Die Liste der Tweten in Braunschweig enthält alle historischen und gegenwärtigen Tweten im heutigen Stadtgebiet von Braunschweig. Außer in Hamburg mit 110 dort Twieten genannten kleinen Gassen, gibt es nur noch in Braunschweig mit gegenwärtig 15 Tweten eine nennenswerte Ansammlung derartiger Straßen- oder Wegebenennungen.Norbert Jonscher: Stadt will ihre Tweten schöner gestalten. In: Braunschweiger Zeitung vom 7. Mai 2009. Die Benennung Twete ist in Braunschweig seit dem Jahr 1323Ludwig Hänselmann, Heinrich Mack (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Braunschweig Band 3, 1. Abtheilung: Diplomatum Brunswicensium 1321–1340. C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin 1905, S. 56, Zeile 13 (leopard.tu-braunschweig.de). – (Zitiert nach: Rudolf Fricke: Das Bürgerhaus in Braunschweig. FN 135, S. 135). nachgewiesen; hingegen ist die Benennung Gasse im Innenstadtgebiet ungebräuchlich.

Etymologie Die älteste belegte Verwendung einer Vorform des Wortes „Twete“, nämlich „Tweghete“ ist im Urkundenbuch der Stadt Braunschweig für das Jahr 1323 dokumentiert.

Nach Mechthild Wiswe in ihrer 1970 erschienenen Dissertation Die Flurnamen des Salzgittergebietes sei die Etymologie des mittelniederdeutschen Wortes twite, aus dem sich Twete und Twiete entwickelt haben, „noch nicht völlig geklärt.“.Mechthild Wiswe: Die Flurnamen des Salzgittergebietes. (=Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte Band 17), Braunschweigischer Geschichtsverein, Braunschweig 1970, S. 429. Karl Ludolf Friedrich Lachmann bezeichnete Tweten 1819 in seiner Geschichte der Stadt Braunschweig seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Jahres 1815 als „Zwischengassen“Karl Ludolf Friedrich Lachmann: Geschichte der Stadt Braunschweig seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Jahres 1815. Ludwig Lucius, Braunschweig 1816, S. 90., während sie Heinrich Meier in seinen 1904 erschienenen Die Straßennamen der Stadt Braunschweig als einen kurzen, engen Durchgang oder Durchlass zwischen zwei Häusern definierteHeinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. S. 9., der, so der Duden, ursprünglich nicht mit einem Fuhrwerk passiert werden konnte.Twete auf duden.de 1975 schließlich definierte Rudolf Fricke in Das Bürgerhaus in Braunschweig „Tweten“ als … schmale Verbindungswege öffentlichen Besitzes zwischen zwei gleichlaufenden [= parallelen] Straßen., auf denen sich […] immerhin zwei Menschen begegnen können, ohne sich zu berühren […].Rudolf Fricke: Das Bürgerhaus in Braunschweig, Tübingen 1975, S. 135.

Geschichte mini|350px|Braunschweig 1899: Der blaue Ring ist die Oker, die die Innenstadt seit dem Mittelalter umschließt. Die überwiegende Mehrheit der einstigen und gegenwärtigen Tweten befindet sich innerhalb des Okerringes, der das Stadtzentrum von Braunschweig seit dem Mittelalter umschließt. Seit dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, wurden in der Stadt schmale Durchgänge oft nur als Twete bezeichnet, sodass mehrere Tweten ohne individuelle Unterscheidung zeitlich nebeneinander existierten. Erst in der Folgezeit wurden nach und nach eindeutige Bezeichnungen eingeführt.

Beispiele für die ausschließliche Verwendung von Twete waren u. a. die Abelnkarre, die 1357 lediglich als de twete bezeichnet wurde. 1366 verband eine Twete die Kaiserstraße mit dem NickelnkulkManfred R. W. Garzmann (Hrsg.), bearbeitet von Josef Dolle: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Band. 6: 1361–1374. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1998, S. 957. und eine befand sich bei der Echternstraße.Manfred R.W. Garzmann (Hrsg.), bearbeitet von Josef Dolle: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Band. 6: 1361–1374. o. S. Auch die Güldenklinke wurde 1490 nur Twete genannt.Heinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. S. 45. Eine Twete verband um 1419 die Steinstraße mit dem Bruchtor, 1535 wurde diese Verbindung als Klotestwete, 1606 Klotstwete und 1756 Mühlentwete bezeichnet.Heinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. S. 15. Ebenso lief eine Twete vom Kohlmarkt zur Oker, sie wurde 1548 sunte Olrekes twete (Sankt-Ulrichstwete) genannt, was sich auf die früher auf dem Kohlmarkt befindliche Ulrici-Kirche bezog. 1904 war diese Twete noch vorhanden.Heinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. S. 60. Die Kröppelstraße wurde 1451 partwete (Pfarrtwete der nahen Andreaskirche) genannt von 1472 bis 1501 als de twete bezeichnet.Heinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. S. 61.

Die meisten der heutigen Tweten sind wesentlich breiter als die ursprünglichen, aber meist genau so kurz wie diese.