Le Mans 66 – Gegen jede Chance (Originaltitel Ford v Ferrari) ist ein Film von James Mangold,Brent Lang: James Mangold to Direct Ford vs. Ferrari Film as ‘Logan’ Follow-Up. In: Variety, 5. Februar 2018. der am 30. August 2019 im Rahmen des Telluride Film Festivals seine Premiere feierte und im Herbst 2019 in die Kinos kam. Er basiert auf der Biografie Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans von A. J. Baime, die der Regisseur gemeinsam mit Jason Keller, Jez Butterworth und John-Henry Butterworth für den Film adaptierte. In den Hauptrollen spielen Matt Damon und Christian Bale die Rennfahrer Carroll Shelby und Ken Miles.

Bei der Oscarverleihung 2020 gewann Le Mans 66 zwei Auszeichnungen für den besten Schnitt und besten Tonschnitt. Nominiert war der Film außerdem in den Kategorien Bester Film und Bester Ton.

Handlung Detroit 1963: Henry Ford II macht in der Topetage des Konzerns Druck, fordert frische Ideen zur Stärkung der bröckelnden Marktposition. Der Manager Lee Iacocca will dazu Fords schwache Wahrnehmung in der Nachkriegsgeneration verbessern. Ford soll die Strahlkraft des internationalen Motorsports nutzen, um imagemäßig in derselben Liga wie James Bond oder Ferrari mitzuspielen. Sein konservativer Chef hält zunächst nichts davon, wird aber hellhörig, als Iacocca vorträgt, dass Enzo Ferrari soviel Geld in die Perfektionierung seiner Automobile gesteckt hat, dass er jetzt an Kapitalnot leidet. Iacocca reist mit einer kleinen Delegation nach Italien und schlägt Enzo Ferrari eine hauptsächlich für Ford nutzbringende „Partnerschaft“ vor. Doch Ferrari trickst die Amerikaner aus. Durch gezielte Indiskretion erfährt Giovanni Agnelli von der Sache und bietet Ferrari prompt eine vorteilhaftere Übernahme durch Fiat an. Als Henry Ford II erfährt, wie beleidigend Ferrari sich über Ford und ihn persönlich ausgelassen hat, genehmigt er Iacocca ein großes Budget für den Aufbau eines internationalen Rennteams, das die 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen soll.

Iacocca beauftragt Carroll Shelby, der 1959 als einer der wenigen amerikanischen Fahrer das Rennen gewinnen konnte, ein entsprechendes Fahrzeug zu entwickeln. Für die Abstimmung des kurzfristig in England produzierten Prototyps des Ford GT40 heuert Shelby den britischen Rennfahrer und Fahrzeugtechniker Ken Miles an. Bei einer zufälligen Begegnung hat sich Miles jedoch gegenüber dem Senior-Vizepräsidenten von Ford, Leo Beebe, abfällig über den neuen Ford Mustang geäußert und Beebe damit gegen sich eingenommen. So wird Miles nicht als Fahrer für das Rennen 1965 nominiert und muss aus der Ferne miterleben, wie die eingesetzten Fahrzeuge über ihren Grenzen gefahren werden, schließlich alle ausscheiden und ein Ferrari einmal mehr den Sieg davonträgt.

In der Folge wird der GT40 von Shelby und Miles weiterentwickelt. Um Ford dazu zu bringen, Miles doch noch als Fahrer einzusetzen, bietet Shelby Ford eine Wette an: Sollte Miles das 24-Stunden-Rennen von Daytona gewinnen, würde er auch in Le Mans fahren. Wenn nicht, würde Ford sämtliche Anteile und Rechte an Shelby American erhalten. Obwohl Ford in Daytona nun ein zweites Team an den Start bringt, schafft Miles den Sieg und darf somit auch in Le Mans für Ford antreten.

Bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans schafft es Miles nach einigen Problemen am Start und harten Zweikämpfen mit den Ferraris, sich schließlich an der Spitze abzusetzen, und fährt nach dem Ausfall aller Ferraris einem ungefährdeten Sieg entgegen. Doch Beebe hat Henry Ford II von einer anderen Vorgehensweise überzeugt: Miles soll die anderen zwei GT40 aufholen lassen, damit die drei Ford-Wagen gleichzeitig die Ziellinie überqueren können. Shelby und Miles fügen sich dem Wunsch Fords in der Annahme, dass alle drei zum Sieger erklärt würden. Nach der triumphalen Einfahrt wird jedoch überraschend Bruce McLaren zum Sieger erklärt, da dieser aufgrund seiner schlechteren Startposition insgesamt eine längere Strecke zurückgelegt hat. Miles erhält den zweiten Platz. Obwohl die internen Machtspiele bei Ford Miles abermals den verdienten Erfolg gekostet haben, widmet er sich der Weiterentwicklung des GT40. Er kommt bald darauf bei einer Testfahrt ums Leben.

