175px|Agostino Steffani Agostino Steffanis Oper Niobe, regina di Tebe wird in München uraufgeführt. 175px|Marc-Antoine Charpentier Marc-Antoine Charpentiers biblische Oper David et Jonathas wird in Paris uraufgeführt. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1688.
Ereignisse Personalien Der englische Sänger und Komponist John Abell verlässt England im Verlauf der Glorious Revolution. Der hugenottische Großvater der Musikverlegers Johann André lässt sich in Frankfurt nieder. Der italienische Komponist Attilio Ariosti tritt als Frate Ottavio am 25. Juli in den Servitenorden ein und wird Organist an der Basilika Santa Maria dei Servi in Bologna. Der italienische Librettist Aurelio Aureli tritt in die Dienste Ranuccio II. Farneses, des Herzogs von Parma. Der italienische Librettist Pietro d’Averara ist für zwei Spielzeiten Impressario in Turin. Giovanni Battista Bassani wird Organist und Kapellmeister an der Kathedrale von Ferrara. Georg Christoph Bach, seit 1668 Kantor und Organist in Themar, wird Kantor an der Kirche St. Johannis in Schweinfurt. Johann Christoph Bach ist Organist an der Thomaskirche in Erfurt. Johann Ludwig Bach besucht das Gymnasium in Gotha. Nach dem Tode des Salzburger Buchdruckers und Musikverlegers Melchior Bergen wird Johannes Riedel vermutlich Bergens Schwiegersohn sein Nachfolger. Georg von Bertouch immatrikuliert sich am 25. April an der Universität Jena. Matthias Sigismund Biechteler tritt vermutlich als Gesangssolist in die Hofkapelle in Salzburg ein. mini|Markusdom Der italienische Komponist Paolo Biego war von 1688 bis 1698 wird neben seiner Stellung als Organettospieler und Basssänger am Markusdom maestro di coro am Ospedale dei Darelitti in Venedig. Georg Bronner folgt seinem Vater Christoph Bronner als Sakristan und Organist am Heilig-Geist-Spital in Hamburg nach. Richard Browne wird Music master am Christ’s Hospital in London. Der Impressario Matteo Calegari wird Finanzverwalter der Theater der Familie Grimani in Venedig. Cristoforo Caresana wird Kapellmeister am Conservatorio di Sant’Onofrio a Porta Capuana. mini|Dom in Mailand Der erste Organist des Mailänder Doms Teodoro Casati, der die Stellung seit 1653 innehat, geht in den Ruhestand und stirbt vermutlich im Laufe des Jahres. Der italienische Kastrat und Komponist Giulio Maria Cavalletti wird Mitglied der Accademia Filarmonica und der Capella an San Petronio in Bologna. Nach dem Tode von Mademoiselle de Guise, für die er seit 1670 tätig war, erhält Marc-Antoine Charpentier eine Anstellung bei den Jesuiten als maître de chapelle (Kapellmeister) an der Kirche Saint Louis und dem Collège Louis-le-Grand in Paris. Giuseppe Corsi, seit 1681 Kapellmeister am Hof des Herzogs von Parma, Ranuccio II. Farnese, verlässt am 17. Oktober wegen einer nicht gewährten Gehaltserhöhung seine dortige Stellung Stellung. Der italienische Musikinstrumentenbauer Bartolomeo Cristofori erhält eine Anstellung am Hof Ferdinando de’ Medicis zur Stimmung und Wartung der Cembali. Miguel Matheo de Dallo y Lana emigriert nach Mexiko und ersetzt am 17. Dezember Antonio de Salazar als Kapellmeister der Kathedrale von Puebla. Das Amt hat er bis zu seinem Tod 1705 inne. Der französische Komponist Claude Desgranges dient von 1685 bis 1688 als Gregorian in The Catholic Chapel des Königs Jakob II. von England in London. Bei der Wiederaufnahme der Oper Thésée singt der Tenor Louis Gaulard Dumesny die Titelrolle. Nach seiner Entlassung als Cellist an San Petronio wegen Vernachlässigung seiner Pflichten am 14. Oktober 1687 wird Domenico Gabrielli am 23. März 1688 wieder eingestellt. mini|Schloss Versailles Der französische Geiger Michel Farinel erhält einen Stellung als Violinist am Hofe Ludwigs XIV. von Versailles. Francesco Fasoli wird als Nachfolger von Giovanni Carisio Kapellmeister am Turiner Dom. Francesco Feroci wird in Florenz Schüler von Giovanni Maria Casini. Dieser unterrichtet ihn in sowohl in Musiktheorie und Komposition als auch im Orgel- und Cembalospiel. Der