Alfons Fischer (* 12. Dezember 1873 in Posen; † 18. Mai 1936 in Karlsruhe) war ein deutscher Mediziner, Sozialhygieniker und Gesundheitspolitiker sowie Medizinhistoriker.
Leben und Wirken Alfons Fischer studierte Medizin an den Universitäten in Heidelberg, München und Berlin (Promotion 1897, Approbation 1898). Anschließend war er als Assistent erst am Robert Koch-Institut in Berlin, später am Hygienischen Institut und am Städtischen Krankenhaus in Danzig, danach an der Medizinischen Poliklinik in Heidelberg und zuletzt am Senckenberg-Institut in Frankfurt am Main tätig, bevor er sich 1902 als Internist in Karlsruhe niederließ.
Fischers Wirken konzentrierte sich auf das Gebiet der Sozialhygiene, anfangs speziell auf die Mütter- und Säuglingssterblichkeit. 1907 gründete er eine und war maßgeblich an der Gründung der ersten deutschen Mutterschaftskasse in Karlsruhe 1909 beteiligt. 1916 gründete er die , für die er die Sozialhygienischen Mitteilungen (1917–1935) herausgab, und hatte Einfluss auf die Gründung des und der . Weiterhin veröffentlichte er 1913 den Grundriß der sozialen Hygiene und 1933 das zweibändige Werk Geschichte des deutschen Gesundheitswesens.
Von den Nationalsozialisten wurde er 1935 aus seinen Ämtern entfernt und von der Reichsschrifttumskammer mit einem Publikationsverbot belegt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Gartenstadt und Gesundheit. Baedeker und Moeller, Berlin 1908.
Neudruck Hildesheim 1965.
Literatur
Ute Grau: Fischer, Alfons. In: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der Sozialen Arbeit. Lambertus, Freiburg 1998, ISBN 3-7841-1036-3, S. 171f.
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