In einem Epilog wird berichtet, dass Ford mit dem von Shelby und Miles entwickelten GT40 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans auch in den Jahren 1967, 1968 und 1969 gewinnen konnte. Miles wurde 2001 posthum in die Motorsports Hall of Fame of America aufgenommen.

Historischer Hintergrund mini|Carroll Shelby im Jahr 1958 unterwegs in einem Aston Martin mini|Ken Miles (rechts vorne mit Helm) mini|Illustration des Ford GT40 Mk II, wie er im Film dargestellt ist (mit dem Helm von Ken Miles / Christian Bale) 1962 ging die von Carroll Shelby geschaffene AC Cobra in Serie. Das geringe Fahrzeuggewicht in Verbindung mit dem kraftvollen V8-Motor von Ford ergab eine Kombination, gegen die die Fahrzeuge der Konkurrenz sowohl auf Rennstrecken als auch auf der Straße chancenlos waren.

Mit der AC Cobra war Shelby etwas gelungen, das vor ihm nur wenige Konstrukteure geschafft hatten: Er baute einen relativ einfachen und robusten, aber großen und starken Großserienmotor in das Fahrgestell eines kleinen und leichten Sportwagens (AC Ace) ein. So schuf er ein Auto, das wesentlich teureren und speziell für den Rennsport konstruierten Fahrzeugen überlegen war. Wegen dieses Erfolges erhielt Shelby als Konstrukteur bei Ford praktisch freie Hand und war zukünftig nicht nur für Fords Motorsportprojekte verantwortlich, sondern schuf unter anderem auch Sonderausführungen des damals erfolgreichsten Großserienfahrzeugs von Ford, des Ford Mustang.Michail Hengstenberg: Nachruf auf Carroll Shelby: Der PS-Papst. In: Spiegel Online, 14. Mai 2012.

Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966 beendete Ford schließlich die bisherige Dominanz von Ferrari im Rennsport: Die ersten drei Plätze gingen an Fahrer bzw. Teams, die den Ford GT40 Mk.II einsetzten, während Piers Courage und Roy Pike vom britischen Team „Maranello Concessionaires“ mit ihrem Ferrari 275 GTB/C nur den achten Platz erlangten. Alle anderen Teams, die auf Rennwagen von Ferrari gesetzt hatten, waren weit abgeschlagen oder schieden überhaupt mit technischen Problemen während des Rennens vorzeitig aus.Heiko Stritzke: Le Mans 1966: Als Ford Ferrari entmachtete. In: motorsport-total.com, 12. Juni 2016. Zusätzlich dazu konnten die Siegerfahrzeuge von Ford mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 210,8 km/h über das gesamte Rennen erstmals einen Schnitt von 200 km/h überbieten.

Ken Miles, der bei diesem Rennen mit dem knappsten Ergebnis aller Zeiten in Le Mans Zweiter wurde, verunglückte 1966 in Riverside bei einer Testfahrt mit einem der Ford-J-Car-Prototyp, der ab 1967 als Ford GT40 MK IV bei großen Sportwagenrennen eingesetzt wurde. Carroll Shelby starb im Mai 2012 im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines schweren Herzleidens, das ihn bereits seit seiner Kindheit beeinträchtigt und ihn Anfang der 1960er-Jahre gezwungen hatte, seine eigene Rennsportkarriere frühzeitig aufzugeben.Holger Wittich: Der Vater der AC Cobra ist tot. In: Auto motor und sport, 13. Mai 2012.

Produktion Matt Damon spielt den Konstrukteur und Designer Carroll Shelby,Jeff Glucker: Matt Damon to play Carroll Shelby in upcoming Ford versus Ferrari film. In: motorauthority.com, 19. Juni 2019. Christian Bale den britischen Rennfahrer Ken Miles.Adam Chitwood: Matt Damon and Christian Bale Could Team for James Mangold’s Ford vs. Ferrari Movie. In: collider.com, 15. März 2018. Jon Bernthal spielt im Film Lee Iacocca, der ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung des Mustang beteiligt war. Die Schauspielerin Caitriona Balfe übernahm die Rolle von Ken Miles’ Ehefrau Mollie und Noah Jupe die Rolle ihres Sohnes Peter. Josh Lucas spielt den für die Rennsportaktivitäten zuständigen Senior Vice President von Ford Leo Beebe.

