mini|Kleiner Coehoorn-Mörser mini|Schwerer 24-Pfund-Coehoorn-Mörser der Konföderierten aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg
Der Coehoorn-Mörser (oft auch Coehorn, CohornKarl Heinrich Aster: Die Lehre vom Festungskriege, Band 1, Verlag Arnold, 1835, S. 399 oder ins Deutsche übersetzt Kuhhorn) war ein kleiner, tragbarer Mörser. Er wurde im Jahre 1673 von dem Niederländer Menno van Coehoorn entwickelt, erstmals eingesetzt wurde er bei der Belagerung von Grave (1674). Dieser Mörsertyp wurde bis in das späte 19. Jahrhundert verwendet, dann ohne Ersatz ausgemustert. Er wurde sowohl auf Seiten der Belagerer als auch der Verteidiger verwendet. Der Mörser wurde in der Sappe nah an den Feind gebracht.Archiv für die Offiziere der Königlich Preußischen Artillerie- und Ingenieur-Corps, Band 59, Mittler Verlag, 1866, S. 143, Google Books. Der Einsatzzweck war somit der gleiche wie bei den späteren Grabenmörsern im Ersten Weltkrieg (1914–1918).James Gillispie: Cape Fear Confederates: The 18th North Carolina Regiment in the Civil War, Verlag McFarland, 2012, ISBN 9780786486861, S. 193, Google Books. In Ermangelung geeigneter Waffen zu Beginn des Ersten Weltkriegs holte Frankreich die schon damals technisch überholten Mörser aus den Arsenalen.Dale Clarke: World War I Battlefield Artillery Tactics, Osprey Publishing, 2014, ISBN 9781782005926, S. 38, Google Books.
Der Mörser war ein Vorderlader mit Glattrohr aus Bronze oder Eisen. Eine einfache Bodenplatte aus Holz mit seitlich angebrachten Tragegriffen diente als Lafette.Tillmann Reibert: Die Entstehung eines neuartigen Waffentyps als Reaktion auf die Bedingungen des Stellungskrieges; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades, 2013, Universität Hamburg, S. 49–50, online. Wegen seines relativ geringen Gewichts besaß das Geschützrohr keine Henkel.Kurzgefaßte Beschreibung der Waffen in der k.k. österr. Armee, Verlag Tanzer, 1844, S. 66, Google Books. Die Rohrerhöhung war in der Regel fest in oberen Winkelgruppen oder knapp darunter eingestellt. Verschossen wurden Granaten, deren Reichweite durch die Menge der Treibladung bestimmt wurde.
Den Coehoorn-Mörser gab es in verschiedenen Größen. Die leichten hatten ein Kaliber von etwa 10 bis 13 cm bzw. 6 bis 16 Pfund. Die Mörser waren 25 bis 40 kg schwer und konnten von zwei Mann getragen werden. Die Reichweite betrug bis zu 500 m.Spencer C. Tucker: Instruments of War: Weapons and Technologies That Have Changed History:, Verlag ABC-CLIO, 2015, ISBN 9781440836558, S. 61, Google Books.Hartwig Neumann: Festungsbaukunst und Festungsbautechnik: deutsche Wehrbauarchitektur vom XV. bis XX. Jahrhundert Verlag Bernard & Graefe, 1988, ISBN 9783763758395, S. 301, Google Books.
Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865) wurde von beiden Seiten auch der schwere 24-Pfünder verwendet. Er hatte eine Reichweite bis 1.100 m, wog 136 kg und musste von vier Mann getragen werden.James C. Hazlett, Edwin Olmstead, M. Hume Parks: Field Artillery Weapons of the Civil War Verlag University of Illinois Press, 2004, ISBN 9780252072109, S. 139–140, Google Books.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Vorderladergeschütz (historisch) Kategorie:Mörser (Niederlande)