mini|270px|St. Mauritius

Deutenheim (fränkisch: DeidnaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 27. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „daidna“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Sugenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Deutenheim hat eine Fläche von 6,413 km². Sie ist in 596 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10760,81 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Dutzenthal.

Geografische Lage Das Pfarrdorf liegt etwa zwei Kilometer bachaufwärts und südwestlich von Sugenheim überwiegend rechtsseits an den Ufern des bedeutendsten und linksseitigen Zuflusses Ehebach der Aisch. Im Südosten grenzt das Waldgebiet Himmelreich an. Circa einen Kilometer südlich erhebt sich die Waldkuppe Kühnberg (), knapp einen Kilometer aufwärts im Südwesten steht die Einöde Modelsmühle des Gemeindeteils Krautostheim am Ehebach. Etwa einen halben Kilometer westlich liegt das Geldgewann Schwaden und etwa einen nördlich jenseits von Ehebach und der ihm aus dem Westen zufließenden Kleinen Ehe das Feldgewann Wasserfeld.

Die Staatsstraße 2256 verläuft durch das Ehebachtal über die Modelsmühle nach Krautostheim (2,4 km südwestlich) bzw. nach Sugenheim (2,2 km nordöstlich). Von ihr zweigt im Ort die Staatsstraße 2253 nach Rüdisbronn (2,8 km südöstlich) ab, während die Kreisstraße NEA 34 von der Ortsmitte zur NEA 31 (1,3 km nördlich) führt, welche nach Ezelheim (0,9 km westlich) bzw. nach Sugenheim verläuft (1,7 km östlich).

Geschichte Deutenheim wurde als Kettendorf in Gewannflur angelegt. Der Ort wurde in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Megingaudshausen aus dem Jahr 816 als „Dyttenheim“ erstmals erwähnt. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen Diet(rich), der als Gründer des Ortes angesehen werden kann. 1220 wurde der Ort als „Titenheim“, später als „Teytenheim“ erwähnt. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts residierten die Herren von Castell auf der Burg Deutenheim. Sie waren zugleich die Grundherren in Deutenheim. Im Jahre 1457 gaben sie ihre Güter an die Bauern aus. Nach den Herren von Castell folgten die Herren von Seckendorff-Rinhofen, denen die meisten Güter im Ort gehörten.P. Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau, S. 240 f.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 27 f., gibt als Bestimmungswort den Personennamen Tīto an.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Deutenheim 40 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Herrschaft Sugenheim aus. Grundherren waren die Herrschaft Sugenheim (Pfarrhaus, Schulhaus, 5 Höfe, 8 Güter, 15 Gütlein, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Mühle, 2 Torhäuser, Gemeindehirtenhaus), das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Ipsheim (1 Gut, 1 Haus), die Reichsstadt Windsheim (1 Hof) und die Oberpfarrei Herbolzheim (1 Gut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 88.

Im Jahre 1810 kam Deutenheim zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Sugenheim und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Sugenheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Deutenheim, zu der Dutzenthal gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und Ortspolizei außer über drei Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Sugenheim inne. Am 3. Juli 1838 wurde die Gemeinde an das Landgericht Markt Bibart und das Rentamt Iphofen abgegeben.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 219. Ab 1862 gehörte Deutenheim zum Bezirksamt Scheinfeld (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1879 zum Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,402 km².

Am 1. Januar 1972 wurde Deutenheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Sugenheim eingegliedert.

Baudenkmäler In Deutenheim gibt es drei Baudenkmäler: Haus Nr. 4: Wohnstallhaus= Nr. 36 nach der ursprünglichen Nummerierung. Haus Nr. 11: Bauernhof mit Scheune= Nr. 28 nach der ursprünglichen Nummerierung. Haus Nr. 76: evang.-luth. Pfarrkirche St. Mauritius

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 7: erdgeschossiges Bauernhaus mit Giebel zur Straße, erbaut im 19. Jahrhundert. Halbwalmdach mit zwei Schleppgauben auf der Traufseite; verputzter Massivbau von zwei zu drei Achsen; der Stallteil mit Knick angebaut, zwei quadratische steinerne Torpfeiler mit KreuzdachG. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 52. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen; ursprüngliche Hausnummerierung. Erdgeschossige verputzte Wohnstallhäuser mit Satteldach und Giebel zur Straße, meist erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Häuser Nr. 4 (drei zu sieben Achsen), Nr. 5 (drei zu fünf Achsen, Fachwerkgiebel), Nr. 8 (zwei zu drei Achsen), Nr. 14 (dreiachsige Giebelfront aus Sandsteinquadern, Traufseite modern), Nr. 17 (2. Hälfte 19. Jh., aus Sandsteinquadern, drei zu fünf Achsen, Stichbogenfenster), Nr. 18 (drei zu fünf Achsen), Nr. 20 (dreiachsiger Giebel, Traufseite modern), Nr. 23 (drei zu fünf Achsen), Nr. 26 (drei zu sieben Achsen), Nr. 27 (Quadermauern, drei zu drei Achsen, Stallteil Fachwerk).

Bodendenkmäler In der Gemarkung Deutenheim gibt es sechs Bodendenkmäler, darunter Burgstall Deutenheim

Einwohnerentwicklung Gemeinde Deutenheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 194 231 244 249 229 242 251 239 257 249 215 220 210 217 210 183 170 170 178 321 260 225 238 229HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 43 46 45 47 46 46 44 43 47 Quelle Für die Gemeinde Deutenheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dutzenthal (S. 20). Dort werden wohl fälschlicherweise 75 Wohngebäude verzeichnet.

Ort Deutenheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 174 220 216 235 238 200 162 237 202 197 157 164Häuser 40 44 44 44 42 41 44 55 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Mauritius (Deutenheim) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Himmelfahrt (Ullstadt) gepfarrt.

Literatur

Hermann Rölz: Deutenheim. In: Jesko zu Dohna und Robert Schuh (Hrsg.): Auf den Spuren der Fürsten zu Schwarzenberg, Scheinfeld 2006, S. 62–63.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Sugenheim Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 816 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort am Ehebach (Aisch) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim