mini|Briefkopf mit Bildmarke der Berg- und Sport-Film G.m.b.H., 1920er Jahre Die Berg- und Sport-Film G.m.b.H. war ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Freiburg im Breisgau, dessen wesentlicher Geschäftszweck die Filmproduktion war. Seiner Firmierung entsprechend fokussierte das Unternehmen in der Folge auf die Herstellung von Filmen über die Bergwelt und den (Ski-)Sport.Transkript der Veröffentlichung zur erfolgten Eintragung in das örtliche Handelsregister: „In das Handelsregister B, Band III, O.-B. 14 wurde eingetragen: Berg- und Sportfilm, Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Freiburg i. Br. Gegenstand des Unternehmens ist Herstellung und Verwertung von kinematographischen Aufnahmen sportlicher und wissenschaftlicher Art. Das Stammkapital beträgt 21 000 Mark. Geschäftsführer sind Dr. Odo Deodatus Tauern, Privat, Freiburg und Dr. Arnold Fanck, Geologe, Freiburg. Der Gesellschaftsvertrag dieser Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist am 20. Februar 1920 festgestellt. Jeder der beiden Gesellschafter ist berechtigt, allein die Gesellschaft zu vertreten. Freiburg, den 8. März 1920. 2580. Amtsgericht I.“

Gründung Die Firma wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1920 von den beiden Bergsteigern und Skiläufern Arnold Fanck und Odo Deodatus Tauern begründet.Hans-Michael Bock: The Concise Cinegraph: Encyclopaedia of German Cinema. Berghahn Books, New York und Oxford 2009. ISBN 978-0-8574-5565-9, S. 116–117.Lisa Blitz: Freiburg als Wiege des deutschen Bergfilms, 17. Juli 2017, Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte, Freiburg im Breisgau, auf: freiburg.deKurt Hochstuhl, Staatsarchiv Freiburg, April 2014; Findbuch T 1 (Zugang 2005/0058): T 1 Nachlass Allgeier, Sepp Ihren Sitz hatte die Berg- und Sport-Film G.m.b.H. in Freiburgs Röderstraße 9.Adressbuch der Hauptstadt Freiburg im Breisgau 1922, S. II 18.

Weitere Entwicklung Zum Gesellschafterkreis des Unternehmens stießen die Forscher Rolf BauerLa Montagne Sacrée, Arnold Fanck – 1926, auf: fondation-jeromeseydoux-pathe.com und 1921 Bernhard Villinger hinzu.Villinger, Bernhard, auf: leo-bw.deArnold Fanck, auf: filmportal.de Als Erster Kameramann der Filmproduktionsfirma fungierte zwischen 1920 und 1923 Sepp Allgeier.Allgeier, Sepp, auf: leo-bw.de Neben diesem wurden dort nach Ausbildung durch Allgeier und Fanck auch Richard Angst, Albert Benitz, Kurt Neubert, Walter Riml und Hans Schneeberger als Kameraleute tätig. Sie zählten mit Allgeier und Fanck zur Freiburger Schule und bewirkten, dass Freiburg im Breisgau damals ein Zentrum des deutschen Filmschaffens war.Heidi Ossenberg: Freiburg – Geburtsstadt des Bergfilms. In: Badische Zeitung vom 21. März 2009, auf: badische-zeitung.de Neben Fancks Filmen produzierte die Berg- und Sport-Film G.m.b.H. Dokumentar-, Animations- und Märchenfilme. Improvisation wurde bei Aufnahme und Schnitt zum wesentlichen Element.

Ab 1923/24 wurden erstmals auch Atelieraufnahmen realisiert. Für den Film Der Berg des Schicksals wurden mit Debütant Luis Trenker Bergsteiger und Skifahrer erstmals nicht mehr nur als Darsteller, sondern als Schauspieler eingesetzt.Der Berg des Schicksals, auf: filmportal.de

Die Hyperinflation brachte dem Unternehmen erhebliche Schwierigkeiten; 1925 wurde es von der Universum-Film (UFA) übernommen, die auf diese Weise einen erfolgreichen und lästigen Mitbewerber schlucken konnte.Berg- und Sportfilm GmbH (Freiburg/Br.), auf: filmportal.de

Im Jahr 1946 versuchte Fanck, die Berg- und Sport-Film G.m.b.H. in Freiburg wieder zu beleben, kam damit jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. Im Handelsregister war das Unternehmen zwischen 1946 und 1952 eingetragen.Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg, Handelsregisterakten Amtsgericht Freiburg, G 540/5 Nr. 11508, Archivischer Identifikator 5-2068186.

Filmografie 1920: Das Wunder des Schneeschuhs, 1. Teil (Dokumentarfilm) 1920: Die Meister des Wassers 1921: Jiu-Jitsu – Die unsichtbare Waffe 1921: Moritz, der Träumer – Wie sich Moritz die Erschaffung der Welt vorstellt' 1921: Der große Boxkampf Dempsey–Carpentier 1921: Im Kampf mit dem Berge, 1. Teil: In Sturm und Eis – Eine Alpensymphonie in Bildern (Dokumentarfilm) 1921: Mit der Jungfraubahn in die Regionen des ewigen Eises 1922: Das Wunder des Schneeschuhs, 2. Teil: Eine Fuchsjagd auf Skiern durchs Engadin 1922: Die sterbende Stadt 1922: Pömperlis Kampf mit dem Schneeschuh 1922: Chufu 1922: Die deutschen Kampfspiele 1922 1922: Fußballwettspiel Erde–Mars 1922: Ali-Baba und die 40 Räuber 1922: Auf rauschender Fahrt – Ein Segelsportfilm und was Operateur Huckebein bei seiner Aufnahme erlebte (Kurz-Dokumentarfilm) 1923: 1000 Dollar Belohnung 1923: Das Herz des Menschen 1923: Franzens Lebensrettung – Ein Erlebnis unter den Wilden 1924: Der Berg des Schicksals 1924: Das Wolkenphänomen von Maloja (Kurz-Dokumentarfilm) 1924: Die begehrte Lotte oder "Welch entzückende Füßchen" 1925: Die weiße Kunst (Dokumentarfilm) 1925: Das Rudern 1926: Südtirol – Ein Vorposten deutscher Kultur 1927: Wintersport im Schwarzwald

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Ehemalige Filmgesellschaft (Deutschland) Kategorie:Kinogeschichte Kategorie:Medienunternehmen (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Film (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Unternehmensgründung 1920 Kategorie:Aufgelöst 1952