Die Dreharbeiten fanden ab 30. Juli 2018 an verschiedenen Orten in Kalifornien, New Orleans und Atlanta statt.R.A Karthik Prasad: Untitled Ford vs. Ferrari Movie Working Title, Filming Start Date, Location Revealed. In: pursuenews.com, 9. Juli 2018. Kameramann war Phedon PapamichaelGarth Franklin: New Details On Mangold’s „Ford vs. Ferrari“ Film. In: darkhorizons.com, 9. Juli 2018., Filmeditoren waren Andrew Buckland und Michael McCusker.

Die Filmmusik komponierten Marco Beltrami und Buck Sanders. Das Soundtrack-Album, das insgesamt 15 Musikstücke umfasst, darunter neben drei Stücken der eigentlichen Filmmusik auch einen neuen Remix von James Burtons Polk Salad Annie und Songs von Nina Simone, The Sonics, Buck Owens, The Byrds und The Shadows of Knight, wurde am 15. November 2019 von Hollywood Records als Download veröffentlicht. Am gleichen Tag wurde ein separates Album mit der kompletten Filmmusik von Beltrami und Sanders veröffentlicht.‘Ford v Ferrari’ Soundtrack Details. In: filmmusicreporter.com, 14. November 2019.

Für den Ton und den Tonschnitt zeichnete der zweifach für einen Oscar nominierte David Giammarco verantwortlich, der mit Mangold zuletzt bei Logan – The Wolverine zusammengearbeitet hatte und davor auch bei Knight and Day und Todeszug nach Yuma.

Anfang Juni 2019 wurde ein erster Trailer vorgestellt.Daniel Kreps: Building the Perfect Beast: See Matt Damon, Christian Bale in First ‘Ford V Ferrari’ Trailer. In: Rolling Stone, 3. Juni 2019. Der Film feierte am 30. August 2019 im Rahmen des Telluride Film Festivals seine Premiere.Gregory Ellwood: Telluride 2019: ‘Ford v. Ferrari’, ‘Judy’ & ‘Uncut Gems’ Are Official World Premieres. In: theplaylist.net, 29. August 2019. Ab 9. September 2019 wurde er beim Toronto International Film Festival gezeigt.Kate Erbland: TIFF Reveals First Slate of 2019 Films, Including ‘Joker,’ ‘Uncut Gems,’ ‘Knives Out,’ and More. In: indiewire.com. Abgerufen am 23. Juli 2019. Anfang Oktober 2019 wurde er beim Zurich Film Festival gezeigtProgrammheft Züricher Film Festival 2019. In: zff.com. Abgerufen am 20. April 2021. (PDF), eine Vorführung war auch beim Hamptons International Film FestivalDave McNary: ‘Just Mercy’, ‘Ford v Ferrari’ Tapped for Hamptons Film Festival. In: Variety, 23. August 2019. und beim London Film FestivalLe Mans ’66. In: bfi.org.uk. Abgerufen am 29. August 2019. geplant. Am 14. November 2019 kam er in die deutschenStarttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 3. Juni 2019. und die Schweizerhttps://outnow.ch/News/2019/06/03/Christian-Bale-und-Matt-Damon-geben-Gas-im-ersten-Trailer-zu-Le-Mans-66 und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand unter der Dialogregie von Marius Clarén im Auftrag der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin.

Rolle Darsteller Synchronsprecher Carroll Shelby Matt Damon Simon Jäger Ken Miles Christian Bale David Nathan Lee Iacocca Jon Bernthal Martin Kautz Mollie Miles Caitríona Balfe Manja Doering Phil Remington Ray McKinnon Viktor Neumann Peter Miles Noah Jupe Freddy Antoine Gerberon Leo Beebe Josh Lucas Tobias Kluckert Henry Ford II Tracy Letts Erich Räuker Bob Bondurant Darrin Prescott Sven Gerhardt Dr. Granger Wallace Langham Axel Malzacher Dieter Voss Rudolf Martin Pilot Steve Drew Rausch Armin Schlagwein Charlie Agapiou Jack McMullen Maximilian Artajo Franco Gozzi Corrado Invernizzi Jens Hartwig Brumos Executive Michael Lanahan Peter Flechtner

Rezeption Altersfreigabe In den USA wurde der Film von der MPAA als PG-13 eingestuft. In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.

Kritiken und Einspielergebnis Der Film konnte bislang 92 Prozent aller Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 7,8 der möglichen 10 Punkte. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 81 von 100 möglichen Punkten.Ford v Ferrari. In: Metacritic. Abgerufen am 25. April 2026. mini|hochkant=0.9|Christian Bale bei der Premiere des Films beim Toronto International Film Festival