mini|Informationstafel im Biodiversum über das damals geplante Kernkraftwerk Das Kernkraftwerk Remerschen sollte das erste Kernkraftwerk in Luxemburg werden. Es sollte einen Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1300 Megawatt besitzenJ P. Hoffmann: Remerschen nuclear power station with BBR pressurized water reactor, Webseite der Internationalen Atomenergie-Organisation., wurde 1973 geplant und sollte 1981 in Betrieb gehen, wurde aber nicht realisiert. Bereits in der Planungsphase stand es in Konkurrenz zum realisierten Kernkraftwerk Cattenom in Frankreich.Frankreich Jahrbuch 2011: Kulturnation Frankreich? Die kulturelle Dimension des gesellschaftlichen Wandels, Deutsch-Französisches Institut, Springer-Verlag 2012, S. 171.

Das luxemburgische Projekt wurde auch von der westdeutschen Regierung, den Ministerpräsidenten des Saarlandes (Franz-Josef Röder) und von Rheinland-Pfalz (Helmut Kohl)Frankreich Jahrbuch 2011: Kulturnation Frankreich? Die kulturelle Dimension des gesellschaftlichen Wandels, Deutsch-Französisches Institut, Springer-Verlag 2012, S. 171., unterstützt und sollte etwa 1,5 Milliarden Deutsche Mark kosten, wobei mindestens 50 % der erzeugten elektrischen Energie nach Westdeutschland geliefert werden sollten.Sandra Tauer: , Webseite Forum.lu, März 2013.BA B 106 80082, Schreiben des Staatssekretärs im BMWi Rohwedder an den Staatssekretär im Bundesinnenministerium Hartkopf, 2. April 1976.Fragen gemäß § 111 der Geschäftsordnung für Juli 1976, Deutscher Bundestag 7. Wahlperiode Drucksache 7/5681 vom 9. August 1976 (zu Drucksache 7/5651).

Geschichte Luxemburg unterzeichnete am 25. März 1957 zusammen mit fünf anderen europäischen Staaten den Vertrag zur Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Seit 1958 ist es auch Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

1973 begannen Planungen, in Remerschen ein Kernkraftwerk zu errichten. Im November 1973 informierte RWE die westdeutsche Regierung, dass mit der luxemburgischen Regierung eine Einigung erzielt wurde, ein Kernkraftwerk auf luxemburgischem Territorium zu bauen.Sandra Tauer: , Webseite Forum.lu, März 2013.

Am 30. Januar 1974 wurde die Societe Luxembourgeoise d’Energie Nucleaire S.A. (SENU)Je 50 % der Anteile hielt das Großherzogtum Luxemburg und die RWE. als Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts für die Planung, Errichtung und Betrieb dieses Kernkraftwerks gegründet. Am 17. Juni 1973 wurde eine Kaufabsichtserklärung mit dem Konsortium: Brown, Boveri und Cie. AG (BBC), Babcock – Brown Boveri Reaktor GmbH (BBR) und Hochtief AG, unterzeichnet.J. P. Hoffmann: Remerschen nuclear power station with BBR pressurized water reactor, Webseite der Internationalen Atomenergie-Organisation.

Bereits 1973 formierte sich Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk Remerschenn. Auch gegen das Kernkraftwerk Cattenom bestanden seit Beginn der Planungen bis Mitte der 1990er Jahre erhebliche Bedenken und Widerstand im französischen, luxemburgischen, deutschen und insbesondere im saarländischen Umland, die durch die erfolgreiche Verhinderung des Kernkraftwerkes Remerschen Auftrieb erhielten. Im Januar 1976 stellte sich der Gemeinderat von Remerschen gegen den Bau des Kraftwerks. Am 11. Dezember 1977 stimmte die sozialistische Partei LSAP mit knapper Mehrheit für ein MoratoriumVorerst kein Atomkraftwerk in Luxemburg, Süddeutsche Zeitung vom 14. Dezember 1977. und im Dezember 1978 erhielt die luxemburgische Regierung keine Mehrheit im Parlament für den Bau des Kernkraftwerks.Frankreich Jahrbuch 2011: Kulturnation Frankreich? Die kulturelle Dimension des gesellschaftlichen Wandels, Deutsch-Französisches Institut, Springer-Verlag 2012, S. 171. Das Projekt wurde 1979 endgültig verworfen.Sandra Tauer: , Webseite Forum.lu, März 2013.

Standort Der Standort Remerschen war aufgrund seiner Lage im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland und wegen der geringen Bevölkerungsdichte vorgeschlagen worden.Sandra Tauer: , Webseite Forum.lu, März 2013.

Heute befindet sich dort ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet im Ortsteil Remerschen in der Gemeinde Schengen und das "Biodiversum – Camille Gira" (früher: Centre Nature et Forêt Biodiversum).

Technische Daten Das Kernkraftwerk Remerschen sollte weitgehend baugleich mit dem damals in Bau befindlichen Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich seinJ P. Hoffmann: Remerschen nuclear power station with BBR pressurized water reactor, Webseite der Internationalen Atomenergie-Organisation. (siehe technische Daten dieser inzwischen stillgelegten Anlage).

Siehe auch Liste von Kraftwerken in Luxemburg Liste der Kernkraftwerke

Literatur Ministère de l’Energie (Luxemburg), Senu: Braucht unser Land ein Atomkraftwerk?, o. J. (1976). Paul Kayser: La centrale nucléaire de Remerschen: Tout sur le projet luxembourgeois le plus ambitieux du siècle. Luxembourg, o. J. Monique Mathieu: Die Schatten der Kühltürme, in: Lëtzebuerger Almanach vum Joerhonnert, 1900–1999. Luxembourg: Editions Guy Binsfeld 1999, S. 498–507.

Einzelnachweise

Remerschen Remerschen Kategorie:Bauwerk in Schengen Kategorie:Energiewirtschaft (Luxemburg)