italienische Cellist und Komponist Angelo Maria Fiorè tritt am 1. Mai am Hof in Parma in den Dienst des Herzogs, Ranuccio II. Farnese. Fabrizio Fontana ist in diesem Jahr Guardiano der Organisten der Congregazione di Santa Cecilia in Rom. Ferdinando Carlo von Gonzaga-Nevers der Herzog von Mantua bestätigt am 31. Mai den Titel Virtuosa, der Sängerin Catterina Frangiossi. mini|Ospedale di Santo Spirito in Sassia, Rom, Piazza della Rovere Der italienische Komponist Tommaso Bernardo Gaffi wird Organist an Santo Spirito in Sassia in Rom. Pierre Gautier gibt mit der Opernkompanie der Oper Marseille in Marseille und Avignon die Oper Atys von Jean-Baptiste Lully und in Avignon zwei private Aufführungen von Lullys Bellérophon bei Marquis de Blauvac in dessen Hôtel de Blauvac. Der Soprankastrat Rinaldo Gherardini wird Virtuose am Hof zu Parma. Auf Veranlassung ihres Lehrers Guillaume Poitevin teilen sich ab 5. November des Jahres Jean Gilles und Jacques Cabassole die Stelle als Sous-maître und Organist an der Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence. Nicolò Giovanardi, Soprankastrat und Komponist, seit 1675 Sopransänger an San Petronio in Bologna tritt in Congregazione dell’Oratorio in Bologna ein. Hier wird er praefectus musices und Kapellmeister. Johann Kuhnau leitet in Leipzig ein Collegium musicum, das vor allem aus Studenten besteht. Flavio Carlo Lanciani ist von 1688 bis 1702 als virtuoso, aiutante di camera und Kopist für Kardinal Pietro Ottoboni tätig. In dieser Zeit vertont sechs Opernlibretti. Der italienische Komponist Severo de Luca dient als Musiker beim spanischen Botschafter in Rom. An St. Margaret in Westminster wird die erste Wohltätigkeitsschule im Großraum London eröffnet, die sich darum bemüht Kinder an das Psalmensingen von der Orgelgalerie heranzuführen. André Raison veröffentlicht die erste seiner beiden Sammlungen mit Orgelwerken. Die zweite Sammlung wird 1714 folgen. Darin enthalten sind fünf Orgelmessen in den verschiedenen Kirchentonarten, „Noëls variés“ (Bearbeitungen und Variationen über volkstümliche Weihnachtslieder), ein Magnificat und verschiedene andere Stücke. Antonio de Salazar wird Nachfolger von Joseph Agurto y Loaysa als Kapellmeister der Kathedrale von Mexiko-Stadt. mini|Alessandro Scarlatti Alessandro Scarlatti wird, nachdem er im Januar des Jahres seinen Abschied als Kapellmeister der vizeköniglichen Hofkapelle während der Statthalterschaft Lorenzo Onofrio Colonnas eingereicht hatte, wird er am 11. März des Jahres durch den neuen Vizekönig Francisco y Avila, Conde de Sant Esteban, wieder in sein Amt eingesetzt. In München wird im Mai der Komponist Agostino Steffani von Kurfürst Maximilian II. als Hofkapellmeister ehrenvoll entlassen. Ihm folgt Giuseppe Antonio Bernabei nach. Nicolaus Adam Strungk, Mitglied der Dresdner Hofkapelle, wird Direktor der Leipziger Oper. Der deutsche Orgelbauer Andreas Tamitius beginnt mit dem Bau der Orgel in der Stadtkirche in Bischofswerda. Die italienische Sopranistin Anna Maria Torri erhält am 20. Mai von Herzog Ferdinando Carlo Gonzaga von Mantua den Titel Virtuosa verliehen. Damit verknüpft war ein jährliches Salär. Gennaro Ursino wird nach dem Tod Giovanni Salvatores dessen Nachfolger als Direktor am Conservatorio dei Poveri di Gesù Cristo in Neapel. Der katalanische Komponist Francesc Valls wird Kapellmeister an der Kathedrale von Girona. Der deutsche Komponist Nicolaus Vetter wird Schüler Johann Pachelbels in Erfurt. Franz Weichlein, bisheriger Organist in Garsten,wird Organist an der Stadtpfarrkirche zu Linz. Mikuláš František Xaver Wentzely wird Organist und Chorleiter am Veitsdom in Prag. Christian Friedrich Witt geht nach einem Engagement als Kammerorganist am Hof in Gotha erneut nach Nürnberg um bei Georg Caspar Wecker in Nürnberg zu studieren. mini|Wolfenbüttel Schloss, Merian In Wolfenbüttel wird das erste freistehende Theatergebäude in Deutschland mit dem fürstlichen Opernhaus im Schlossbereich eingeweiht, das 1748 abgerissen wurde.
