Die Liste linkssozialistischer Organisationen in Westdeutschland (1945–1989) umfasst dem Linkssozialismus zugeordnete Organisationen, Gruppierungen und Parteien in den Westdeutschen Ländern bis zur Wiedervereinigung. Linkssozialistische Formationen sind ihrer immanenten Logik entsprechend jenseits von sozialdemokratischen und kommunistischen Bewegungen angesiedelt, historisch sind sie aber meist zwischen den beiden Hauptströmungen oder an deren Rändern positioniert. Meist war der Linkssozialismus eine Abspaltung vom sozialdemokratischen Milieu, dissidenter Linkskommunismus ist jedoch deren spiegelbildliche Loslösung von der kommunistischen Weltbewegung.Christoph Jünke (Hrsg.), Linkssozialismus in Deutschland. Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? Hamburg 2010, Begriffliches, Historisches und Aktuelles zur Einleitung, S. 10. Daher wurden in die Liste auch Gruppierungen trotzkistischer und titoistischer Prägung aufgenommen.

Gründungsjahr Name Hauptvertreter Mitgliedszahlen Presseorgane Auflösungsjahr 1945 Arbeiterpartei (AP)Heinrich Galm 1954 1933, um 1945 reorganisiert Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD) Georg Jungclas Oskar Hippe 1951 in die Unabhängige Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD) aufgegangen, nach deren Auflösung 1952 Entrismus der verbliebenen IKD-Mitglieder in die SPD 1947 Gruppe Arbeiterpolitik (GAP) Th. Bergmann H. Brandler Arbeiterpolitik (Arpo) als Splittergruppe existentHomepage der Gruppe Arbeiterpolitik, abgerufen am 4. Mai 2019. um 1950 USPD Berlin W. KischkatSiegfried Heimann, Zum Scheitern linker Sammlungsbewegungen zwischen SPD und KPD/SED nach 1945. Die Beispiele USPD und UAPD. In: Rolf Ebbighausen / Friedrich Tiemann (Hrsg.), Das Ende der Arbeiterbewegung in Deutschland? Ein Diskussionsband zum 60. Geburtstag von Theo Pirker. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 978-3-531-11650-1, S. 301–322, hier S. 313 f. nach 1954 1951 Unabhängige Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD) Josef Schappe Georg Fischer W. Leonhard ca. 400 Freie Tribüne 1952 1960 Vereinigung unabhängiger Sozialisten (VUS) Viktor Agartz (bekanntestes Mitglied) sozialistische hefte schleichende Auflösung seit 1961, letzter Kongress 1963, Einstellung der sozialistischen hefte 1969 1961/62 Sozialistischer Bund (SB) W. Abendroth Fritz Lamm 260 (bei Umbenennung der Vorgängerorganisation Sozialistische Förderergesellschaft (SFG) in SB), 1962 1969 1969 Gruppe Internationale Marxisten (GIM) Harald Wolf Winfried Wolf 400 (1972) was tun 1986 1969 Sozialistisches Büro (SB) Elmar Altvater Andreas Buro Frank Deppe Joachim Hirsch Arno Klönne Wolf-Dieter Narr Oskar Negt Roland Roth Klaus Vack Kein eingetragener Verein, keine Mitgliedschaften links (höchste Auflage 1974: 12.000), Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit,Widersprüche. Zeitschrift für Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich seit Ende der 1990er-Jahre nicht mehr öffentlich wahrnehmbarEine förmliche Auflösung fand nicht statt. 1974 Spartacusbund (SpaBu) 300–400 (1974) 20-30 (1980) etwa 1980 1980 Komitee für Grundrechte und Demokratie Andreas Buro Wolf-Dieter Narr Roland Roth Klaus Vack Grundrechte-Report (jährlich, mit anderen Herausgeber-Organisationen), Informationen. Komitee für Grundrechte und Demokratie (vierteljährlich) aktiv (Stand 2025) 1982 Demokratische Sozialisten (DS) M. Coppik Karl-H. Hansen Walter Barthel nacheinander: Bonner Extra Dienst, Linker Extra Dienst, Linke Zeitung, Der Stachel 1991 1986 Vereinigte Sozialistische Partei (VSP) Jakob Moneta Winfried Wolf SoZ – Sozialistische ZeitungDie SoZ erschien und erscheint nach der Auflösung der VSP weiter: SoZ-Onlineauftritt, abgerufen am 4. Mai 2019. 2000 1988 Linkes Forum (Lifo) in den Grünen Renate Damus Jürgen Reents Ludger Volmer 350 schleichende Auflösung zwischen 1990 und 1993

Literatur Christoph Jünke (Hrsg.): Linkssozialismus in Deutschland. Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? VSA-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-89965-413-4. Gregor Kritidis: Linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Offizin, Hannover 2008; ISBN 978-3-930345-61-8.

Siehe auch Liste linkssozialistischer Zeitungen und Zeitschriften in Westdeutschland

Einzelnachweise

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