte 1839 24 Häuser und 171 Einwohner. 1913 hatte Neubäu 33 Häuser und 262 Einwohner und eine einklassige Schule mit 63 Kindern, die zunächst Expositur zu Schwanenbrückl war.Josef Bernklau: Neubäu. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 344–345. Am 15. Juni 1913 wurde in Neubäu das neu erbaute Kirchlein durch Kanonikus Pöhnl eingeweiht. Der Kaiser hatte zum Bau 400 Kronen gespendet und Baron Kotz hatte das gesamte Bauholz kostenlos zur Verfügung gestellt.Alfred Stingl, Franz Liebl: 100 Jahre in Zeitungs- und Erlebnisberichten. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 111. 1930 gab es in Neubäu 42 Häuser und 298 Deutsche.Volkszählungsergebnisse vom 1. Dezember 1930. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 882 1950 erfolgte die Eingemeindung nach Rybník.

Die Neumühle, unterhalb von Neubäu direkt am Flussufer, gehörte zu Neubäu.

Siehe auch Liste der Wüstungen im Okres Domažlice

Söhne und Töchter des Ortes Waldemar Nowey (* 1927), deutscher Pädagoge und Autor

Literatur Franz Liebl u. a. (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz mit den deutschen Siedlungen im Bezirk Taus. Furth im Wald 1967. Zdeněk Procházka: Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer des Böhmischen Waldes – Tauser Teil. Übersetzung ins Deutsche: A. Vondrušová, Verlag Nakladatelství Ceského lesa Domažlice

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Rybník nad Radbuzou Kategorie:Ersterwähnung 1596 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1950