Chassaignes (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Westen des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Cassanois und Cassanoises genannt.

Geografie

Chassaignes liegt etwa 44 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 37 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 48 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Vindou und Ruisseau de Muret sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemaligen Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Chassaignes liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete Hügellandschaft auf, deren Erhebungen nach Süden hin über ansteigen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe in der Nähe des Weilers la Genèbre im Südwesten von Chassaignes nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Petit-Bersac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Norden mit Höhe beim Austritt des Vindou aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Rund 84 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 16 % sind bewaldet, vor allem im Norden.

Chassaignes wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Chassaignes Naturrisiken manifestieren sich in Chassaignes als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets bis auf den Südwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet zentral durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Etymologie und Geschichte Der Name des Orts wurde im ausgehenden 11. Jahrhundert in der latinisierten Form Acasianas (1093) erstmals erwähnt. Die Schreibweise änderte sich schnell zu Casianas (1100), dann Cassanas im 13. Jahrhundert und Chassanhas (1382). Nur im 18. Jahrhundert, so auch auf der Karte von Cassini, wurde der Ort mit Chassaignes (1760) benannt, im 19. Jahrhundert auch Chassagne (-aigne und -agne sind äquivalent).

Die Ersterwähnung Acasianas ist zusammengesetzt wie ad Cassianas (). Cassanias ist eine Fortsetzung in der Pluralform über ein Wort im Nordokzitanischen des vulgärlateinischen °cassanea, das selbst von °cassanus abgeleitet ist, das vom französischen chêne () stammt. Cassanus ist wie bei vielen Bezeichnungen von Bäumen gallischen Ursprungs.Tanet, Hordé, Seiten 104–105

Chassaignes birgt noch immer Spuren antiker Besiedlung. So wurden beispielsweise beim Lieu-dit Crépieux Spuren von alten Verkehrswegen entdeckt. Beim Weiler La Genèbre sind aus der Luft ein kreisförmiges Fundament, ein eingefriedetes Viereck und ein ovaler abgeschlossener Bereich erkennbar.

Im Mittelalter gehörte Chassaignes, wie viele der benachbarten Gemeinden, zum Besitz des Johanniterordens. Die Kirche wurde von diesem Orden erbaut. Auch das Landgut La Rambautie und der Weiler Le Maine waren in seinem Besitz.

Bevölkerungsentwicklung

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste wurde im Jahr 1100 von Bischof Renaud de Thiviers geweiht. Der Glockenturm des äußerlich schmucklosen Bauwerks diente in Krisenzeiten als Wehrkammer. Ein überdachter Waschplatz (lavoir) befindet sich am Ortsrand. Umgebung Das Schloss Pauly stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es dient heute als Bed and Breakfast und für Familienfeiern.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 35 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Chassaignes erwerbstätig, entsprechend 79,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit drei Personen im Jahr 2022 eine Person weniger als im Jahr 2016 (4). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,0 % (2016) auf 7,7 % (2022).

Branchen und Betriebe Acht nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Chassaignes wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt8Information und Kommunikation112,5 %Immobilien112,5 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten675,0 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 8 im Jahr 2000, auf 7 im Jahr 2010 und stieg auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 46,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 494 Hektar im Jahre 1988 auf 448 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 32,9 Hektar auf 56,0 Hektar.

Verkehr Chassaignes liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 20 von Aubeterre-sur-Dronne im Westen nach Ribérac im Osten durchquert das nördliche Gemeindegebiet auf etwa 750 Meter. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und mit den Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung 1083