Der Magellantaucher (Podiceps major, ; ) ist die größte Art der Lappentaucher weltweit. Es existiert eine disjunkte Population mit Verbreitungsgebieten in Nordwest-Peru einerseits und dem Hauptverbreitungsgebiet im extremen Südosten von Brasilien bis Patagonien und Zentral-Chile andererseits. Die Population in Süd-Chile gilt als separate Unterart, Podiceps major navasi.

mini|In Rio Grande do Sul, Brazil

Merkmale Der Magellantaucher erinnert in seinen Proportionen eher an eine Gans oder einen Kormoran als an einen typischen Taucher. Er wird gewöhnlich 67–80 cm lang und erreicht ein Gewicht von 1600 g, kann aber bis zu 2 kg schwer werden. Das Gefieder ist blutig-rot am Nacken und an der Brust, schwarz am Rücken und weißlich am Bauch. Das Kopfgefieder ist rußgrau mit einem rötlich-braunen Auge. Aufgrund seiner Größe und der einzigartigen Färbung ist der Magellantaucher unverwechselbar.

Lebensraum Die Art lebt hauptsächlich auf offenen Gewässern. Die meisten Vögel halten sich auf Seen in niedrigen Höhenlagen und langsamfließenden Flüssen, oft in Waldgebieten, auf sowie in Ästuaren. Während der Brutzeit kommen die Vögel oft in dicht bewachsene Buchten größerer Seen. Außerhalb der Brutsaison leben die meisten Tiere in Ästuaren und Meeresbuchten, vor allem im Bereich von ausgedehnten Kelpwäldern. Nicht brütende Vögel leben das ganze Jahr über an der Küste.

Die Vögel sind weitverbreitet und häufig innerhalb ihres Verbreitungsgebiets. Besonders im südlichen Teil des Verbreitungsgebiets ist die Umwelt vielerorts auch noch naturbelassen.

Lebensweise Nahrung Der Magellantaucher ernährt sich hauptsächlich von Fisch, mit Größen bis 11 cm Länge. Gelegentlich kommt es zu Nahrungskonkurrenz mit Olivenscharben, wobei diese Art gewöhnlich größere Fische erbeutet – trotz kleinerer Körpermaße. Außerdem werden Insekten, Krebstiere und Mollusken erbeutet. Im Winter kann die Nahrung an der Küste bis zur Hälfte aus Krabben bestehen. Gelegentlich werden auch Jungvögel anderer Wasservögel erbeutet, meist von Blässhühnern.

Brutverhalten Die Vögel leben außerhalb der Brutzeit in großen Gruppen. Zur Brutzeit ziehen sie ins Inland. Die meisten Tiere brüten zwischen Oktober und Januar, wobei sich die Brutzeit nach hinten verschiebt, je weiter man nach Süden geht. In der isolierten Population in Peru beginnt das Nisten bereits im September oder Oktober und in guten Jahren gibt es eine zweite Brut im Januar oder Februar. Die Art ist relativ sozial in der Brutzeit, gelegentlich bilden sich kleine Kolonien. Drei bis fünf Eier bilden ein Gelege, oft werden zwei Bruten gleichzeitig aufgezogen.

Unterarten P. m. major (, 1783)Pieter Boddaert (1783), S. 24, West Peru, Paraguay, Südost-Brasilien, Uruguay, Zentral-Chile & Süd-Argentinien P. m. navasi (, 1984)Maria Sofia Manghi (1984), S. 118, Süd-Chile

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Magellantauchers erfolgte 1783 durch Pieter Boddaert unter dem wissenschaftlichen Namen Colymbus major. Als Verbreitungsgebiet gab er irrtümlich Cayenne an und bezog sich dabei auf Le Grande GrèbeGeorges-Louis Leclerc, Comte de Buffon (1781), S. 375 von Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon. 1787 führte John Latham die Gattung Podiceps ein.John Latham (1787), S. 294 Der Begriff hat seinen Ursprung in bzw. für Fuß.Podiceps The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname major hat seinen Ursprung in .major The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Schließlich ist navasi Jorge Rafael Navas (1921–2009) gewidmet. Alfred Laubmann führte die Art als ohne sicheren Beleg für Paraguay. Nur Macá del cornudoFélix de Azara (1805), S. 457–464 von Félix de Azara betrachtete er als potentiellen Nachweis.Alfred Laubmann (1939), S. 65

Literatur

Einzelbelege

Weblinks

Kategorie:Lappentaucher Kategorie:Ferdinand Magellan als Namensgeber