mini|hochkant|Carl Viktor Heinrich Freiherr von Erlanger (1872–1904) Carlo Freiherr von Erlanger eigentlich Carl Viktor Heinrich Freiherr von Erlanger (* 5. September 1872 in Nieder-Ingelheim; † 4. September 1904 bei Salzburg) war ein deutscher Forschungsreisender und Ornithologe.
Leben Carlo von Erlanger war der jüngste Sohn des Bankiers Wilhelm Hermann Carl von Erlanger und seiner Frau Caroline geborene Bernus. Seine Großväter waren der 1871 in den erblichen Freiherrenstand erhobene Bankier Raphael von Erlanger sowie der Frankfurter Handelsherr und Senator Franz von Bernus. Der Zoologe Raphael Slidell von Erlanger und der Komponist Frédéric A. Baron d’Erlanger gehörten zu seinen Cousins. Die Familie war evangelischer Konfession.
Als Schüler am Gymnasium in Frankfurt besuchte Erlanger oft das Senckenberg-Museum und erlernte dort das Abbalgen und Präparieren von Vögeln. Ab 1891 studierte er Naturwissenschaften, insbesondere Ornithologie, an der Universität Lausanne. In diese Zeit fiel seine erste Expedition nach Nordafrika, die ihn vier Monate durch die tunesische Wüste führte. Nach seiner Rückkehr absolvierte er 1893/94 den Militärdienst im kurhessischen Husarenregiment Nr. 13, dem er anschließend als Reserveoffizier angehörte. Dann vertiefte von Erlanger seine naturwissenschaftlichen Studien an der Universität Cambridge und lernte am Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin Arabisch und Suaheli.
Im Winter 1896/1897 brach er zu einer zweiten Nordafrikaexpedition auf. Nach seiner Rückkehr im Frühjahr 1897 widmete er sich zunächst der Auswertung der Reise, begann aber bereits kurz darauf für eine dritte Expedition, die ihn durch die britischen Schutzgebiete in Somaliland und Ostafrika führen sollte, zu planen. Diese Reise begann er 1899. Zusammen mit Oscar Neumann bereiste er zwei Jahre lang Ostafrika. Stationen waren unter anderem Zeyla, Harar und Addis Abeba sowie das Land der Ennia und Arussi Galla. Auf diesen Expeditionen durch Afrika wurde er von Carl Hilgert begleitet.
In dieser Zeit sammelte Erlanger über 20.000 Insekten, mehr als 10.000 Vogelbälge und andere Tiere. mini|Photo von Carlo von Erlanger auf seiner Tunesien Expedition 1896–1897 mini|Grab von Erlangers auf dem Nieder-Ingelheimer Friedhof
Carlo von Erlanger starb einen Tag vor seinem 32. Geburtstag bei Salzburg durch einen Autounfall. Sein Leichnam wurde in die Heimat überführt und im dortigen Familiengrab auf dem Nieder-Ingelheimer Friedhof beigesetzt.
1917 wurde Erlangers Sammlung durch seine Mutter aufgeteilt. Einen großen Teil erhielt das Senckenberg-Museum. Ein Teil ging an die Stadt Nieder-Ingelheim, die dies zum Anlass nahm, ihr erstes Museum zu eröffnen.
Nach Erlanger sind folgende Arten benannt: Erlangerlerche (Calandrella erlangeri (, 1906))Oscar Neumann (1906), S. 239. sowie Kongoschnäpper (Batis erlangeri , 1907)Oscar Neumann (1907), S. 353. Ptychadena erlangeri (, 1924)Ernst Ahl, S. 5. Erlangerwürger (Laniarius erlangeri (, 1905))Anton Reichenow, S. 832., heute ein Synonym für den Buloburtiwürger (Laniarius nigerrimus , 1879) Unterart des Fahlschnäppers (Bradornis pallidus erlangeri (, 1905))Anton Reichenow, S. 830. Unterart des Meckerbogenflügels (Camaroptera brevicaudata erlangeri (, 1905))Anton Reichenow, S. 617. Unterart des Mennigbrust-Nektarvogels (Cinnyris nectarinioides erlangeri (, 1905))Anton Reichenow, S. 496.
Werke (Auswahl)
Literatur
Weblinks
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt Die Familie von Erlanger
Einzelnachweise
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