Opern und andere Bühnenwerke Francesco Ballarotti – Dialogo musicale fra Nettuno e Bergamo, Bergamo Giovanni Battista Bassani: Gli amori alla moda, Scherzo melodrammatico in drei Akten, Libretto: vermutlich Borso Bonacossi, aufgeführt im Palazzo Bonacossi in Ferrara, gedruckt bei Bernardino Pomatelli in Ferrara (Partitur verschollen), Arie Fuggimi pur crudele, Akt 3 Szene 7 überliefert Il trionfo di Venere in Ida, Melodramma, Ferrara Giuseppe Antonio Bernabei: 18. Januar: La gloria festeggiante (Gli dei festeggianti), introducimento dramatico musicale del torneo, Oper in drei Akten, Libretto: L. Orlandi, Uraufführung in München Mit Ballettmusik von Melchior Dardespin. 26. Februar: Diana amante, Componimento dramatico in drei Akten, Libretto: L. Orlandi. Mit Ballettmusik von Melchior Dardespin. Uraufführung im St. Georgssaal der Münchner Residenz. 22. November: Il trionfo d'Imeneo, Libretto: vermutlich L. Orlandi, Uraufführung am in München mini|Wolfgang Carl Briegel Wolfgang Carl Briegel: 11. November: Uraufführung des Balletts L’enchantement de Medée in Darmstadt Giovanni Carisio: Die heute verschollene Oper Amore vendicato wird im Januar am Teatro Ducale in Turin zwei Monate nach dem Tod des Komponisten posthum uraufgeführt. Marc-Antoine Charpentier: 28. Februar: Uraufführung der biblischen Oper David et Jonathas auf das Libretto von François de Paule Bretonneau am Collège Louis-le-Grand in Paris. Das Werk war ursprünglich trotz seines Umfangs nicht für eine eigenständige Aufführung gedacht, sondern als Intermède für die Tragödie Saül in lateinischer Sprache des Paters Étienne Chamillard, deren fünf Akte als Sprechstück im Wechsel mit den fünf Akten der Oper rezitiert werden sollten. Die textliche Grundlage beider Werke findet sich im 1. Buch Samuel. La réplique de Amos Pascal Colasse: Juli: Divertissement, ou Impromptu de livry, Libretto: Dancourt, Paris Daniel Danielis: Ménalque, Pastorale en musique Johann Dominicus Deichel: Vera felicitas, Allegorie, München (Musik verschollen) mini|Kaiser Leopold I. Antonio Draghi: 17. Januar: Il marito ama più, Festa musicale in einem Akt, Libretto: Nicolò Minato, Uraufführung im Palais Palffy in Pressburg, mit Musikbeiträgen von Leopold I. zum Geburtstag seiner Gemahlin Kaiserin Eleonore Magdalene Therese () 26. Februar: Tanisia, Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Nicolò Minato, Uraufführung in der Wiener Hofburg mit Musikbeiträgen von Leopold I. 10. Juni: La moglie ama meglio, Festa musicale in einem Akt, Libretto: Nicolò Minato, Uraufführung in der Wiener Hofburg () 22. Juli: Pische cercando AmoreI, Serenata, Libretto: Nicolò Minato, Uraufführung in Wien 26. Juli: Specchio historico, Musica da camera, Libretto: Nicolò Minato, Uraufführung in Wien 22. November: Il silentio di Harpocrate, Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Nicolò Minato, Erstaufführung einer revidierten Fassung in der Wiener Hofburg (3, Akt verschollen), Uraufführunf der ersten Fassung am 27. Februar 1677 Giovanni Battista Draghi: Songs zur Tragödie The injur'd lovers, or, The ambitious father von William Mountfort, aufgeführt von Their Majesty's servants am Theatre Royal () In Hamburg werden drei Opern des deutschen Komponisten Johann Philipp Förtsch uraufgeführt: Der Grosse Alexander in Sidon (nach der Oper von Marc Antonio Ziani auf das Libretto von Christian Heinrich Postel, nach Aurelio Aureli) Die Heilige Eugenia, oder Die Bekehrung der Stadt Alexandria zum Christenthum (auf das Libretto von Christian Heinrich Postel, vermutlich nach Girolamo Bartolommei), () daraus Die Hoffnung ist nichts als Schatten und Schaum für Alt und Basso continuo Der im Christenthum biß in den Todt beständige Märtyrer Polyeuct Vorgestellet In Einem Singe-Spiel (auf das Libretto von Heinrich Elmenhorst, nach Pierre Corneille) Domenico Gabrieli